BVTE erweitert Meldeportal: Schwarzmarkt bei Vapes wächst

27.05.2026 09:45 Uhr | Lesezeit: 4 min
Jan Mücke
"Deutschland hat ein Vollzugsproblem", meint Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE.
© Foto: Christian Kruppa

Fast jede zweite Einweg-E-Zigarette stammt vom Schwarzmarkt. Die unzufriedenstellende Durchsetzung der Verbraucher- und Jugendschutzvorgaben liegt laut BVTE u.a. daran, dass die Marktüberwachung auf mehrere hundert Behörden bundesweit verteilt ist. Dadurch werden Verstöße oft nicht konsequent verfolgt.

Der illegale Handel mit Vapes hat sich in Deutschland zu einem massiven Problem entwickelt. Nahezu jede zweite konsumierte Einweg-E-Zigarette stammt (laut einer Fraunhofer-IIS-Studie von 2026) vom Schwarzmarkt, genügt häufig nicht gesetzlichen Vorgaben und gefährdet Verbraucher. Trotz Verbot werden illegale Vapes teils offen oder unter der Ladentheke in vielen Verkaufsstellen angeboten und ohne Alterskontrollen auch an Minderjährige abgegeben.

Die unzufriedenstellende Durchsetzung der Verbraucher- und Jugendschutzvorgaben liegt laut BVTE u.a. daran, dass die Marktüberwachung auf mehrere hundert Behörden bundesweit verteilt ist. Dadurch werden Verstöße oft nicht konsequent verfolgt.

Zum Weltnichtrauchertag (31. Mai) erweitert der BVTE (Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse) sein Meldeportal vape-kontrolle.de um ein weiteres Bundesland: Ab sofort können Bürger nicht nur in Hamburg und Berlin, sondern auch in Bremen Verstöße gegen den Jugendschutz sowie den Handel mit illegalen Einweg-E-Zigaretten unkompliziert melden. Die Hinweise werden automatisch an die zuständigen Behörden weitergeleitet.

Merkmale illegaler Vapes

Das Portal informiert zudem über typische Merkmale illegaler Vapes, etwa

  • unzulässige Tankgrößen,
  • überhöhte Nikotingehalte oder
  • fehlende Steuerzeichen.

Schrittweise sollen weitere Bundesländer folgen, als nächstes das Saarland. Ziel ist die Unterstützung der zuständigen Behörden bei der Ahndung von Verstößen, um damit den illegalen Handel wirksam zu bekämpfen und die Abgabe von Tabak- und Nikotinprodukten an Minderjährige zu unterbinden.


Schwarzmarkttracker von Reemtsma

Der staatliche Kontrollverlust verursachte allein im Jahr 2025 Steuerausfälle in Höhe von über 26 Millionen Euro. Wie viele illegale Zigaretten oder E-Zigaretten Behörden in Deutschland sicherstellen konnten, und wie hoch der damit verbundene Steuerschaden ist, zeigt das BVTE-Mitgliedsunternehmen Imperial Brands Reemtsma mit seinem fortlaufend aktualisierten Schwarzmarkttracker. In diesem Jahr beläuft sich der Steuerschaden bisher bereits auf mindestens 9.732.474 Euro (Stand Mai).



"Deutschland hat ein Vollzugsproblem. Politik und Behörden müssen Rechtsverstöße entschlossener verfolgen und härter sanktionieren", erklärt Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE. Der Verband empfiehlt zielgerichtete Kontrollen, regelmäßige Testkäufe und gerade in Wiederholungsfällen harte, abschreckende Strafzahlungen. "Bußgelder dürfen kein einkalkulierbarer Kostenfaktor sein, sondern müssen Verstöße unattraktiv machen und den Verkauf an Jugendliche wirksam unterbinden. Der wirksamste Hebel des Staates bleibt eine ausgewogene Steuerpolitik, die legale Produkte nicht unnötig verteuert und damit den Schwarzmarkt zusätzlich begünstigt", so Mücke.

Ein ähnliches Problem zeigt sich bei den tabakfreien Nikotinbeuteln (Pouches): Diese sind in Deutschland de facto verboten, werden aber von rund 1,4 Millionen Erwachsenen über informelle Vertriebswege konsumiert – ohne jede staatliche Kontrolle zulasten von Verbraucher- und Jugendschutz. Der BVTE fordert daher eine rechtssichere Regulierung mit Nikotin-Obergrenzen, klaren Kennzeichnungsvorgaben und risikoadäquater Besteuerung, um den Schwarzmarkt zurückzudrängen und zusätzliche Steuereinnahmen zu erschließen.

Mit Blick auf die am 18. Mai gestartete Konsultation der Europäischen Kommission (wir berichteten) zur künftigen Regulierung von Tabak- und Nikotinprodukten wird sich der BVTE aktiv in die Debatte einbringen. Die Konsultation läuft bis zum 15. Juni 2026.


Kostenfreie Schulungsprogramm

Das kostenfreie Schulungsprogramm jugendschutz-handel.de bietet zertifizierte Online-Schulungen für den Handel an.



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