Wasserstoff-Pipelinenetz: Aufbau geht voran

03.01.2026 08:00 Uhr | Lesezeit: 3 min
Wasserstoff H2
Für die Wasserstoff-Pipelines werden vor allem bestehende Erdgasleitungen umgestellt.
© Foto: Roman/Pixabay

Der Wasserstoff-Hochlauf in Deutschland läuft weiter zäh. Viele Anlagen für Erzeugung, Speicherung und Verwendung sind noch im Bau. Beim Transport wurde allerdings schon ein erstes Ziel erreicht.

In Deutschland hat 2025 der Aufbau eines überregionalen Wasserstoff-Leitungsnetzes begonnen. "Bis zum Ende des Jahres werden planmäßig die ersten 525 Kilometer Leitungen Kernnetz fertiggestellt sein", berichtete der Branchenverband Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes schreitet voran", sagte ein Sprecher. 

Für die Wasserstoff-Pipelines werden vor allem bestehende Erdgasleitungen umgestellt. Erst kürzlich wurde eine 400 Kilometer lange Leitung von der Ostsee durch Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt fertig. Betreiberin ist das Unternehmen Gascade Gastransport. In Südwestniedersachen stellte das Unternehmen Nowega im März 55 Kilometer Leitungen fertig, ebenfalls vor allem frühere Erdgasleitungen.

Über 9.000 Kilometer Wasserstoff-Pipelines geplant

Den bisherigen Plänen zufolge soll das Wasserstoff-Kernnetz bis 2032 auf 9.040 Kilometer anwachsen und künftig wichtige Wasserstoff-Standorte in allen Bundesländern miteinander verbinden: Häfen, Erzeugungsstandorte und Industriezentren. Die Pläne sehen vor, dass rund 60 Prozent der Leitungskilometer aus umgerüsteten Erdgasleitungen bestehen sollen. Die übrigen 40 Prozent werden neu gebaut. 

Für die ersten 525 Kilometer wurden größtenteils bestehende Leitungen genutzt. 2026 sollen weitere 142 Kilometer hinzukommen. Dafür sollen erneut vor allem frühere Erdgasleitungen verwendet werden. 2027 sehen die bisherigen Planungen die Fertigstellung von 1.521 Kilometern vor.  

Ob die mittelfristigen Ausbaupläne so bleiben, ist noch offen. Die Planung für Projekte, die ab 2028 fertig werden sollen, können sich noch ändern. So kann die Inbetriebnahme von bereits genehmigten Leitungen bis 2037 verschoben werden, falls sie erst später gebraucht werden.

Studie: Kernnetz wichtig für Wasserstoff-Wirtschaft

Bei der Vorlage des Monitoringberichts zur Energiewende hatte das Bundeswirtschaftsministerium Mitte September betont, dass die Umsetzung des Wasserstoff-Kernnetzes "stufenweise und in enger Abstimmung mit Maßnahmen und Entwicklungen auf der Nachfrageseite" erfolgen solle. Zur Bedeutung des Netzes heißt es im Bericht: "Das Wasserstoff-Kernnetz kann eine wichtige Lenkungsfunktion übernehmen und Investitionen in Elektrolyseure, Kraftwerke und Speicher anreizen. Unsicherheiten bei der Netzauslastung bergen aber das Risiko wirtschaftlicher Ineffizienzen." 

Wasserstoff soll im künftigen Wirtschaftssystem neben Strom aus erneuerbaren Quellen eine zentrale Rolle spielen. Als Energieträger soll er in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. In der Industrie soll das Gas etwa bei der Stahlherstellung Kohlenstoff ersetzen und so große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid vermeiden.

Langfristig soll vor allem klimaneutral erzeugter Wasserstoff zum Einsatz kommen, der auch als "grün" bezeichnet wird. Für eine Übergangszeit soll auch "blauer Wasserstoff" eingesetzt werden, der aus Erdgas gewonnen wird. Das dabei anfallende Kohlendioxid wird dauerhaft in der Erdoberfläche gespeichert.

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