Nach dem Willen der Bundesregierung sollen deutsche Tankstellen künftig nicht mehr die Preise für von ihnen verkaufte Kraftstoffe frei festlegen dürfen. Vielmehr soll nur eine Preiserhöhung pro Tag zu einer festgelegten Uhrzeit vorgenommen werden können, Preissenkungen sollen unreglementiert bleiben. Damit möchte die Koalition dem sogenannten Österreichischen Modell folgen. Die Maßnahme wurde in der Alpenrepublik in 2011 eingeführt, um die Preistransparenz für Verbraucher zu erhöhen und die Häufigkeit von Preisschwankungen zu begrenzen. Uniti-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn sieht die Pläne kritisch: "Solche staatlichen Eingriffe in den Markt sind dem freien Wettbewerb abträglich, daher lehnen wir sie grundsätzlich ab. Die Festlegung des Verkaufspreises einer Ware sollte nach betriebswirtschaftlichen Erwägungen erfolgen und der Entscheidungsfreiheit des Unternehmers unterliegen."
Es ist fraglich, ob das Österreichische Modell zu niedrigeren Kraftstoffpreisen führt
Ein hohes Maß an Preistransparenz für die Tankstellenkunden ist durch die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gegeben, deren Daten über verschiedene Kanäle für jedermann und in Echtzeit abrufbar sind. Ob eine gesetzliche Begrenzung der Häufigkeit von Preisschwankungen zu niedrigeren Kraftstoffpreisen an den Tankstellen führen wird, bewertet Uniti als fraglich. Der Abschlussbericht des Bundeskartellamts zur "Sektoruntersuchung Raffinerien und Kraftstoffhandel" hat 2025 keine eindeutige Einschätzung geliefert, ob das Österreichische Modell zu Preissenkungen führt oder nicht.