E10-Stopp: Wer ist schuld?

04.03.2011 08:55 Uhr
Die Grünen zeigen mit dem Finger auf Kanzlerin Merkel, der ADAC hält die Mineralölbranche für die wahren Schuldigen.

Zur Auswahl stehen derzeit Angela Merkel (nominiert von den Grünen) und die Benzinbranche (vom ADAC vorgeschlagen).

Die Einführung von E10 musste vorerst abgebrochen werden. Die Grünen machen für das Debakel die Bundesregierung verantwortlich. "Das hat die Kanzlerin uns eingebrockt", sagte die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Bärbel Höhn, am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Die Kanzlerin habe 2007 in der EU die E10-Norm "durchgedrückt". Höhn plädierte dafür, weiterhin Ethanol dem Benzin beizumischen. Man dürfe aber nicht allein auf E10 setzen, um die EU-Vorgaben zum Klimaschutz zu erfüllen, zumal bei Ethanol das Problem von Mais- oder Weizenmonokulturen in der Landwirtschaft bestehe. "Viel sinnvoller wäre es gewesen, die Pflanzenöle weiter einzuführen." Die Grünen-Politikerin kritisierte zudem die schlechte Information der Autofahrer, die nun verunsichert seien, ob ihr Wagen den Biosprit verträgt. "Auch die Mineralölwirtschaft hätte gemeinsam mit der Politik mehr informieren müssen", sagte Höhn. Der Mineralölbranche wirft der ADAC nicht nur schlechte Informationspolitik vor, der Automobilclub weist sogar die alleinige Schuld den Benzinproduzenten zu. "Für das Chaos bei der Einführung von E10 verantwortlich ist ganz alleine die Mineralölwirtschaft", sagte Maxi Hartung vom ADAC am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Die E10-Hersteller hätten es schlicht versäumt, die Umstellung auf E10 rechtzeitig anzukündigen, Autofahrer aufzuklären und Verunsicherung abzuwenden. "Es kann nicht angehen, dass bei einem Produkt, das neu eingeführt wird, überhaupt keine Informationen vorhanden sind dort, wo das Produkt konsumiert wird, nämlich an der Tankstelle", sagte Hartung. Die Branche hatte bisher auf die Autohersteller verwiesen und gesagt, die Informationspflicht über E10-Verträglichkeit liege dort. Nun soll aber auch verstärkt an den Tankstellen aufgeklärt werden, etwa mit Plakaten oder ausliegenden Broschüren. (dpa/beg)

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