Konsumforscher glauben, dass angesichts der hohen Spritpreise sich so mancher Bürger um höhere Lebenshaltungskosten sorgt. "Viele Verbraucher verbinden einen Energiepreisanstieg gleich mit einem generellen Preisanstieg", sagte Rolf Bürkl vom Marktforschungsunternehmen GfK der Nachrichtenagentur dpa. "Wenn jetzt die Transportkosten steigen, zum Beispiel für die Anlieferung von Lebensmitteln, dann kann das eine gewisse Spirale in Gang setzen", legte Bürkl dar.
Doch nicht nur die Entwicklung beim Rohöl treibe die Inflation an, erläuterte Bürkl: "Der Anstieg der Rohstoffpreise generell wirkt sich natürlich mit einer entsprechenden Verzögerung auf die Preisentwicklung der daraus hergestellten Produkte aus - vorausgesetzt, die Industrie und der Handel haben dann auch die Macht, diese Preisentwicklung durchzusetzen."
In der Vergangenheit sei dies dem Handel wegen der Konsumschwäche in Deutschland viele Jahre lang nicht gelungen. Inzwischen sei die Situation jedoch eine andere, betonte Bürkl. "Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage, der relativ guten Einkommensentwicklung und auch der zu erwartenden Einkommensentwicklung - wir hatten jetzt ja schon erste Tarifabschlüsse - ist der Spielraum etwas größer geworden, um Preiserhöhungen durchzusetzen", schätzt der Experte ein.
Dass die Lebenshaltungskosten steigen werden, ist laut Bürkl unter Experten unumstritten. "Die Frage ist jetzt nur noch, wann es passiert", sagt der GfK-Mann. Viele gingen davon aus, dass es in etwa drei Jahren zu einem generellen Preisanstieg kommen werde. Davon würde auch so mancher Schuldenstaat profitieren. Es gebe die "Verlockung, Verschuldung über eine leichte Inflationierung abzubauen", sagte Bürkl mit Blick auf die Haushaltspolitik der USA oder entsprechende Bestrebungen Großbritanniens. (dpa/kak)