Im echten Leben kümmern sich die Geschwister Roxanne und Daniel Ruscheinsky als Mitglieder der Geschäftsführung um 15 Autohöfe mit Tankstellen, Hotels, Gastronomie und einem Museum. Für die erste Folge der 16. Staffel von "Undercover Boss" konnten sie fünf Tage lang unerkannt im eigenen Unternehmen mitarbeiten. Roxanne unterstützte als Michelle u. a. die Nachtschicht in Shop und Bistro des Autohofs Bad Rappenau, Daniel übernahm als Peter Hausmeister- und Reinigungsarbeiten u. a. im Autohof Lutterberg.
Alltag ohne Filter
Als die Anfrage kam, haben die Geschwister das nach eigenem Bekunden als einmalige Chance erkannt, ihr Unternehmen aus einer Perspektive kennenzulernen, die ihnen sonst verschlossen ist. Undercover konnten sie den Arbeitsalltag ohne Filter erleben und kamen dabei sympathisch und überzeugend rüber. Dass es anstrengend sein werde, hatten sie erwartet, "dass uns die Erfahrung aber auch emotional so mitnehmen würde, damit hatten wir nicht gerechnet".
Besonders beeindruckt hat sie der Teamzusammenhalt an den Autohöfen. Die Mitarbeiter hätten nicht nur ihre Aufgaben abgearbeitet, sondern ständig an ihre Kolleginnen und Kollegen gedacht: die nächste Schicht vorbereitet, Regale aufgefüllt oder sonstige Arbeiten erledigt, damit die anderen einen leichteren Start haben. Dabei gebe es praktisch keine Leerlaufzeiten. "Dieser Zusammenhalt ist keine Selbstverständlichkeit und hat uns sehr beeindruckt, denn die Mitarbeiter unserer Autohofpächter sind das Herz der 24-Autohöfe und die ersten Ansprechpartner für unsere Gäste." Apropos Gäste: "Wir haben gemerkt, dass immer noch nicht jeder den Unterschied zwischen privaten Autohöfen und staatlichen Raststätten kennt." Dabei lohne sich das Abfahren zu Autohöfen, weil Gäste dort viel Geld an der Zapfsäule, im Bistro oder im Reiseshop sparen könnten.
Darauf wurde Augenmerk gelegt
Besonderes Augenmerk haben die Geschwister auf die Arbeitsabläufe gelegt. "Wir haben erkannt, wie wichtig funktionierende Prozesse und zuverlässige Technik für den Arbeitsalltag sind. Digitalisierung ist ein großer Gewinn - aber nur, wenn sie stabil funktioniert. Fallen beispielsweise ein Selbstbedienungsterminal, eine Schranke oder ein Zugangssystem zu den WC-Anlagen aus, entsteht zusätzlicher Aufwand für die Mitarbeitenden und Frust bei den Gästen."
Einige Optimierungen konnten bereits angestoßen werden, etwa die Wegführung und Beschilderung einzelner Standorte. "Darüber hinaus nehmen wir viele kleinere Verbesserungen mit, die den Arbeitsalltag unserer Teams erleichtern sollen."
Besonders den direkten Austausch mit Pächtern und Mitarbeitern vor Ort möchten die Geschwister künftig weiter stärken und deren Erfahrungen noch mehr in Entscheidungen einfließen lassen. Denn eines nehmen die beiden aus dieser Erfahrung ganz gewiss mit: noch mehr Wertschätzung für ihre Mitarbeiter. "Sie sind der Motor unseres Unternehmens. Ihr täglicher Einsatz sorgt dafür, dass Millionen Gäste jedes Jahr zufrieden ihre Reise fortsetzen können und Lkw-Fahrer ein zweites Zuhause während ihrer langen Reisen vorfinden."