Polen: Bürgermeisterin appelliert an Tankstellenbetreiber

12.03.2026 09:36 Uhr | Lesezeit: 3 min
Ein Mann füllt Kraftstoff in einen Kanister.
Wer in einem anderen EU-Mitgliedstaat tankt, muss einiges beachten.
© Foto: Creativebird/gettyimages

Wer als Privatperson zum Tanken nach Polen fährt, darf nur so viel Kraftstoff nach Deutschland mitführen, wie Haupttank des Fahrzeugs fasst plus 20 Liter im Kanister. Die Stadtpräsidentin von Swinoujscie (Swinemünde), Joanna Agatowska, appellierte an Tankstellenbetreiber, den deutschen Kunden nur diese Menge zu verkaufen.

Angesichts der Preisunterschiede an Tankstellen auf deutscher und polnischer Seite der Grenze mahnt der Zoll, nicht zu viel Treibstoff im Nachbarland einzukaufen. "Privatpersonen dürfen Kraftstoff für den Eigenbedarf aus einem anderen EU-Mitgliedstaat steuerfrei nach Deutschland mitführen, sofern sich der Kraftstoff im Haupttank des Fahrzeugs befindet. Zusätzlich ist das Mitführen von Kraftstoff in einem Reservebehälter bis zu einer Gesamtmenge von 20 Litern steuerfrei zulässig", informiert das Hauptzollamt Stralsund. Wichtig: Es muss sich um den gleichen Kraftstoff wie im Haupttank handeln.

Energiesteuer wird an der Grenze fällig

Werde darüber hinaus Treibstoff in Zusatzbehältern mitgebracht, sei dafür Energiesteuer zu entrichten. "In der Regel ist die entstandene Steuer vor Ort zu zahlen", so das Hauptzollamt. Finden die Beamten bei einer Kontrolle größere Kraftstoffmengen und die Energiesteuer werde damit in erheblichem Umfang verkürzt, könne auch ein Steuerstrafverfahren eingeleitet werden. Ab wann eine Kraftstoffmenge "größer" ist, wurde nicht mitgeteilt. 

Am Mittwochnachmittag war ein Liter E10-Benzin an Greifswalder Tankstellen laut Preisvergleichsportal www.tankstellenpreise.de zwischen 1,90 Euro und 1,95 Euro zu bekommen. Eine Swinemünder Tankstelle lag laut dem Portal www.mehr-tanken.de bei 1,43 Euro für den Liter E10.

Am Wochenende ging der Treibstoff aus

Am vergangenen Wochenende waren die Preisunterschiede ähnlich groß gewesen. Der Tanktourismus von der deutschen Seite sorgte für Probleme beim Treibstoffnachschub. "Es geht nicht darum, dass Benzin teuer ist, sondern darum, dass es keins mehr gibt", sagte die Stadtpräsidentin (Bürgermeisterin) von Swinoujscie (Swinemünde), Joanna Agatowska, auf Anfrage. Am vergangenen Sonntag hätten einige Tankstellen in der Stadt schließen müssen. Benzin sei auf polnischer Seite durchschnittlich zwei Zloty (47 Cent) günstiger gewesen. Swinoujscie erhalte seine Treibstoffe mit Tankern, deshalb habe es am Wochenende keine Nachlieferungen gegeben, sagte Agatowska.

Appell an Tankstellenbetreiber

Sie appellierte an Tankstellenbetreiber, den deutschen Kunden nur eine Tankladung plus 20 Liter im Kanister zu verkaufen. "Wir müssen vor allem unseren Einwohnern und den städtischen Unternehmen, die ihre Aufgaben sicher und ohne Unterbrechung erfüllen müssen, einen ununterbrochenen Zugang zu Kraftstoffen gewährleisten", sagte Agatowska.

Die Kraftstoffpreise sind wegen des Iran-Kriegs auch in Polen gestiegen, wobei die Großhandelspreise am Mittwoch wieder leicht sanken. Die Versorgung sei stabil, das Land habe genügend große Vorräte und könne weiteres Öl importieren, teilte die Regierung in Warschau der Nachrichtenagentur PAP zufolge mit.

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