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Station von Avia Tessol: Skihütte auf 300 Metern Höhe

Bruder und Schwester im Hüttenglück: Die neuen Avia-Partner wünschten sich eine Almhütte mit Talblick.
© Foto: Michael Simon

Im schwäbischen Flachland baute Avia Tessol auf Wunsch ihres Neupartners eine Skihütte. Was als Witz begann, macht der Gesellschaft wie den Betreibern Jochen Friz und Gudrun Boschatzke nun richtig Spaß. // Mit Bildergalerie


Datum:
12.05.2017
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Als Jochen Friz hörte, dass er einen Wunsch frei habe, sagte er halbernst gemeint, er wünsche sich eine Skihütte. Nicht etwa auf den Anhöhen rund um das schwäbische Dorf von Berglen bei Stuttgart, sondern direkt in seinem Eigentum, in seiner Tankstelle. Die Rolle des Flaschengeists hatte in diesem Fall die Avia-Gesellschafterin Tessol inne, die das – verständlicherweise – für einen Witz hielt. Doch aus der Auf-keinen-Fall-Haltung wurde schnell eine Warum-eigentlich-nicht-Einstellung und deshalb hat nun jeder Kunde, der den Tankstellenshop betritt, unweigerlich das Gefühl, er habe versehentlich eine Almhütte betreten.

Angefangen hatte alles einige Monate vorher, als die mittelständische MÖG der freien Tankstelle einen Besuch abstattete. Im Köfferchen hatten die Vertreter einen Agenturvertrag und zahlreiche Argumente, weshalb Friz die freie Tankstelle auf Avia umflaggen sollte. Einer der wichtigsten Gründe, warum der Eigentümer und seine Schwester Gudrun Boschatzke ihr gesundes schwäbisches Misstrauen aufgaben und nach langwierigen Verhandlungen letztlich einwilligten, war die Einsicht, dass sich im Shop dringend etwas ändern musste. Der Laden sah immer noch so aus wie bei seiner Eröffnung. Und das war im Jahr 1999 gewesen.

Werkstatt vor Tankstellenshop

Schuld an der Altertümlichkeit war erst einmal das allenfalls mittelmäßige Interesse von Eigentümer Friz, der sich als gelernter KFZ-Meister von Anfang an lieber auf das florierende Werkstattgeschäft konzentrierte. Heute arbeiten in seiner auf BMW spezialisierten Werkstatt fünf Meister und ein Geselle. Die Waschanlage, die als Verlegenheitslösung jahrelang zwei Werkstatthallen notdürftig teilte und für regelmäßigen Stau auf dem Gelände sorgte, und die Tankstelle waren geduldete Geschäftsbereiche, die Friz gerne in die Hände seiner Schwester legte. Immerhin: Die Waschanlage wurde vor vier Jahren in einen Cleanpark von Kärcher 500 Meter von der Tankstelle entfernt ausgelagert.

Eine zweite Schwierigkeit war, dass ein Familienunternehmen einen Umbau nicht so einfach aus der Hüfte stemmt. Deshalb kam das Angebot von Avia gerade recht; zumal, weil es mit einem Geschenk garniert war: Herr Friz, Sie haben einen Wunsch frei. Der Rest ist bekannt, die Bauarbeiten im Oktober 2016 waren schnell erledigt.

Jetzt begrüßt die Kunden bereits draußen ein hölzernes Eingangsportal mit einem metaphorischen „servus!“, ehe die Schiebetüre zur Seite gleitet und den Blick auf ein malerisches Alpenpanorama freigibt. Dieses verleiht dem kompletten Getränkemarkt ein freundliches Gewand. Zur Ländlichkeit passend bietet der Kühlschrank regionale Produkte vom Metzger und die Regale präsentieren Branntweine in hochwertiger Optik, die durch Beleuchtung zusätzlich inszeniert werden. Neben dem Kassenbereich, der am ehesten einer handelsüblichen Tankstelle gleicht, schließt das Bistro an, das das Herzstück des neuen Shops ist.

Gerüstet für jede Jahreszeit

Hier hat Ladeneinrichter Weka urige Holzmöbel aus demselben Holzton verwendet wie die Bretter an der Wand und am Boden. Während das eine Fenster auf den Tankstellen-Forecourt blicken lässt, glaubt man, durch ein zweites auf das Örtchen Berchtesgaden und den Watzmann zu schauen. Damit der Gast zu jeder Jahreszeit einen „authentischen“ Ausblick genießt, kann das von hinten beleuchtete Transparent auch Sommerwiesen, diesige Herbstabende und natürlich Schneelandschaften zeigen.

Einigen Gästen gefällt es auf der Skihütte im hügeligen, aber nicht bergigen Berglen schon richtig gut: „Seit Fertigstellung im Oktober haben einige Kunden hier ihren sonntäglichen Stammtisch hinverlegt“, erzählt Friz. Das Kaffeekonzept von Segafredo kommt beispielsweise deutlich besser an als der Kaffeeautomat mit Münzeinwurf. Statt lediglich Bockwürsten bietet der Shop nun auch zeitgemäße belegte Brötchen und Backwaren an. Der Erfolg lasse sich auch an Zahlen festmachen, fügt seine ältere Schwester Boschatzke hinzu: „Das Shopgeschäft hat seit Oktober um das Doppelte zugelegt.“

Anstieg beim Kraftstoffabsatz

Doch nicht nur der Shop trägt ungeahnte Früchte, auch beim Kraftstoffabsatz profitieren Friz und Boschatzke von den Avia-Tankkartenkunden. Viele Menschen aus dem rund 10.000 Einwohner starken Einzugsgebiet – die Station ist die einzige auf dem Dorf – sind bei großen regionalen Arbeitgebern wie Bosch, Stihl und Kärcher angestellt und tanken ihre Firmenwagen jetzt in Berglen. Das habe den Absatz um 50 Prozent nach oben getrieben.

Im Zuge der Umrüstung hat Avia Tessol auch die Zapfsäulen erneuert und mit sprechenden Multimediadisplays ausgestattet. Die erste Begrüßung mit dem Hinweis, welche Kraftstoffsorte man gerade tanke, habe so manchen Kunden kräftig erschrocken, erzählt Boschatzke lachend. Immerhin habe es seither keinen Falschtanker mehr gegeben. Auf den Bildschirmen werden unter anderem Autowäschen oder die Avia-Tankkarte beworben.

Das Projekt Skihütte, versichern beide Parteien, ist eine gute Sache: Avia stellt unter Beweis, dass es ihr ernst ist, der Landbevölkerung als Nahversorger ein treuer Partner zu sein und dort präsent zu bleiben, wo andere MÖG ihre Zelte abbauen. Und Friz hat nun ein einladendes Bistro mit den Alpen direkt vor der Haustür. „Ich bin froh, dass wir den Umbau mit Avia zusammen gemacht haben“, bilanziert Friz und fügt mit einem halbernsten Zwinkern an: „Wir sind alleine einfach nicht in die Gänge gekommen.“

(Autor: Michael Simon; der Artikel erscheint in Sprit+ 5.2017.)


Avia Tessol Skihütte

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