Einige Jahre an Planung, eine Pause durch Corona und ein Wechsel des Projektbetreibers mit verschiedenen Umplanungen liegen hinter den Verantwortlichen für den Bau des Autohofes im Gewerbegebiet Eichhof in Neumünster. Nun konnte mit dem ersten Spatenstich der offizielle Baubeginn vollzogen werden. Ziel: Bis September 2027 soll der Autohof an der A7, Abfahrt Neumünster Nord, fertig sein und in Betrieb gehen.
Die ursprüngliche Projektgesellschaft konnte das Vorhaben nicht zu Ende führen, sodass mit Hoyer ein neuer Investor gefunden wurde, der allerdings auch den Tankstellenbetrieb selbst übernehmen will. Dazu mussten einige Verträge angepasst und Planungsdetails aktualisiert werden. Nun geht es tatsächlich los: 4.500 Kubikmeter Boden müssen abgefahren, 17.500 Kubikmeter Füllsand herangeschafft und eingebaut werden. Das entspricht zusammen über 1.400 Sattelzügen.
Der Autohof in Zahlen
Entstehen soll auf 14.149 Quadratmetern Fläche ein barrierefreier Autohof mit einer Nutzfläche von fast 1.200 Quadratmetern, der 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag geöffnet haben wird. Geplant sind acht Pkw- und neun Lkw-Zapfpunkte, an denen die Kunden Kraftstoffe und AdBlue tanken können. Neben Otto-Kraftstoff und Diesel sind auch HVO100 und Bio-LNG eingeplant. Das Gesamtvolumen der unterirdischen Tanks beträgt 400.000 Liter.
Dazu wird ein Lade- und Lastenkonzept für Elektro-Pkw und -Lkw installiert. Die Hoyer E-Concept plant und realisiert die Kombination aus großflächiger PV-Anlage auf dem Tankstellen-Flachdach, Speichertechnologie und Ladeinfrastruktur. Auch eine Potenzialfläche für Wasserstoff wird für den Markthochlauf eingeplant.
Um Platz für alle Tank- und Ladeeinrichtungen sowie zusätzliche Potenzialflächen für weitere Antriebstechnologien zu schaffen, wurden die Anzahl der Stellplätze für Lkw, Pkw und Busse sowie die Größe der Freiflächen leicht reduziert. Die Trennung der Bereiche für Pkw und Lkw wird aber beibehalten, um die größtmögliche Sicherheit für die Gäste zu gewährleisten.
Der Gastronomiebereich soll außergewöhnlich werden. Beim Betreten des atriumähnlichen Innenraums haben die Kunden Blick auf ein Shop-Angebot mit Back- und Snacktheke sowie eine Imbissecke mit beispielsweise Pizza und Pasta, Bowls und Salaten, Asia-Food und Fleisch aus dem Beefer (High-End-Oberhitzegrill) sowie Kaffeespezialitäten und wechselnden Kuchensortimenten. Bestellungen werden wahlweise am Tisch aufgenommen und serviert oder am Selbstbedienungsterminal aufgegeben, bezahlt und dann an der Theke abgeholt.
Darüber hinaus entstehen ein Loungebereich sowie ein Ruheraum, Meetingräume und ein Barber-Shop, also ein Männer-Salon, im Obergeschoss des Gebäudes. Denn der Autohof richtet sich sowohl an Pendler zwischen Kiel und Hamburg als auch an die Menschen im nahen Industriegebiet sowie Touristen, die Richtung Skandinavien fahren oder von dort kommen.