Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw bereits ab dem vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Nun will nun auch Baden-Württemberg nachziehen. Sachsen lehnt eine generelle Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen.
Unterdessen rechnet der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) damit, dass bei weiter sinkenden Wasserständen am Pegel keine durchgehende Schifffahrt mehr auf dem Rhein stattfindet. "Wenn der Pegel Kaub im Laufe der Woche noch weiter runtergehen wird, dann macht gewerbliche Schifffahrt einfach keinen Sinn", sagte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es ist nicht so, dass das jemand sperrt, aber es wird für meine Branche zunehmend risikoreich, in so einem seichten Gewässer überhaupt noch zu fahren." Es bestehe die Gefahr, den Grund zu berühren.
Unternehmen vor allem entlang des Rheins haben zunehmend mit Transportproblemen zu kämpfen. Gefordert sieht sich auch der Mineralölkonzern BP, der die größte deutsche Tankstellenkette Aral betreibt. Wegen des aktuellen Niedrigwassers werde der Transport von Benzin, Diesel, Heizöl und Flugkraftstoff erschwert und die Frachtkosten stiegen an, erklärte ein Konzernsprecher. Man arbeite intensiv daran, die Versorgung der Kunden über verschiedene Verkehrsträger weiterhin sicherzustellen. "An unseren Aral Tankstellen gibt es bislang keine Versorgungsengpässe", betonte er. Man begrüße die angekündigten Lockerungen des Sonntagsfahrverbots.
Der Rhein ist Europas wichtigste Wasserstraße und verbindet wichtige Industriezentren von der Schweiz über Deutschland mit großen Häfen an der Nordsee wie Rotterdam. Zwar werden in Deutschland weniger als zehn Prozent der Fracht auf Binnengewässern transportiert, doch wichtige Rohstoffe wie Erze, Öl, Chemieprodukte und Kohle werden über Flüsse befördert. "Je länger das Niedrigwasser anhält, desto stärker summieren sich Transportengpässe und Mehrkosten, desto erforderlicher werden Produktionsdrosselungen und desto schwerer fällt es später, Produktionsausfälle wieder nachzuholen", heißt es in einer aktuellen Studie der DZ Bank.