Samstag, 17.08.2019
31.07.2019
   

Serie Nachhaltigkeit

Share Social Business

Eine Flasche Mineralwasser und zwei Riegel von Share bedeuten einen Tag Trinkwasser und zwei Mahlzeiten für Bedürftige.

Gut und gut gesellt sich gern

Wer Produkte von Share, Lemonaid und Viva con agua kauft, unterstützt automatisch Hilfsprojekte. Durch Konsum helfen kann auch für Kunden in Tankstellenshops ein Kaufargument sein.

Konsum macht besonders glücklich, wenn das eigene Geld anderen zugutekommt. Diese Glücksformel vereinen „Do well by doing good“-Produkte in sich. Für jedes verkaufte Stück wird eine bestimmte Summe an ein Hilfsprojekt gespendet. Je mehr Waren über die Theke gehen, desto mehr Geld kommt bei dem wohltätigen Zweck an. Damit leistet dieses Angebot einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft.

Innerhalb des Drei-Säulen-Modells der nachhaltigen Entwicklung werden solche Produkte der sozialen Nachhaltigkeit zugeordnet. Ihr Ziel ist, eine Gesellschaft so zu organisieren, dass sich soziale Spannungen in Grenzen halten und Konflikte nicht eskalieren. Konkret bedeutet das: Grundbedürfnisse sichern und Armut bekämpfen, Ressourcen gerecht verteilen und Chancengleichheit herstellen. „Do well by doing good“-Produkte fördern soziale Nachhaltigkeit sowohl im eigenen Land, durch faire Produktion und die Schaffung von Arbeitsplätzen, als auch global in den Ländern der Hilfsprojekte. Drei Unternehmen, deren Angebot sich für Tankstellenshops eignen, haben wir uns genauer angesehen.

Share

„Mit Share wollen wir es Menschen so einfach wie möglich machen, Gutes zu tun“, fasst Geschäftsführer Sebastian Stricker die Idee hinter dem Unternehmen zusammen. Es sei wichtig, dass eine Gesellschaft zusammenhält und dass jene Leute, die es können, jenen helfen, denen es schlecht geht. Und das geht bei Share wirklich sehr einfach. Für jedes gekaufte Produkt der Berliner Marke erhält nach dem „1+1-Prinzip“ ein Mensch in Not ebenfalls dieses Produkt.

Das bedeutet konkret: Wer eine Flasche Share-Mineralwasser kauft, versorgt einen Tag lang einen Menschen mit Trinkwasser, für einen gekauften Müsliriegel erhält ein anderer eine Mahlzeit und der Kauf der Share-Handseife ermöglicht einem Mensch in Not ein Stück Seife. Jedes Produkt verfügt zudem über einen Track-Code, mit dem man nachverfolgen kann, wo die Hilfe ankommt.

Bei der Wahl der Hilfsprojekte beschränkt sich das Unternehmen nicht auf eine bestimmte Region: „Wir wollen nicht sagen, dass die Not an einem Ort schlimmer ist als an einem anderen“, sagt Stricker. „Armut ist Armut.“ Wichtig seien für Share zwei Aspekte: Es muss Not vorherrschen und sie müssten das Gefühl haben, mit ihren Produkten einen wirklichen Unterschied
machen zu können.

Das Unternehmen besteht seit März 2018 und hat im vergangenen Jahr bereits bei 375.000 Menschen einen Unterschied gemacht. Zusammen mit der Berliner Tafel, der Non-Profit-Organisation Aktion gegen den Hunger und dem UN World Food Programme verteilt Share zum Beispiel Mahlzeiten und Seife für Kleinkinder in Myanmar, Kleidung für Bedürftige in
Berlin oder rettet Lebensmittel in Deutschland. Daneben spielen Brunnenbau und Katastrophenhilfe, etwa nach dem Zyklon Idai im südlichen Afrika, eine Rolle.

Die Produkte gibt es beim Drogeriemarkt DM und Rewe zu kaufen, in Eurowings-Flugzeugen und in 500 Rewe-to-go-Shops bei Aral. Auch der Berliner Mittelständler Sprint hat an einigen Standorten Share-Mineralwasser und -Müsliriegel im Sortiment. „Uns überzeugte der Ansatz des Unternehmens, der auch zu unserem Verständnis eines nachhaltigen Wirtschaftens
passt“, erklärt Geschäftsführer Volker Kretschmer. Allerdings sei der Erfolg trotz prominenter Platzierung und Werbemaßnahmen sehr standortabhängig. Tankstellen, die sich ebenfalls für Share-Produkte interessieren, können zu Stricker und seinem Team unter hello@share.eu Kontakt aufnehmen.

Viva con agua

Allen Menschen weltweit den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen, das ist die Vision, die hinter Viva con agua steht. Dafür sammelt der gemeinnützige Verein Spenden auf möglichst kreative Weise und durch „positiven Aktivismus“, heißt es von Viva con agua. Zum Beispiel sammelt der Verein auf Festivals Pfandbecher, um mit dem Erlös dann Wasserprojekte
im In- und Ausland zu fördern.

Seit 2010 existiert außerdem das Social-Business-Unternehmen Viva con agua Wasser. Es vergibt Lizenzen an Hersteller, die unter der Marke ein soziales Mineralwasser herstellen und verkaufen. Für jede verkaufte Flasche erhält Viva con agua Wasser Lizenzeinnahmen zwischen fünf und elf Cent. Der Jahresgewinn geht zu 40 Prozent an die Viva-con-agua-Stiftung, zu 20 Prozent an den Verein und zu weiteren 40 Prozent an die KG der Investoren, die die Gründung von Viva con agua Wasser ermöglicht haben. Diese Investoren wiederum haben kein Profitinteresse, sondern investieren in weitere soziale Geschäftsmodelle wie Goldeimer, ein Hersteller eines sozialen Klopapiers.

Das Wasser ist in Glas- oder Pet-Flaschen aus recyceltem Plastik als Sprudel-(„laut“) oder stilles („leise“) Wasser erhältlich. Wer es ins Sortiment nehmen möchte, kann Kontakt aufnehmen unter wasser@vivaconagua.com und anschließend auch in der Händlersuche auf der Homepage auftauchen.

Lemonaid und Charitea

Die Gründer des Projekts Lemonaid wollen sozialen Wandel aktiv mitgestalten und trinkend die Welt ein wenig verbessern. Die Limonade Lemonaid und der Tee und Eistee Charitea sind nachhaltig produziert und unterstützen den fairen Handel. Das bedeutet, Bauern aus aller Welt stellen die Rohwaren nachhaltig her und erhalten einen höheren Preis dafür. Die Produkte enthalten nur biologische Zutaten und aus dem Verkauf jeder Flasche fließt ein Betrag von fünf Cent an den Verein Lemonaid & Charitea. Davon unterstützt der Verein Hilfsprojekte in den
Anbaugebieten. Die Erfolge und Bedingungen vor Ort überprüft das Team bei jährlichen Reisen dorthin. Die Getränke gibt es in den Rewe-to-go-Shops bei Aral und seit Juli 2019 auch bei Total zu kaufen.

Neben der sozialen Nachhaltigkeit gibt es die Dimensionen ökologisch und ökonomisch, die wir in den kommenden zwei Teilen unserer Serie „Nachhaltigkeit“ vorstellen werden. Sie stehen miteinander in Wechselwirkung. Nur wenn sie langfristig gleichzeitig und gleichberechtigt umgesetzt werden, ist eine nachhaltige Entwicklung möglich.

(Autorin: Julia Richthammer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 7/2019.)

 

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