Regeneratives Benzin: Autoindustrie testet Bio-Kraftstoff

16.07.2026 10:51 Uhr | Lesezeit: 2 min
Bosch und diverse Autohersteller erproben Bio-Kraftstoff in der Praxis.
Bosch und diverse Autohersteller erproben Bio-Kraftstoff in der Praxis.
© Foto: Bosch

Bio-Sprit und E-Fuels könnten den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr senken. Wie gut das in der Praxis klappt, soll nun ein Feldversuch ermitteln.

Bosch, Toyota, BMW und Repsol testen in Spanien den Einsatz von regenerativem Benzin im normalen Straßenverkehr. Rund 20 Fahrzeuge der beteiligten Autohersteller werden dafür sechs Monate lang ausschließlich mit dem erneuerbaren Kraftstoff Nexa 95 des spanischen Erdölkonzerns Repsol betrieben.

Das Pilotprojekt soll zeigen, dass bestehende Benziner ohne technische Änderungen mit regenerativem Kraftstoff betrieben werden können. Getankt wird an öffentlichen Repsol-Stationen in Spanien. Der Kraftstoff wird nach Angaben der Projektpartner aus Rohstoffen hergestellt, die den Nachhaltigkeitskriterien der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie entsprechen, und soll gegenüber fossilem Benzin geringere CO2-Emissionen verursachen.

Bosch-Software "Digital Fuel Twin"

Das Technologieunternehmen Bosch übernimmt mit seiner Software "Digital Fuel Twin" die Dokumentation. Dabei werden unter anderem Fahrzeug-, Tankstellen- und Tankkartendaten erfasst und miteinander abgeglichen. So soll sich nachvollziehen lassen, welcher Kraftstoff in welchem Fahrzeug eingesetzt wurde. Mit dem sechsmonatigen Feldversuch wollen die Unternehmen Daten zur Alltagstauglichkeit, Nachverfolgbarkeit und möglichen Skalierbarkeit regenerativer Kraftstoffe sammeln. Die Ergebnisse sollen auch in die politische Diskussion über deren künftige Rolle bei der CO2-Reduzierung im Straßenverkehr einfließen.

Bei Nexa 95 handelt es sich nicht um strombasiertes E-Fuel, sondern um einen biogenen Benzinersatz aus Abfall- und Reststoffen. Ein Vorteil solcher Bio-Kraftstoffe der zweiten Generation ist, dass sie anderes als aus Futter- und Ölpflanzen hergestellte Bio-Kraftstoffe der ersten Generation nicht direkt in Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung stehen.

Zudem ist die Nutzung in bereits vorhandenen Fahrzeugen und der bestehenden Tankstelleninfrastruktur aufgrund der chemischen Ähnlichkeit theoretisch unkompliziert. Allerdings sind geeignete Reststoffe nur begrenzt verfügbar. Zudem bleiben beim Verbrennen lokale Abgasemissionen bestehen und die Energieeffizienz liegt deutlich unter der eines batterieelektrischen Antriebs.

Nexa 95 ist seit Ende 2025 kommerziell erhältlich, bislang aber nur an 30 Tankstellen in Spanien. Repsol produziert das erneuerbare Benzin in bestehenden Raffinerieanlagen und spricht von industriellem Maßstab, nennt jedoch weder Produktionskapazität noch Absatzmenge.

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