Vor einem Jahr hat Reemtsma seinen Schwarzmarkt-Tracker für Tabak- und Nikotinprodukte in Deutschland gestartet. Auf Basis offizieller Mitteilungen von Zoll und Polizei bietet er seither einen Überblick über die Sicherstellung von nicht verkehrsfähigen Zigaretten, E-Zigaretten, Tabak zum oralen Gebrauch (Snus) sowie Nikotinbeuteln. Die Bilanz für das Jahr 2025 zeigt: Der Schmuggel bzw. illegale Handel mit diesen Produkten bleibt hierzulande ein massives Problem mit großer Dynamik. So haben Zoll und Polizei im Jahr 2025 fast 30 Prozent mehr Beschlagnahmungen illegaler E-Zigaretten vermeldet als im Jahr zuvor.
Im Jahresverlauf 2025 sind insgesamt 157 offizielle Mitteilungen von Zoll- und Polizeibehörden aus ganz Deutschland in den Reemtsma Schwarzmarkt-Tracker eingeflossen. Demnach addieren sich die sichergestellten illegalen Tabak- und Nikotinprodukte sowie der damit verbundene Steuerschaden für 2025 wie folgt:
- Tabakzigaretten: mind. 86.827.371 Stück
- E-Zigaretten: mind. 3.564.118 Stück
- Tabak zum oralen Gebrauch/Nikotinbeutel: mind. 23.741 Dosen
- Steuerschaden: mind. 26.132.821 Euro (nur Tabaksteuer, ohne Sekundäreffekte wie entgangene Umsatz-, Gewerbe- oder Einkommenssteuer)
Alarmierende Dynamik, vor allem bei illegalen E-Zigaretten
"Da unser Schwarzmarkt-Tracker nur offizielle Mitteilungen berücksichtigt, bildet er auch nur die Spitze des Eisbergs ab – und schon die ist gewaltig. Neben den nackten Zahlen ist die Tatsache besonders alarmierend, dass Behörden im gesamten Bundesgebiet praktisch jeden zweiten Tag neue Beschlagnahmungen vermelden", betont Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs Cluster DACH bei Reemtsma. Vor allem bei illegalen E-Zigaretten zeigte sich im abgelaufenen Kalenderjahr ein deutlicher Zuwachs: Behördliche Meldungen über umgerechnet insgesamt 3,56 Millionen Stück bedeuten fast 30 Prozent mehr als im Jahr 2024 (2,78 Millionen Stück).
Durchsetzungsdefizite gemeinsam und wirkungsvoll beheben
Der Schwarzmarkt in Deutschland mit illegalen und nicht verkehrsfähigen Tabak- und Nikotinprodukten boomt. Er ist eine wichtige Einnahmequelle für die organisierte Kriminalität und finanziert oftmals Prostitution, Drogen-, Waffen- oder Menschenhandel. Gerade bei neuartigen Produktkategorien wie E-Zigaretten, Tabak zum oralen Gebrauch und tabakfreien Nikotinbeuteln ist der Trend alarmierend. Dabei sind laut Reemtsma die Regeln dafür, welche Produkte überhaupt im Markt sein und an wen sie abgegeben werden dürfen, eigentlich eindeutig.
Christian Cordes: „Es gibt schlichtweg viel zu wenige Kontrollen und viel zu milde Strafen bei Verstößen. Das geht massiv zu Lasten des Verbraucher- und Jugendschutzes, des legalen Wettbewerbs und wichtiger Steuereinnahmen, die dem Staat fehlen. Mit weiteren Einschränkungen oder Pauschalverboten ist dem nicht beizukommen. Deutlich wirksamer ist aus unserer Sicht ein enges und konstruktives Bündnis von Politik, Behörden, Herstellern, Händlern und auch Verbrauchern, die das Problem anerkennen und gemeinsam daran arbeiten, bestehende Regeln effektiver durchzusetzen und den illegalen Markt zurückzudrängen.“