Die Europäische Kommission bereitet eine umfassende Verschärfung der EU-Regeln für Tabak- und Nikotinprodukte vor. Bis zum Jahresende soll ein Gesetzesvorschlag zur Überarbeitung der EU-Tabakproduktrichtlinie und der EU-Tabakwerberichtlinie vorgelegt werden. Seit dem 18. Mai läuft dazu eine öffentliche Konsultation. Ein Bündnis der Verbände des Tabakgroß- und Einzelhandels, des Tankstellengewerbes und der Industrie startet eine Mobilisierungsaktion und ruft alle Händler auf: "Nehmen Sie teil – sagen Sie Brüssel Ihre Meinung!"
Bis zum 15. Juni 2026 können Händler ihre Stellungnahme abgeben. Zur Unterstützung verteilen die Verbände Aufrufe und Teilnahmeanleitungen an die Verkaufsstellen. Die Botschaft ist klar: Wenn der Handel schweigt, entscheiden andere über sein Geschäft.
Verbote und Einschränkungen
Nach den Plänen aus Brüssel drohen "gesichtslose" Einheitsverpackungen, noch größere Warnhinweise, Verbote von Filterzigaretten und E-Zigaretten-Aromen sowie weitere Einschränkungen für rauchfreie Nikotinprodukte. Aus Sicht der Verbände wäre dies ein massiver Angriff auf Umsatz, Ertrag und Kundenfrequenz des legalen Handels.
"Immer neue Verbots- und Regulierungsvorschläge setzen den Handel massiv unter Druck. Wer legale Produkte aus dem Markt drängt, stärkt am Ende vor allem illegale Anbieter. Die Folgen tragen die Händler vor Ort – mit Umsatzeinbußen aufgrund eines boomenden Schwarzmarkts", erklärt Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Bundesverband des Tabakwaren-Einzelhandels (BTWE).
Statements aus der Branche
Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), warnt vor einer Politik ohne Augenmaß: "Brüssel hält an einer Politik der Bevormundung und Verbote fest. Statt auf Aufklärung, Innovation und Risikodifferenzierung setzt die EU-Kommission auf immer drastischere Einschränkungen für legale Produkte. Das gefährdet den Handel und ignoriert auch die Interessen erwachsener Verbraucher."
Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG) betont die Betroffenheit seiner Branche: "Der Verkauf von Tabakwaren ist für das Tankstellengeschäft ein wichtiger Umsatz- und Frequenzbringer. Wer ganze Sortimente verbietet oder immer weiter einschränkt, schwächt die wirtschaftliche Grundlage tausender Standorte. Bitte nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit und sagen Sie Brüssel Ihre Meinung!"
Matthias Junkers, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller (BDTA), hebt die Verantwortung des legalen Handels hervor: "Tausende Händler sorgen täglich für einen funktionierenden Jugend- und Verbraucherschutz. Doch genau diese regulierten Vertriebsstrukturen geraten durch immer neue Verbotspläne unter Druck. Wenn wir jetzt nicht gemeinsam Stellung beziehen, werden in Brüssel Entscheidungen getroffen, die weitreichende Folgen für den gesamten Markt haben. Beteiligen Sie sich an der EU-Konsultation!"
Die Verbände stellen ergänzend Informationen und eine Anleitung zur Beteiligung in 6 einfachen Schritten zur Verfügung. Teilnehmen können nicht nur Unternehmer, sondern auch Beschäftigte und erwachsene Kunden.