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Globale Lösung: E-Fuels als Leitgedanke

„Klimaschutz könnte man tanken“ lautet der Wahlspruch. Die Infotour wollte ihren Teil dazu beitragen, dass aus „könnte“ ein „kann“ wird.
© Foto: Holger Bernert

Die E-Fuels Infotour (Sprit+ berichtete) machte auch Station in Korbach. Dort informierten Lorenz Kiene und sein Team von der Lühmann Gruppe über den strombasierten synthetischen Kraftstoff.

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Gastgeber Tomas Grebe vom Korbacher Nordring Tankzentrum ist sich sicher: „Wir Tankstellenbetreiber sind nicht das Problem. Wir sind vielmehr ein Teil der Lösung. Bereits beim Tanken beginnt der zukünfige Klimaschutz. Ich sehe die Entwicklung der Elektromobilität eher kritisch. Die meisten Menschen werden sich die teuren E-Fahrzeuge nicht leisten können. Daher benötigen wir nachhaltige und vor allem sofort umsetzbare Alternativen, um zukünfig gänzlich auf fossile Krafstoffe verzichten zu können. Und das ist unser Antrieb.“ In seinem Impulsvortrag machte Lorenz Kiene deutlich, dass man im Bereich der schnellen und vor allem effektiven Senkung der Treibhausgasemissionen im Mobilitätssektor eine globale Lösung braucht. „Immer mehr Menschen auf der Welt benötigen immer mehr Energie“, bringt es der Geschäfsführer von Christian Lühmann aus Hoya auf den Punkt. „Derzeit gibt es weltweit etwa 1,3 Milliarden Fahrzeuge. Der Hunger nach Mobilität ist ungebrochen. Dies stellt uns vor enorme Energieprobleme. Dafür haben wir die Lösung.“ E-Fuels könnten als synthetischer Kraftstoff effektiv dazu beitragen, dass Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden könnte. Ein sehr ambitioniertes Ziel, das nach Meinung von Experten allein durch Elektromobilität nicht umsetzbar ist. Daher setzt der Mineralölmittelstand in Deutschland auf den innovativen Krafstof aus dem Labor.

Universelle Kraftstoffe

Bei der Herstellung von E-Fuels wird grüner Strom, der aus Sonnen- und Windenergie stammt, mit Wasser und Kohlendioxid aus der Luft angereichert und als Wasserstoffgemisch für den Transport verfüssigt. „Für einen Liter E-Fuels entnehmen wir 2,9 Kilogramm CO2 aus der Luft“, rechnet Kiene vor. Dabei belaufen sich die reinen Herstellungskosten auf etwa einen Euro pro Liter. Wie hoch der Verkaufspreis an den Tankstellen sein wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Fest steht jedoch, dass der synthetische Krafstof problemlos in allen Verbrennungsmotoren verwendet werden kann. Gleiches gilt auch als Alternative zum Heizöl. Als umweltverträglicher und zugleich CO2-neutraler Kraftstoff sind E-Fuels mehr als eine Brückentechnologie zwischen konventioneller Antriebstechnik und Elektromotoren. „Die Elektromobilität ist sehr stark vom Ausbau der vorhandenen Stromnetze und der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien abhängig“, ist sich Tankstellenbetreiber Grebe sicher. „Der synthetisch produzierte Krafstoff nutzt die bereits vorhandene Infrastruktur unserer Tankstellen und bietet so eine sehr hohe Versorgungssicherheit.“

Globale Lösung

Doch wo soll die riesige Menge an grünem Strom herkommen? Deutschlands alternative Energielandschaft kann das alleine nicht stemmen. Die dichte Besiedelung gibt nur wenig Platz für Windräder her. Und die verhältnismäßig geringe Anzahl an Sonnenstunden reicht für eine angemessene Stromerzeugung längst nicht aus. Um die Klimaziele tatsächlich erreichen zu können, muss grüner Strom also importiert werden. Allerdings führen lange Transportwege zu deutlichen Leistungsverlusten. Kiene: „E-Fuels können dort produziert werden, wo genügend Windund Sonnenenergie zur Verfügung stehen. Das ist vor allem für Schwellenländer interessant.“ Nach vorsichtigen Schätzungen können bis zu 800.000 neue Arbeitsplätze rund um die Produktion synthetischer Krafstofe entstehen. In Deutschland hat Chemieanlagenbau Chemnitz (CAC) die Nase vorne, wenn es um die Produktion von E-Fuels geht. Das sächsische Unternehmen hat einen marktreifen Prozess zur Erzeugung von CO2-neutralem Krafstoff entwickelt – ganz ohne fossile Brennstoffe. Um entsprechende Anlagen im großindustriellen Maßstab bauen zu können, bedarf es noch des politischen Willens. „Wir hatten die Idee zu dieser Infotour im Sommer“, sagt Dirk Greife, Mitglied der Geschäftsführung von Classic Tankstellen. Die Mineralölgesellschaft betreibt bundesweit 160 Tankstellen. „Pandemiebedingt mussten wir schnell handeln. Für uns sind E-Fuels kein reines Markenthema, sondern ein Leitgedanke für den gesamten Mittelstand. Daher haben wir mit Unterstützung des Bundesverbandes Freier Tankstellen (bf) und der Uniti 20 Tankstellen in Deutschland ausgesucht, die wir im Rahmen der Roadshow zwischen dem 23. August und dem 7. September zwischen Bredstedt im hohen Norden und München im Süden besucht haben. Das Finale war in Berlin.“ Insgesamt hat das fünfköpfige Team während der Infotour 3.000 Kilometer zurückgelegt. Der BMW Mini wurde für die Strecke mit E-Fuels betankt. „Für uns war die Deutschlandrundreise ein voller Erfolg“, resümiert Greife von Classic. „Wir konnten vor Ort zu E-Fuels informieren und sehr interessierte Multiplikatoren aus Mittelstand, Wirtschaf und Politik finden.“ (hb)

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