HEM Tankstelle Dardesheim: 30-jähriges Jubiläum

18.09.2026 14:38 Uhr | Lesezeit: 4 min
HEM Tankstelle Dardesheim: 30-jähriges Jubiläum
Das Team der HEM Tankstelle Dardesheim.
© Foto: Julia Eitze

Die HEM Tankstelle in Dardesheim feierte ihr 30-jähriges Bestehen. Zu den Höhepunkten gehörte ein ganz besonderes Klavierkonzert. 

Drei Jahrzehnte Tankstelle – wenn das kein Grund zu feiern ist? Bei angenehmen spätsommerlichen Temperaturen trafen sich Familie, Freunde, Stammkunden und viele weitere Gäste an der Tankstelle von Julia Eitze, um mit ihr auf das 30-jährige Jubiläum der anzustoßen.

30 Jahre. Da sammeln sich einige Erinnerungen an. Und „Mutter Ingrid“ kann sogar noch weiter zurückblicken, denn sie ist schon seit 1991 im Tankstellengeschäft tätig, damals noch in Drübeck. 1996 wurde die Station gebaut, die heute ihrer Tochter Julia Eitze gehört und unter der Flagge von HEM geführt wird. Damals wie heute werden die Eitzes von Volker Thiele betreut.

Der Berater für Tankstelleneigentümer nennt Ingrid Eitze respektvoll „Mutter Ingrid“ und zur Jubiläumsfeier konnten die beiden einige Anekdoten zum Besten geben. Etwa die Sache mit dem Kabel. „Weißt Du noch, Mutter Ingrid …“ begann Berater Thiele und die ältere Dame schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Oh ja, das Kabel der Russen.“ Als nämlich das Bauloch für die Waschanlage ausgehoben wurde, fand man plötzlich dieses ominöse Kabel. „Es war in keinem Plan verzeichnet, niemand wusste davon. Wo kam das her? Wo führte es hin? Wir waren ratlos“, erzählt Thiele. Ganz kurz dachte man an die pragmatischste Lösung – rausreißen. Mutter Ingrid lacht: „Zum Glück haben wir uns dagegen entschieden, sonst wäre halb Berlin ohne Strom gewesen!“ Wie sich später herausstellte, handelte es sich nämlich tatsächlich um ein Erdkabel, das Russland zu DDR-Zeiten verlegt hatte und aus guten Gründen in keinem offiziellen Plan existierte.

Von Drübeck nach Dardesheim

Heute kann Mutter Ingrid über all das lachen. Aber das russische Kabel war mitnichten die einzige Herausforderung. Schon der Start in Drübeck war der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. In der ehemaligen DDR waren die Eltern Eitze noch in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) und der HO (Handelsorganisation) tätig. Nach der Wiedervereinigung gab es diese Betriebe nicht mehr. Als dann Ingrid Eitze eine Ausschreibung las, laut derer in Drübeck ein Gewerbegebiet mit Tankstelle geschaffen werden sollte, meldete sie sich auf die Ausschreibung. Und so wurde 1991 die erste Tankstelle unter der Flagge von Dea gebaut.

"Einfach war es nie", erinnert sich Ingrid Eitze, deutet auf Tankstellenberater Thiele und sagt mit fester Stimme "Aber Du, Du hast uns immer unterstützt. 'Wo wir sind, ist vorne. Und wenn wir hinten sind, ist eben hinten vorne' hast Du immer gesagt". Thiele nickt. "Und ich hatte recht, nicht wahr, Mutter Ingrid?"

Die 1996 komplett neu gebaute Tankstelle, die heute Julia Eitze gehört und unter der Flagge von HEM geführt wird, liegt in Dardesheim. Das ist ein Ortsteil der Stadt Osterwieck im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt, direkt an der Bundesstraße 79. "Das ist ein wirklich guter Standort", sagt Mutter Ingrid und Thiele lacht: "Den hab ja auch ich ausgesucht!"

Die HEM Tankstelle Dardesheim
Die HEM Tankstelle Dardesheim.
© Foto: Bettina Göttler

Ein wahrlich ungünstiger Zeitpunkt

Julia Eitze kaufte die Station von ihren Eltern im Jahr 2020. Und auch wenn sie genau wusste, was sie erwartet – sie erlebte als Kind und Jugendliche, wie ihre Eltern Tankstellenunternehmer wurden und ihre Selbstständigkeit aufbauten –, war der Start doch denkbar ungünstig. Am 1. März 2020 übernahm sie offiziell die Tankstelle. Zwei Wochen später folgte der erste Corona-Lockdown.

Einen Monat zuvor hatte Julia Eitze den Tankstellenbetrieb mit Kfz-Werkstatt in zwei Firmen geteilt. "Mit dem Kauf der Tankstelle gründete ich zwei Firmen. Zum einen das 'Kfz-Zentrum Eitze'. Zum anderen die Firma 'Bistro 79'. Dazu gehören die Tankstelle, das Bistro, der Shop, die Waschanlage und eine Wohnmobil-Vermietung. Letztere habe ich während der Corona-Zeit gegründet", erläutert die Unternehmerin. Was mit einem Fahrzeug begann, ist zwischenzeitlich auf eine Flotte von fünf Wohnmobilen angewachsen.

