Kartellamtsstrafe: 60-Millonnen-Euro-Buße für Süßwarenfirmen

31.01.2013 19:03 Uhr
Saubere Fertigung, getrickster Verkauf: Schokoladenhersteller sollen in Deutschland über Jahre Preise abgesprochen haben.
Saubere Fertigung, getrickster Verkauf: Schokoladenhersteller sollen in Deutschland über Jahre Preise abgesprochen haben.
© Foto: Jens Schlueter/ddp

Das Bundeskartellamt startet vor fünf Jahren seine Ermittlungen in der Süßwarenbranche. Nun hat es das Verfahren beendet und Strafen verhängt. Ritter will sich wehren.

Wegen verbotener Preisabsprachen für Schokolade müssen elf Süßwarenhersteller insgesamt rund 60 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Das teilte das Bundeskartellamt am 31. Januar nach Abschluss eines seit Jahren laufenden Verfahrens mit. Ein Kronzeugenantrag der Mars GmbH im niederrheinischen Viersen hatte die Ermittlungen des Kartellamtes mit branchenweiten Durchsuchungen 2008 ausgelöst. Die Ermittlungen betrafen führende Schokoladenunternehmen und den Fruchtgummihersteller Haribo. Hintergrund waren Preiserhöhungen für die Schokoladenrohstoffe Milch und Kakao 2007, berichtete die Behörde. Manager der Firmen hätten danach telefonisch vereinbart, wie man die höheren Kosten an die Verbraucher weiterreichen wolle. Außerdem gab es seit 2004 einen verbotenen Austausch vertraulicher Firmeninformationen - etwa bei Verbandssitzungen der Süßwarenhersteller.

Der Schokoladenhersteller Ritter ("Ritter Sport") wehrt sich gegen eine Kartellbuße in Millionenhöhe, die ihn das Kartellamt wegen unerlaubter Preisabsprachen aufgebrummt hat. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Waldenbuch hatte die Bußgeldbescheide über insgesamt 7,5 Millionen Euro nach eigenen Angaben am 31. Januar erhalten. Der Schokoladenproduzent kündigte an, gegen die Bescheide Einspruch einzulegen und wies die Vorwürfe "entschieden zurück". (dpa/kak)

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