Die Tankstelle wandelt sich vom reinen Kraftstoffanbieter zum multifunktionalen Mobilitätsstandort. Auf der UNITI expo (bis 21. Mai) in Stuttgart zeigt die Westfalen-Gruppe, wie sie diesen Wandel strategisch vorantreibt – mit einem Mix aus Schnellladeinfrastruktur, alternativen Kraftstoffen und erweiterten Serviceangeboten.
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise, geopolitischer Unsicherheiten und wachsender Anforderungen an klimafreundliche Mobilität sieht das Unternehmen die Branche in einer Phase grundlegender Veränderungen. "Die Mobilitätswende ist in vollem Gange. Gleichzeitig machen geopolitische Krisen wie der Nahostkonflikt deutlich, wie wichtig resiliente und zukunftsfähige Lösungen sind", erklärte Sandra Schütte, Leiterin des Geschäftsbereichs Mobility bei Westfalen, zum Start der Messe.
Ausbau der Ladeinfrastruktur
Ein Schwerpunkt liegt auf der Elektromobilität. Westfalen betreibt derzeit mehr als 120 Schnellladepunkte, bis Ende des Jahres sollen es über 150 sein. Ergänzend plant das Unternehmen in Nordrhein-Westfalen den Aufbau erster Ladeparks für den Schwerlastverkehr.
Mit steigender Verbreitung von Elektrofahrzeugen verändert sich auch die Nutzung der Standorte. "Kunden erwarten eine zuverlässige Infrastruktur, transparente Kosten und einfache Abrechnungen", so Schütte. Mit der Lösung "EquiVolt" will Westfalen insbesondere Geschäftskunden eine digitale und standardisierte Abrechnung anbieten.
Neue Rolle für Tankstellen
Die längeren Ladezeiten an Schnellladesäulen verändern das Geschäftsmodell der Stationen. Während klassische Tankvorgänge nur wenige Minuten dauern, eröffnen Ladepausen zusätzliche Möglichkeiten für ergänzende Angebote. "Mit steigenden Zulassungszahlen und Fahrzeugen mit höherer Reichweite und Ladeleistung verlagern sich Ladevorgänge zunehmend an öffentliche Standorte wie Tankstellen", sagte Schütte. "Die längeren Aufenthaltszeiten bieten zusätzliche Potenziale für Gastronomie, Services und Shop-Angebote."
Mit dem Konzept "ALVORE" entwickelt Westfalen seine Standorte zu sogenannten Mobility Hubs weiter. Diese sollen mehr Aufenthaltsqualität, ein erweitertes Sortiment und zusätzliche Dienstleistungen bieten. Mehr als 30 der rund 260 Tankstellen wurden bereits entsprechend umgebaut.
Alternative Kraftstoffe als Ergänzung
Neben Strom setzt das Unternehmen weiterhin auf alternative flüssige Energieträger. HVO-Diesel ist inzwischen an mehr als 30 Westfalen-Stationen erhältlich. Er kann in vielen bestehenden Diesel-Fahrzeugen ohne technische Anpassung genutzt werden. "Lösungen, die sofort zur Emissionsminderung beitragen, sind wichtiger denn je", betonte Schütte. "Mit HVO bieten wir eine klimafreundlichere Alternative zu Diesel – ohne technische Umrüstung für viele Fahrzeuge."
Westfalen verfolgt damit einen technologieoffenen Ansatz, der unterschiedliche Antriebsformen parallel berücksichtigt. Während fossile Kraftstoffe weiterhin eine Rolle spielen, rücken Strom und alternative Energien zunehmend in den Fokus.