Klimaneutral: Finnland hat Strom für 100 E-Fuel-Anlagen

03.02.2026 14:50 Uhr | Lesezeit: 3 min
Finnlands Kapazitäten für den Aufbau von bis zu 100 E-Fuel-Produktionsanlagen spielen eine entscheidende Rolle für die EU-Klimaziele in Sektoren wie Luft- und Schifffahrt.
Finnlands Kapazitäten für den Aufbau von bis zu 100 E-Fuel-Produktionsanlagen spielen eine entscheidende Rolle für die EU-Klimaziele in Sektoren wie Luft- und Schifffahrt.
© Foto: Business Finland

Finnland baut Produktion von synthetischen Kraftstoffen massiv aus. Bereits heute bietet das Land die Kapazitäten für den Aufbau von bis zu 100 E-Fuel-Produktionsanlagen. Diese Entwicklung kann helfen, Klimaziele der EU zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Finnland stellt derzeit die Weichen, um die Produktion von synthetischen Kraftstoffen massiv auszubauen. Mit einer schnell wachsenden Infrastruktur für erneuerbare Energien und günstigen Strompreisen bietet Finnland bereits heute die Kapazitäten für den Aufbau von bis zu 100 E-Fuel-Produktionsanlagen. Diese Entwicklung kann helfen, die anspruchsvollen Klimaziele der EU in Sektoren wie Luft- und Schifffahrt zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

"Die Diskussion über E-Fuels ist heute stark geprägt von der Frage nach Kosten, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit grüner Energie. Genau hier liegt Finnlands Stärke", erklärt Juha Peltomäki, Head of Industry, Bio & Circular bei Business Finland. "Die hohe Kapazität an sauberer und kostengünstiger Energie macht Finnland zu einem der attraktivsten Standorte für die E-Fuel-Produktion weltweit. Wir schaffen die Grundlage für eine industrielle Herstellung synthetischer Kraftstoffe in einem Maßstab, den Europa dringend benötigt, um seine Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern."

Das Fundament dieser Strategie ist eine geplante Steigerung der CO2-neutralen Stromerzeugung um 70 Prozent bis 2030 auf dann 140 Terawattstunden (TWh). Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien – die Onshore-Windkraft-Planung beläuft sich auf mehr als 60.000 Megawatt Peak (MWp) und die Solarenergie auf mehr als 26.000 MWp – verfügt Finnland über weitere Standortvorteile. Die Strompreise gehören zu den niedrigsten in Europa, was die energieintensive Herstellung von E-Fuels wirtschaftlich attraktiv macht. Zudem verfügt das Land über reichlich biogenes CO2 aus Nebenströmen seiner nachhaltig bewirtschafteten Forstindustrie, das als Rohstoff für die Synthese von E-Fuels dienen kann. Peltomäki stellt klar: "Für die E-Fuel-Produktion wird kein einziger Baum zusätzlich gefällt. Wir nutzen ausschließlich Nebenströme, die ohnehin anfallen. Unser Modell basiert auf einer intelligenten Kreislaufwirtschaft, nicht auf der Ausbeutung von Ressourcen."

Planungssicherheit

Die EU-Verordnungen ReFuelEU Aviation und FuelEU Maritime schaffen einen verlässlichen Rechtsrahmen und eine steigende Nachfrage. Sie sehen eine schrittweise Erhöhung des Anteils nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) und eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Seeverkehr vor. Bis 2050 soll der Anteil an synthetischen Kraftstoffen in der Luftfahrt beispielsweise 35 Prozent betragen. Das gibt Unternehmen die notwendige Planungssicherheit, um in neue Technologien und Produktionsanlagen zu investieren.

Zahlreiche Ankündigungen von internationalen Unternehmen unterstreichen das Vertrauen in den finnischen Standort. Projekte von Unternehmen wie Norsk E-Fuel, Verso Energy, Liquid Wind, TES und CPC Finland befinden sich in der Planung und zielen auf die Produktion von E-Kerosin, E-Methanol und E-Methan ab. Die enge Zusammenarbeit zwischen finnischen Forschungseinrichtungen wie dem VTT und internationalen Technologieführern wie dem deutschen Unternehmen Ineratec beschleunigt die Entwicklung und Implementierung neuer Verfahren.

Klare E-Fuel-Ziele für den Straßenverkehr

Als eines der ersten Länder in der EU hat die finnische Regierung ein verbindliches Ziel für erneuerbare Kraftstoffe nicht-biogenen Ursprungs (RFNBO) festgelegt: Bis 2030 müssen vier Prozent der an Tankstellen abgegebenen Kraftstoffe aus dieser Quelle stammen. Der pragmatische Ansatz zielt nicht nur auf die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs ab, sondern schafft auch einen stabilen Heimatmarkt. Finnland meint es mit dem Aufbau einer umfassenden E-Fuel-Wirtschaft ernst.

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