Der Fernsehsender n-tv berichtet auf seiner Website, dass US-Chemiker eine ungewöhnliche Quelle für Biodiesel erschlossen haben: Alligatorenfett. Jedes Jahr entsorge die Fleischindustrie in den USA rund 6.800 Tonnen des Echsenfettes auf Deponien oder anderweitig im Müll, berichtet die Gruppe um Rakesh Bajpai von der Universität von Louisiana in Lafayette im Fachblatt "Industrial & Engineering Chemistry Research". Die Chemiker wollten wissen, ob sich dieser Abfall nicht sinnvoll nutzen lässt.
Die Forscher entzogen dem Fett im Labor die Öle und gewannen daraus Biodiesel. Tatsächlich lasse sich dies mit geringem Aufwand umsetzen, berichten die Wissenschaftler. Der Alligator-Kraftstoff gleiche in seiner Zusammensetzung Biosprit aus Sojabohnen und erfülle nahezu alle offiziellen Kriterien für hochwertigen Biodiesel. Das Echsenfett eigne sich besser zur Biodieselproduktion als Öle aus manch anderen Tierarten. Aus dem entsorgten Alligatorfett ließen sich jährlich immerhin rund 4,6 Millionen Liter Biodiesel gewinnen, hat Bajpai errechnet.
Hintergrund ist die Suche nach alternativen Quellen für Biosprit. Im Jahr 2008 seien in den USA rund 2,6 Milliarden Liter Biodiesel gewonnen worden, das meiste davon aus Sojabohnen, betonen die Chemiker. Der steigende Bedarf treibe die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Als Alternative zu Energiepflanzen haben Forscher unter anderem schon verbrauchtes Friteusenfett und Abwasser ausgemacht. (dpa/ntv.de/kak)