Die Deutsche BP mit ihrer Tankstellenmarke Aral blickt auf ein gutes Geschäftsjahr 2008 zurück. "Wir haben in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und angesichts der weltweiten Finanzkrise ein respektables Ergebnis erzielt", sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Franke bei der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf am Dienstag dieser Woche. Mit der sehr geringen Marge zeigt sich Tankstellen-Chef Stefan Brok unzufrieden: „Wir erzielen im Schnitt etwa 1 Cent Ertrag je Liter verkauften Kraftstoff. Davon gehen dann noch die Investitionen weg.“ Verantwortlich dafür macht er den harten und intensiven Preiswettbewerb in Deutschland – und die Politik: Ohne die extrem hohe Besteuerung läge der Kraftstoffpreis in Deutschland im unteren Drittel in Europa. Auf ebenfalls etwa 1 Cent je Liter Kraftstoffabgabe schätzt Brok die Kosten für das Kundenbindungsprogramm Payback-Karte. Rund 1,6 Millionen Kunden zahlen mittlerweile mit der Karte. Ohne dieses Rabattprogramm würde die Marke also ungefähr den doppelten Ertrag erzielen. Und auch die Tankstellenbetreiber würden mehr verdienen, bezahlen sie das Kundenbindungsprogramm doch mit. Das Aral Tankstellennetz war Ende 2008 mit 2.429 Tankstellen inklusive 104 Autobahntankstellen nach wie vor das größte in Deutschland. Netto ist das Netz damit um 52 Stationen dichter geworden. Im 1. Quartal 2009 nahm die Anzahl der Aral Tankstellen weiter zu: Im Rahmen neuer Markenverträge mit mittelständischen Tankstellenunternehmen wurden 61 Tankstellen auf Aral umgestellt. Weitere 13 Tankstellen sollen im Laufe des Jahres folgen. Aktuell umfasst das Aral Tankstellennetz 2.490 Stationen inklusive 105 Autobahnstationen. Ein weiteres Wachsen des Tankstellennetzes sieht BP-Deutschland-Chef Franke eher skeptisch: „Obwohl das Bundeskartellamt gerade bescheinigt hat, dass die fünf großen Mineralölgesellschaften ihre Preise nicht absprechen und es eine hohe Preistransparenz in Deutschland gibt, hat es jetzt die Übernahme der ostdeutschen OMV-Tankstellen durch Total abgelehnt. Es sieht so aus, als sollten die „Big Five“ (Aral, Shell, Esso, Jet, Total) auf absehbare Zeit in Deutschland wohl kaum noch Tankstellen übernehmen können“, sagte Franke. Der BP-Chef sieht daher die Anzahl an Stationen im Land über alle Marken hinweg als „relativ stabil“ an. Bestätigt wurden auf der Jahrespressekonferenz die Umzugspläne einiger Verwaltungs- und Serviceabteilungen von Bochum nach Budapest. Dies betreffe allerdings nicht nur die Deutschlandzentrale in Bochum sondern die rund 90 Konzernstandorte in Europa mit Service-Einheiten. Geplant ist, einige dieser Funktionen ab Mitte dieses Jahres in die ungarische Hauptstadt zu verlegen. In Deutschland sind davon rund 290 Arbeitsplätze betroffen, die ab Mitte des kommenden Jahres nach Budapest verlegt werden sollen. Weitere etwa 30 Arbeitsplätze in Bochum entfallen in Folge der Verlagerung. Dies soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Auch werde der Hauptsitz von Aral Deutschland mit der Pricing-Abteilung in Bochum bleiben.
Aral meistert 2008 gut: Konzernchef Franke: Kartellamt verhindert Stationsübernahmen
Die deutsche BP hat nach Angaben des Konzernchefs im Jahr 2008 „ein respektables Ergebnis“ erzielt.