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Me energy: Unabhängig vom Stromnetz laden

me energy
Der Rapid Charger braucht nicht viel Platz.
© Foto: Markus Lieder

Um die Versorgung von E-Autos sicherzustellen, hat me energy eine Ladestation ohne Stromanschluss entwickelt. Die kann auch für Tankstellen interessant sein.


Datum:
05.02.2024
Autor:
Holger Bernert
Lesezeit:
3 min
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Obwohl die rund 1,3 Millionen angemeldeten E-Autos derzeit nur rund 2,6 Prozent des Gesamtfahrzeugbestands in Deutschland ausmachen, bleibt der Auf- und Ausbau von Ladeinfrastruktur eines der wichtigen Themen der angestrebten Energiewende. Ein milliardenschwerer Markt. Und so steigt auch der Bedarf an innovativen Ladelösungen.

Der Rapid Charger

Als erster Anbieter und Betreiber von stromnetzunabhängigen Schnellladestationen hat das in Brandenburg ansässige Unternehmen me energy eine Lösung dieses allgegenwärtigen Problems: Der patentierte Rapid Charger 150 ist eine mobile Schnellladestation. Seine Power generiert der Charger aus Bioethanol, er arbeitet damit CO2-neutral. Ein halber Liter Bioethanol soll reichen, um eine Kilowattstunde des CO2-neutralen Stroms zu erzeugen. Er funktioniert damit völlig unabhängig vom Stromnetz. Der von zwei Verbrennungsmotoren angetriebene Generator liefert bei Bedarf Strom und lädt E-Fahrzeuge in 15 Minuten für maximal 200 Kilometer auf. Die genaue Reichweite ist abhängig vom Energiebedarf und der Ladeleistung des Fahrzeugs. Mit einem vollen Energiespeicher liefert der Rapid Charger laut me energy 4.000 kWh Ladestrom, der 60 bis 140 Ladevorgängen entspricht.

Kein Limit, keine Kosten

Derzeit befindet sich das 2019 gegründete Brandenburger Unternehmen in der Pilotphase mit einer mittelständischen Tankstellenmarke. An ausgewählten Standorten soll eine Schnellladeinfrastruktur etabliert werden – ohne Limitierungen und Ausbaukosten des bestehenden Stromnetzes.

Die Rapid Charger sollen an Orten mit begrenzter Netzkapazität eingesetzt werden, die dennoch ein hohes Potenzial für den Absatz von Ladestrom haben. Die Pilotierung beginnt mit einzelnen Standorten, um zu prüfen, wie sich E-Mobilität im Umfeld mittelständischer Tankstellenbetreiber sinnvoll aufbauen lässt und welche Skalierungen möglich sind. Um die Elektromobilität für Tankstellenbetreiber und Pächter zugänglicher machen zu können, setzt me energy auf eine ebenso nahtlose wie maßgeschneiderte Integration in bestehende Systeme.

Tankstellenunternehmer haben mit dieser stromnetzunabhängigen Schnellladestation die Möglichkeit, die Ladekapazitäten je nach individuellem Bedarf anzupassen. "Das ist von großem Vorteil, da die Bedarfsszenarien für Ladepunkte in den nächsten Jahren stark variieren können und herkömmliche, netz-gebundene Infrastrukturen oft starr und unflexibel sind", sagt Alexander Sohl, Geschäftsführer und neben Inès Adler Mitbegründer von me energy.

Alexander Sohl
Alexander Sohl, Geschäftsführer und Mitgründer von me energy.
© Foto: Me energy

Das haben Tankstellenbetreiber davon

Aus diesem flexiblen Betriebsmodell ergibt sich für Tankstellenbetreiber ein zentraler Nutzen, der im Rahmen eines Rundum-sorglos-Pakets von der Bereitstellung der Hardware bis zur kompletten Zahlungsabwicklung reicht. Diese Serviceleistungen werden sowohl für Kauf als auch für Miete und Leasing bereitgestellt und beinhalten, dass me energy den kompletten Betrieb der Ladestation als Dienstleistung für den Tankstellenbetreiber übernimmt. Das Angebot umfasst Zahlungsabwicklung, Versicherung, Service-Hotline und die automatisierte, füllstandsbezogene Belieferung mit Energie.

Laut Bundesnetzagentur liegt der Fokus der Förderung auf sogenannten Schnellladepunkten. "Wie soll Deutschland ein resilientes Schnellladenetz aufbauen, wenn bereits bei den Wallboxen der Strom knapp wird?", fragt sich Sohl und hat auch gleich die passende Antwort in Form seines Rapid Charger 150 parat. Dieser Schnelllader könne den benötigten Strom überall erzeugen. Es gebe keine besonderen Anforderungen an den Standort. Auch lange Bewilligungsverfahren und Bauarbeiten fielen weg.