An diese Zeit können sich alle erinnern, die am 11. September zum Frühstück anlässlich des Jubiläums in die Tankstelle eingeladen waren. So auch Renate Beyer und Evelin Holzmann. Die beiden sind Stammgäste und treffen sich seit 30 Jahren sage und schreibe jeden Tag zum Kaffee in der Tankstelle. Sie kennen die heutige Besitzerin Julia Eitze also schon, seit sie eine Jugendliche war und auch mit Mutter Ingrid gehen sie vertraut um. Früher war der Kaffee-Stammtisch freilich größer, doch leider konnten nicht mehr alle Frauen das Jubiläum miterleben.

Die Familie: stehend Julia Eitze und ihre Tochter Joséphine, sitzend (v.l.) Sohn Karl Jonathan, Lebensgefährte Uwe und Stiefsohn Pelle.
Julia Eitze und ihre Tochter Joséphine, unten sitzend (v.l.) Sohn Karl Jonathan, Lebensgefährte Uwe und Stiefsohn Pelle.
© Foto: Julia Eitze

All die Jahre

Beim Frühstück mit am Tisch sitzen Waltraud Rönnecke und Rosi Schladitz. Sie sind ehemalige Mitarbeiterinnen der Eitzes und spätestens da wird klar, dass es bei diesem Jubiläum nicht allein um eine Zahl geht oder darum, mit hohen Würdenträgern anzustoßen. Vielmehr war es Julia Eitze wichtig, Menschen zusammenzubringen, die sie und auch schon ihre Eltern in all den Jahren begleitet haben.

Und dann gibt es da die Menschen, die Julia Eitze immer, immer, immer Halt geben und sie auffangen. "Sie sind die Menschen, die all meine Phasen, gute und schlechte Zeiten miterleben und alles mittragen: Meine Tochter Joséphine, mein Sohn Karl Jonathan, mein Steifsohn Pelle und mein Lebensgefährte Uwe." Die eigene Familie steht bei Julia Eitze über allem – komme, was wolle. 

"Oma, kommst Du heute Abend auch zum Konzert?", fragt Karl Jonathan. Leider konnte sie nicht dabei sein, aber viele andere Gäste fanden sich abends wieder bei Julia Eitze ein. Denn um "Tankschön" zu sagen, hatte die Tankstellenbesitzerin ein ganz besonderes Klavierkonzert organsiert und das grandiose Duo von Be-Flügelt nach Dardesheim geholt. Direkt auf dem Tankstellengelände spielten Julian Eilenberger und Andreas Güstel ein unvergessliches Konzert. 

"Es wird künftig noch weitere Open-Air-Veranstaltungen an meiner Tankstelle geben", verspricht Julia Eitze. Darüber hinaus plant die Unternehmerin einen 24/7-Shop. Es ist bewundernswert, mit welchem Mut Julia Eitze manch Widrigkeiten überwunden hat und dass sie auch in emotional belastenden Zeiten nie aufgegeben hat. Wohnmobilvermietung, Catering-Service, Open-Air-Veranstaltungen – Julia Eitze erarbeitet sich Erfolg mit guten Ideen und unternehmerischem Talent. Und dabei zieht ihr Team immer mit. "Auf meine Mitarbeiter kann ich mich immer verlassen. Sie sind mir sehr wichtig, denn ohne sie wären wir alle nicht da, wo wir sind", versichert Julia Eitze. Und bei ihr ist das keine hohle Phrase, sondern ganz genau so gemeint.

Sprit+ gratuliert herzlich zum 30-jährigen Jubiläum und hofft auf viele weitere Jahre!

Übrigens: Das Kabel liegt heute noch unter der Waschanlage.


Be-Flügelt

Julian Eilenberger und Andreas Güstel sind Ausnahmekünstler. Sie als Pianisten zu bezeichnen wäre viel zu eng gefasst. Be-Flügelt gab ein Konzert, das Zeit und Raum vergessen ließ. Es wurden be-rührende Geschichten erzählt. Es wurden be-deutende Fragen gestellt, die wohl bei nicht wenigen Zuhörern sehr viel aus-gelöst haben. Jeder Einzelne und jede Einzelne fühlte sich direkt angesprochen, während gleichzeitig beim gemeinsamen Singen eine Gemeinschaft entstand.

Ein Klavier im Kerzenschein, der Brocken im Hintergrund – die Atmosphäre in Dardesheim er-öffnete vielen Gästen neue Perspektiven. Optisch. Akustisch. Emotional.

"Ins Gelingen verliebt" lautet das Motto von Be-Flügelt. Wer Liebe auf den ersten Ton erleben möchte und einen Abend, der gleichermaßen ent-spannend wie herz-bewegend ist, dem sei ein Konzert von Be-Flügelt ans Herz gelegt. Tourdaten finden sich auf der Webseite von Be-Flügelt.



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