Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat für sein jährliches Schwarzbuch 17 Fälle vermeintlicher oder tatsächlicher Steuergeld-Verschwendung aus Nordrhein-Westfalen zusammengetragen. Eine der Fehlentscheidungen betrifft Bielefeld. Ende 2023 habe die Stadt sieben Müllwagen mit Wasserstoffantrieb im Wert von 7,5 Millionen Euro gekauft, gefördert vom Bundesverkehrsministerium mit knapp fünf Millionen Euro. Doch der Förderantrag zum Bau einer Wasserstoff Tankstelle sei abgelehnt worden. Die Folge: Die Müllwagen mussten ein- bis zweimal die Woche zum Tanken ins 35 Kilometer entfernte Rheda-Wiedenbrück fahren. Dann schloss auch diese Tankstelle.
Dabei gebe es eine Wasserstoff-Tankstelle in Bielefeld, jedoch nur für die Stadtbusse. Die Müllfahrzeuge durften dort nicht tanken: Die zu 90 Prozent geförderte Bustankstelle durfte ausschließlich von Bussen genutzt werden. Nach jahrelangen Verhandlungen mit der Landesregierung dürften die Müllwagen nach einer technischen Anpassung nun zwar an der Bustankstelle tanken, allerdings hätten die Stadtwerke dafür Fördermittel zurückzahlen müssen.
Inzwischen habe die Stadt entschieden, die Wasserstoff-Müllwagen mittelfristig durch E-Fahrzeuge zu ersetzen. Dem widersprach die Stadt Bielefeld auf dpa-Anfrage: Die vorhandenen Wasserstofffahrzeuge würden weiterhin eingesetzt. Ein Ersatz durch E-Fahrzeuge sei nicht vorgesehen.