Die Westfalen-Gruppe stellt den Betrieb ihrer Wasserstoff-Tankstelle in Münster-Amelsbüren am 30. April 2026 ein. Für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der rund zehn Jahre alten Anlage wären erhebliche Investitionen notwendig, die sich angesichts der niedrigen Nachfrage nicht rechtfertigen lassen. Alle übrigen Kraftstoffe, wie Ladesäule, LNG-Tankstelle sowie der Shop bleiben am Standort unverändert in Betrieb.
Die Wasserstoffanlage wurde 2016 als Pilotprojekt mit Fokus auf Pkw eröffnet – zu einer Zeit, in der die Marktentwicklung technologieoffen war. Inzwischen geht im Pkw-Segment die Tendenz eindeutig in Richtung der batterieelektrischen Mobilität. "Wir investieren dort, wo unsere Mittel die größte Wirkung entfalten. Im Pkw-Bereich ist das aus unserer Sicht in der Breite die Elektromobilität", erklärt Thomas Perkmann, Vorstandsvorsitzender der Westfalen-Gruppe.
Der erwartete Markthochlauf von Wasserstoff ist jedoch nicht nur im Mobilitätssektor ausgeblieben. Auch in der Industrie bleiben viele Projekte hinter den Ankündigungen zurück. Hauptgrund ist die fehlende Wirtschaftlichkeit, hinzu kommen eingeschränkte Planbarkeit sowie komplexe und teils unzureichende Förderstrukturen. "Es fehlt an verlässlichen und praxistauglichen Rahmenbedingungen. Unter diesen Voraussetzungen sind langfristige Infrastrukturinvestitionen herausfordernd", so Perkmann. "Wir sind weiterhin vom Potenzial überzeugt, das Wasserstoff für die Energiewende mitbringt und sehen auch zukünftig Anwendungsmöglichkeiten in der Mobilität. Dort, wo sich gemeinsam mit Partnern verlässlichere Rahmenbedingungen ergeben, können dann schon heute Leuchtturmprojekte entwickelt werden", stellt der Westfalen-Vorstandsvorsitzende klar. Entsprechende Projekte befinden sich zurzeit in Planung.