"Die Herstellung von Biodiesel und Bioethanol führt nicht zu weltweiter Nahrungsmittelknappheit oder steigenden Lebensmittel- und Landpreisen. Ihre Produktion ist nachhaltig und bringt eine Minderung der Treibhausgasemissionen von mindestens 35 Prozent im Vergleich zu fossilem Kraftstoff", reagiert Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), erbost. Grund für seine Aufregung: Der Deutschen Bioökonomierats, hat am 21. Januar in Berlin eine Studie vorgestellt wurde. In der Untersuchung "Nachhaltige Nutzung der Bioenergie" kritisieren die Autoren, dass der Anbau von Energiepflanzen steige. Auf Kosten der Nahrungsversorgung. "Noch höhere Importe von Agrarrohstoffen für die Bioenergiegewinnung dürfen nicht dazu führen, dass der Welthunger weiter zunimmt. Die Ernährungssicherung muss Vorrang vor dem Ausbau der Bioenergie haben", sagte der Vorsitzende des Bioökonomierats Reinhard F. Hüttl bei der Vorstellung der Studie, die Empfehlungen zur Bioenergie ausspricht. Eine Strategie zur Nutzung der Bioenergie müsse zudem Umwelt- und Klimaschutzaspekte sowie Effizienzsteigerungen und Forschung in verbesserte Technologien stärker betonen, meint Hüttl. Kritisch sieht das Papier die bestehenden Förderinstrumente für die Bioenergie. "Hunger entsteht in erster Linie durch Armut, Krieg und ungerechte Verteilung. Biokraftstoffe für den Hunger verantwortlich zu machen, ist abenteuerlich", wettert Baumann. Es gebe keinen anderen Zweig der landwirtschaftlichen Erzeugung, dessen Nachhaltigkeit so stark gesetzlich geregelt ist wie die Herstellung von Biokraftstoffen, lautet sein Gegenargument. Baumann führt weiter ins Feld: Die deutsche Biokraftstoffindustrie verwende fast ausschließlich in Deutschland und der EU angebaute Agrarrohstoffe, um daraus Biodiesel und Bioethanol zu produzieren. Nicht zuletzt durch die europäische Biokraftstoffproduktion sei es gelungen, den schädlichen Dumpingexport von EU-Überschüssen in Entwicklungsländer zu beenden. Unberücksichtigt bliebe auch der Einsatz von alternativen Rohstoffen wie Altspeisefetten, der nach dem Willen der Bundesregierung sogar besonders gefördert werden soll. Biokraftstoffe sind derzeit die einzige ernsthafte Alternative zu herkömmlichem Diesel und Benzin. Für Wärme und Elektrizität gibt es mehrere erneuerbare Energieträger, die fossile Quellen ersetzen können. "Diese Sonderrolle erkennt der Bioökonomierat in seiner Studie nicht. Er lässt damit eine der wesentlichen Vorteile von Biodiesel und Bioethanol außer Acht“, sagte Baumann. (kak)
Verband: Kritik an Bioenergiestudie
Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB), zerpflückt aktuelle Empfehlungen des Bioökonomierates und setzt sich für die Produktion von Biokraftstoffen ein.