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Alternative Kraftstoffe: Begrenzt verfügbare Biokraftstoffe treiben Kraftstoffpreise in die Höhe

„E-Fuels, Elektromobilität und Wasserstoff sind die drei tragenden Säulen der nachhaltigen Mobilität von morgen“, betont Hans Wenck, Geschäftsführer des AFM+E.
© Foto: AFM+E

Biokomponenten in Benzin und Diesel sind rar und teuer. Ihr Mindestanteil im Kraftstoff wird aber in den kommenden Jahren EU-weit per Gesetz kontinuierlich erhöht, um CO2 im Verkehr zu reduzieren. Als Folge ist damit zu rechnen, dass Angebot und Nachfrage weiter aus dem Lot geraten.

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Biokomponenten in Benzin und Diesel leisten einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen. Doch sie sind ein rares und teures Gut. Zusammen mit der Anfang 2022 erhöhten CO2-Abgabe und steigenden Ölpreisen kann das zu teureren Kraftstoffpreisen führen.

Der Mindestanteil sogenannter fortschrittlicher Biokomponenten im Kraftstoff, die beispielsweise aus Abfällen hergestellt werden, wird in den kommenden Jahren EU-weit per Gesetz kontinuierlich erhöht. Neben diversen anderen gesetzlichen Vorgaben sollen auf diese Weise die ambitionierten Vorgaben zur Senkung von CO2 im Verkehr erreicht werden. Als Folge ist damit zu rechnen, dass Angebot und Nachfrage weiter aus dem Lot geraten, da die Produktionskapazitäten insbesondere von fortschrittlichen Biokraftstoffen derzeit sehr begrenzt sind und auch nicht in der benötigten Geschwindigkeit ausgebaut werden können.

„Auf Grund der daraus resultierenden begrenzten Verfügbarkeit kosten diese Komponenten heute bereits mehr als das Vierfache von erdölbasierten Kraftstoffen. Die Preisspirale wird sich durch die steigende Nachfrage in Europa weiter nach oben schrauben“, erwartet Dr. Hans Wenck, Geschäftsführer des AFM+E (Außenhandelsverband für Mineralöl und Energie). Werden die gesetzlich geforderten Beimischungsquoten nicht erreicht, so werden die Kraftstoffe mit Strafabgaben belegt, die sich auf den Tankstellenpreis niederschlagen. Das bedeutet, Kraftstoffe werden teurer, obwohl sie auf Grund der weltweit unzureichenden Verfügbarkeit der fortschrittlichen Biokraftstoffe keinen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie füllen lediglich die Staatskassen und bilden einen fruchtbaren Boden für Spekulationsgeschäfte.

Daher fordert der AFM+E mehr Flexibilität bei der Herstellung von Kraftstoffen. So könnten beispielsweise Biokraftstoffe, die aus Pflanzenölen wie Soja- oder Rapsöl hergestellt werden und heute in großen Mengen zu erschwinglichen Preisen verfügbar sind, eine Entspannung bewirken. Sie könnten sowohl die CO2-Emissionen im Verkehr reduzieren als auch den Anstieg der Kraftstoffpreise bremsen. Die Gesetzgebung sieht allerdings in den kommenden Jahren eine kontinuierliche Verringerung der Beimischungsmengen dieser pflanzenölbasierten Kraftstoffe vor.

„Batteriebetriebene Fahrzeuge werden allein die Verkehrswende nicht schnell genug bewerkstelligen“, ist Wenck überzeugt. Um ihren Beitrag zur Energiewende leisten zu können, fordern die mittelständischen Kraftstoffhändler deshalb, dass der Gesetzgeber – zumindest vorübergehend – eine größere Vielfalt und höhere Anteile von Biokraftstoffen wie pflanzenölbasierten Komponenten zulässt. So ließen sich Lieferengpässe und damit steigende Kraftstoffpreise vermeiden. Zudem würde derart Zeit für den Aufbau von Produktionskapazitäten von fortschrittlichen Biokraftstoffen gewonnen.

Ferner sollten synthetische Kraftstoffe, die mittels erneuerbarer Energien hergestellt werden, endlich auch als nachhaltige Kraftstoffe klassifiziert werden, um Anreize für Investitionen in Produktionsanlagen für diese umweltfreundlichen Kraftstoffe zu schaffen. So könnte beispielsweise in Nordafrika oder Südamerika, wo Solar- und Windenergie im Überschuss zu minimalen Kosten gewonnen werden können, erneuerbare Energie mit Wasser und CO2 aus der Luft in E-Fuels umgewandelt werden. Hergestellt aus regenerativer Energie sind diese flüssigen Kraftstoffe CO2-neutral, sie sind im Gegensatz zu Strom leicht zu transportieren und direkt in
unseren Fahrzeugen und in der vorhandenen Infrastruktur einsetzbar. (red)

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