Iran-Krieg: Gaspreis erreicht höchsten Stand seit Februar 2023

03.03.2026 10:49 Uhr | Lesezeit: 2 min
erdgas Bohrinsel
Eine Erdgas-Bohrinsel (Symbolbild).
© Foto: Anita starzycka/Pixabay

Im Großhandel müssen Händler mit kurzfristigem Bedarf noch tiefer in die Tasche greifen. Was steckt hinter dem Preissprung und welche Folgen erwarten Experten für die Wirtschaft?

Der Preis für Erdgas ist an der Börse in Amsterdam wegen des Iran-Krieges auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen. Hauptgrund ist ein fortgesetzter Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar. Der Preis für den Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg am Morgen zeitweise auf 59,44 Euro je Megawattstunde (MWh). Er lag damit etwa 30 Prozent über dem Vortag. Es war der höchste Stand seit Februar 2023.

Wegen langfristiger Beschaffungsstrategien geben die Gasversorger steigende Börsenpreise nicht sofort und nicht in vollem Umfang an die Endkunden weiter. Verbraucher werden damit vor extremen Preissprüngen geschützt. Anlage zum Export von LNG in Katar wurde stillgelegt.

Seit Beginn der Woche sind LNG-Exporte aus Katar gestoppt. Am Montag wurde eine wichtige Anlage zum Export von LNG nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien derzeit fieberhaft nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt. Der Iran hatte auf die Angriffe durch die USA und Israel mit Gegenangriffen reagiert und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt, ein Nadelöhr des weltweiten Energiehandels.

Preisanstieg zu Beginn des Ukraine-Krieges war höher

Seit Beginn der Woche hat sich europäisches Erdgas mittlerweile um mehr als 80 Prozent verteuert. Noch stärker war der Gaspreis zuletzt zum Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren gestiegen. Damals waren die Notierungen an der Börse in Amsterdam zeitweise über 300 Euro je MWh gestiegen.

Für die weitere Entwicklung des Gaspreises und mögliche Folgen des starken Anstiegs auf die konjunkturelle Entwicklung ist nach Einschätzung von Experten die Dauer des Kriegs im Nahen Osten entscheidend. Erst bei einer längeren Dauer wird mit spürbaren Folgen gerechnet. Zuletzt haben die USA widersprüchliche Signale zur möglichen Zeitspanne des Kriegs gesendet.

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