Donnerstag, 25.04.2019
12.04.2019
   

Verband

Wasserstoffbetankung Alternativer Kraftstoff

Gemeinsam mit der Politik will der DVGW die Gasinfrastruktur im Sinne der Energiewende und des Klimaschutzes weiterentwickeln.

DVGW entwickelt technische Regeln für Wasserstoffinfrastruktur

Ziel des Regelwerks ist es, Wasserstoff technisch sicher in das vorhandene Leitungssystem zu integrieren.

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat das Startsignal für die gebündelte und umfassende Weiterentwicklung technischer Regeln für Erzeugung, Einspeisung, Beimischung, Transport, Verteilung und Speicherung von Wasserstoff in der Erdgasinfrastruktur gegeben. Ziel ist es, die bestehende Gasinfrastruktur für eine schrittweise Erhöhung des Wasserstoffanteils in einem klimafreundlichen Energiesystem fit zu machen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die Regelwerksweiterentwicklung schafft in der Praxis der Gasversorgung eine wichtige Voraussetzung, um den klimaschonenden Energieträger Wasserstoff technisch sicher in das vorhandene Leitungssystem zu integrieren“, sagt der DVGW-Vorstandsvorsitzende Gerald Linke zum Beginn der Regelsetzung.

Das künftige Regelwerk soll zunächst eine Zielgröße von etwa 20 Volumenprozent Wasserstoffeinspeisung anpeilen. Das bestehende DVGW-Regelwerk ermöglicht bereits heute überall dort, wo es keine Einschränkungen durch spezifische Anwendungen gibt, Beimischungen von knapp zehn Prozent in das vorhandene Gasnetz. Bis zum Jahr 2030 soll dieser Wert von zehn Prozent ohne Einschränkungen regelwerksseitig verbindlich gelten. Das Ziel liegt jedoch deutlich höher: „20 Prozent erscheinen uns nach heutigem Kenntnisstand technisch machbar. Wahrscheinlich können dann einige Netzteile sogar mehr. Doch wir müssen auch immer die Endanwendungen im Blick behalten“, so Linke. „Unabhängig davon glauben wir, zukünftig über das System in Summe mehr als 50 Prozent grüne Gase, wie zum Beispiel Biomethan, zu transportieren.“

Steigende Wasserstoffanteile erfordern netz- und geräteseitige Anpassungen. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften müssen bei höheren Wasserstoffbeimischungen beispielsweise andere Werkstoffe in Verdichtern, Heizkesseln oder Fahrzeugtanks zum Einsatz kommen. Wird Wasserstoff in einem weiteren Prozessschritt in synthetisches Methan umgewandelt, ist sogar eine unbegrenzte Beimischung ohne Geräteanpassung möglich. „Dennoch ist es absolut sinnvoll, die Erdgasinfrastrukturen zunächst auch für die Wasserstoffbeimischung zu öffnen und zu ertüchtigen. Dadurch werden weitere Umwandlungsverluste durch die Methanisierung vermieden und Effizienzen gesteigert“, bekräftigt Linke.

Der DVGW arbeitet bereits seit mehreren Jahren aktiv an der Ausrichtung des bestehenden Regelwerkes für Gasinfrastrukturen und Gasanwendungen auf höhere Wasserstoffanteile. Damit bald ein zukunftsweisendes System technischer Regeln für die gesamte Power-to-Gas-Prozesskette zur Verfügung steht, soll langfristig das bestehende Regelwerk gemeinsam mit dem Kooperationspartner Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband (DWV) um ein neues für 100 Prozent Wasserstoff ergänzt werden. Hierfür werden die zukünftigen Forschungsergebnisse des DVGW und seiner Institute als Grundlage dienen. (ab)

 

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