Montag, 18.10.2021
07.05.2016
   

Aral

Aral führt Kraftstoffe mit Reinigungszusatz ein

Der Vorstandsvorsitzende Patrick Wendeler und der Pressesprecher Detlef Brandenburg hören dem Leiter der Aral-Forschung, Dr. Peter Sauermann, zu (v. l.).

Reinigendes Kraftstoff-Bad

Neue Motoren haben höhere Ansprüche an Otto- und Diesel-Kraftstoffe, als es die Norm vorschreibt. Daher mischt Aral jetzt Additive bei, die Einlassventile und Einspritzdüsen säubern sollen.

Alljährlich, so auch 2016, lädt Aral Journalisten zur Pressekonferenz ein, um das vergangene Jahr im Tankstellenmarkt aus Konzernsicht Revue passieren zu lassen. In diesem Jahr verschob der Marktführer die für Februar geplante Veranstaltung jedoch ohne Begründung. Die Branche munkelte, das habe mit der Bekanntgabe der Einführung von „Rewe to go“ zu tun.

Doch für die Verzögerung war noch eine zweite wichtige Neueinführung des Konzerns verantwortlich: Am 22. April 2016 gab Aral bekannt, ab der darauffolgenden Woche neue Kraftstoffe zu verkaufen. „Eine völlig neue Kraftstoff-Generation vorzu­stellen, ist selbst für ein innovatives Unternehmen wie Aral keine Alltäglichkeit“, betonte der Leiter der Aral-Forschung, Dr. Peter Sauermann, feierlich.

Neuartig an den Kraftstoffen ist ein Reinigungszusatz, den das Unternehmen zu Werbezwecken auch „Anti-Schmutz-Formel“ nennt. Die Bezeichnung ist treffend und sprechend zugleich, denn die Additive, die sowohl den Basis- als auch den Premium-Kraftstoffen beigemischt werden, bewirken laut Aral zweierlei: Zum einen beseitigen sie Rückstände an Einlassventilen und Einspritzdüsen im Motor, zum anderen sorgen sie für eine Schutzschicht, sodass sich keine neuen Schmutzpartikel anlagern können.

Fünfjährige Entwicklungsphase

Nach 110 verschiedenen Testverfahren und einer fünfjährigen Forschungsphase verspricht die MÖG, dass der Reinigungs­zusatz bereits ab der ersten Betankung Ablagerungen auf Motorteilen beseitigt. „Aktive Moleküle lösen den Schmutz von kritischen Bauteilen des Motors und der Schmutz wird einfach mitverbrannt“, erklärte Dr. Sauermann. Zudem bilden die Moleküle auf der Metalloberfläche eine Schutzschicht, die aber nur bei „regelmäßiger Nutzung“ – dies be­tonten die Aral-Verantwortlichen ­unisono – die sensiblen Motorteile schützen. So wolle man sowohl die bestehenden Kunden enger an sich binden als auch neue anlocken, „die von den Vorteilen überzeugt werden“, sagte Aral-Vorstandsvorsitzender Patrick Wendeler.

Die Evolution der Kraftstoffe nötig gemacht haben die Entwicklungen in der Motorentechnik: Mit der Direkteinspritzung von zunächst Diesel-, dann Ottomotoren, der Einführung der Start-Stopp-Technik und dem Trend zum Downsizing ist das Druckniveau aktueller Antriebe gestiegen. Zudem wachsen die Temperaturen im Brennraum an. „Mit der Direkteinspritzung werden die Kraftstoffinjektoren näher an den Ort der Verbrennung positioniert“, führte Dr. Sauermann aus. Verschmutzungen an der Einspritzdüse können einen gleichmäßigen Kraftstoffnebel verhindern. Dadurch verbrennt der Kraftstoff nicht ­sauber, was Leistungseinbußen und einen höheren Verbrauch bewirken kann.

Die Tests unter realen Fahrbedingungen hätten ergeben, dass der Einsatz des neuen Aral-Ultimate-Diesel die Reichweite eines Dieselfahrzeugs, das 850 Kilometer weit kommt, pro Tankfüllung um bis zu 66 Kilometer erhöhen kann. Bei einem Benziner, der mit einer herkömmlichen Tankfüllung Super (95 Oktan) 650 Kilometer schafft, kitzelt der Premium-Ottokraftstoff Aral Ultimate 102 bis zu 40 Kilometer mehr heraus.

Mit der Reinigung des Motors könne der Kunde ab der ersten Betankung rechnen und dies ganz unabhängig davon, ob es sich um einen Neuwagen oder einen Oldtimer handelt. Nach zwei Betankungen mit dem Ultimate-Diesel würden sich die Verschmutzungen um die Hälfte reduzieren, bei den Otto-Kraftstoffen würde der Reinigungs­prozess länger dauern, sagte Dr. Sauermann.

Und wie wirkt sich der Reinigungs­zusatz auf den Preis an der Zapfsäule aus? „Gar nicht“, meinte Wendeler, „es gibt aus diesem Titel keine wie auch immer ge­artete Veränderung der Preisfestsetzung an unse­ren Tankstellen.“

(Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 5.2016; Autor: Michael Simon)

 

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