Auch für Tankstellen?

Also auch eine Idee für Tankstellen, die eine Alternative für die Erweiterung der Ladeinfrastruktur schaffen möchten? "Tankstellenbetreiber stehen beim Auf- und Ausbau von geeigneter Ladeinfrastruktur vor vielen Herausforderungen", meint Vertriebsleiter Christian Schwenkenbecher. "Sei es begrenzte Stromnetzkapazität an einzelnen Standorten, hohe Baukosten, lange Planungs- und Genehmigungsphasen oder schlicht der Wunsch, Ladestationen flexibel handhaben zu können. Unsere Lösung adressiert diese Probleme gezielt, indem sie das schnelle Laden überall dort ermöglicht, wo es netzgebunden technisch, wirtschaftlich oder grundsätzlich nicht möglich ist."

Erklärtes Ziel von me energy ist es laut Schwenkenbecher, "Ladeinfrastruktur so einfach und komfortabel zu gestalten, wie es die Menschen in den letzten Jahrzehnten mit ihren Verbrennerfahrzeugen erlebt haben".

Christian Schwenkenbecher
Christian Schwenkenbecher, Vertriebsleiter me energy.
© Foto: Me energy

Eine deutliche Warnung

Aral, Total und Shell investieren bereits umfassend in die Elektromobilität. Bei vielen mittelständischen Marken und inhabergeführten Tankstellen sorgen Bedenken und Hindernisse für Unsicherheit. Eine Anpassung wird so erschwert. Etablierte Geschäftsmodelle können nicht einfach auf Knopfdruck umgestellt werden. "Die massive Reduktion fossiler Treibhausgasemissionen durch politische Vorgaben verändert unsere Mobilität - weg von Benzin und Diesel als Antriebsenergie, hin zu schnellem, grünem Ladestrom", warnt Schwenkenbecher vor einer Unterschätzung der Elektromobilität. "Das führt dazu, dass sich insbesondere für Tankstellenbetreiber hier neue Chancen und Geschäftsfelder eröffnen. Mittelfristig ist die Weiterentwicklung des ,Tankstellenbetriebs' eine Notwendigkeit und auch ein bekannter Prozess. Schließlich wurde Benzin in den Anfangsjahren der Motorisierung in Apotheken verkauft, bevor sich Tankstellen in vielen Stufen zu dem entwickelt haben, wie wir sie heute kennen."

Um sich zukunftssicher aufstellen zu können, müssen sich Tankstellen anpassen. Schließlich geht es nicht nur um die Installation von Ladestationen. Es müssen Strukturen geschaffen werden, die dem veränderten Mobilitätsverhalten der Autofahrer entsprechen - etwa ein ansprechendes Café, in dem man die Wartezeit gern verbringt.

Bis Ende 2027 soll nach den Vorgaben der Bundesregierung mindestens ein Schnellladepunkt an jeder Tankstelle vorhanden sein. "Für kleinere Tankstellen, die nicht in lange Planungsphasen für den Stromnetzausbau investieren können oder wollen, bietet unser Rapid Charger 150 eine äußerst attraktive Alternative", erläutert Geschäftsführer Sohl.

So hoch sind Kauf- und Leasingpreis

Der Kaufpreis beträgt rund 150.000 Euro. Als flexible Lösung für Tankstellen kann die stromnetzunabhängige Ladestation in der Größe eines Pkw-Stellplatzes mit zwei Schnellladepunkten auch ab 2.200 Euro geleast werden. Die Investitionskosten werden so auf ein Minimum reduziert und die dauerhafte Verfügbarkeit von Schnellladestrom sichergestellt. Tankstellenbetreiber können die Kosten durch den Verkauf von Ladestrom amortisieren - ähnlich wie es heute bereits beim Verkauf von anderen Energieträgern abläuft. Darüber hinaus erzeugt jede geladene Kilowattstunde Strom CO2-Zertifikate, die ebenfalls gehandelt werden können. Der Tankstellenbetreiber kann also an jeder verkauften Kilowattstunde von grünem Schnellladestrom partizipieren. Der Strom kostet je nach Standort und Ladevolumen zwischen 0,29 und 0,44 Euro je kWh. Die Zahlung an der autarken Ladestation kann entweder durch me energy oder gängige Managementsysteme abgewickelt werden.

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