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E-Zigaretten: BVTE kritisiert Verbotsforderungen

E-Zigaretten: BVTE kritisiert Verbotsforderungen
Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des BVTE (Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse).
© Foto: obs/Deutscher Zigarettenverband/DZV

Gesundheitsminister Manne Lucha fordert eine rechtliche Gleichstellung von E-Zigaretten mit klassischen Tabakzigaretten und hierbei insbesondere ein Verbot aromatisierter Dampfprodukte. Für BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke ist dies eine irreführende Stellungnahme, die Verbraucher verunsichere.


Datum:
30.01.2023
Autor:
Redaktion Sprit+
Lesezeit:
3 min
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Gesundheitsminister Manne Lucha forderte gegenüber der dpa (Deutsche Presse-Agentur) eine rechtliche Gleichstellung von E-Zigaretten mit klassischen Tabakzigaretten und hierbei insbesondere ein Verbot aromatisierter Dampfprodukte. Für Lucha sei es entscheidend, welche Schadstoffe im Körper der Konsumenten ankämen. Die E-Zigarette dürfe keine geringere gesundheitliche Belastung als Tabakprodukte suggerieren.

Der BVTE (Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse) hält dagegen: Der Konsum von E-Zigaretten verursacht eine um 95 Prozent geringere Schadstoffbelastung als das Rauchen und fördert nicht den Einstieg in den Tabakkonsum. Forderungen nach Regulierungsverschärfungen und Verboten für elektronische Zigaretten des baden-württembergischen Gesundheitsministers Lucha entbehren einer wissenschaftlichen Grundlage, so der BVTE. Hauptgeschäftsführer Jan Mücke erklärt: "Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Schadstoffaufnahme beim Dampfen von E-Zigaretten sehr viel geringer als beim Tabakrauchen ist. Der Minister bewirkt mit seinen postfaktischen Aussagen eine Verbraucherverunsicherung mit gesundheitspolitisch kontraproduktiven Folgen."

Das in Baden-Württemberg ansässige Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) äußerte sich hierzu bereits 2020 eindeutig: "Ein vollständiger Umstieg von Tabak- auf E-Zigaretten verringert die Schadstoffbelastung des Konsumenten."* Auch britische Gesundheitsbehörden haben in der Vergangenheit wiederholt festgestellt, dass E-Zigaretten "mindestens 95 Prozent weniger schädlich als Rauchen" seien, und betonen nachdrücklich deren deutlich geringeres Konsumrisiko**.

Wirksamer als Nikotinersatzprodukte

Der Umstieg auf die E-Zigarette ist die in Deutschland am häufigsten genutzte Unterstützungsform für den Rauchstopp und dabei wirksamer als andere Methoden (etwa medizinische Nikotinersatzprodukte). Es häufen sich Forderungen, die E-Zigarette ebenfalls als Hilfsmittel bei der ärztlichen Raucherberatung zu berücksichtigen. Die breite Auswahl an aromatisierten Flüssigkeiten für E-Zigaretten ist für erwachsene Raucherinnen und Raucher ist laut BVTE ein bedeutender Faktor für einen Wechsel zum Dampfen. Nie-Raucher nutzten hingegen nur in den seltensten Fällen regelmäßig elektronische Zigaretten – unabhängig von den verfügbaren Geschmacksrichtungen. Zugleich gebe es – nicht zuletzt angesichts rückläufiger Absatzzahlen bei herkömmlichen Tabakprodukten – keine Anzeichen dafür, dass die zunehmende Verbreitung der E-Zigarette zu einem Anstieg des Tabakkonsums führt.

Mücke kritisierte, dass mit irreführenden Stellungnahmen von politischen Verantwortlichen die Verunsicherung der Verbraucher verstärkt werde: "Anstatt mit falschen Behauptungen und fehlgeleiteten Verbotsforderungen Ängste zu schüren, sollte die E-Zigarette endlich auch in Deutschland als Chance zur Risikominimierung für Raucherinnen und Raucher gefördert werden."

Pauschale Forderungen nach einem europaweiten Verbot von Einweg-E-Zigaretten seien ebenfalls kein Beitrag zu einer sachlichen Diskussion. Auf ökologische Bedenken müsse mit flächendeckenden Rücknahmesystemen reagiert werden, die einzelne Hersteller bereits installiert hätten. Zudem seien von einzelnen Produkten bereits wiederaufladbare Varianten erhältlich. Die Einhaltung des Jugendschutzes müsse auch für Einweg-Produkte konsequent gewährleistet und eine Abgabe an Minderjährige streng sanktioniert werden.

* Deutsches Krebsforschungszentrum: E-Zigaretten und Tabakerhitzer – ein Überblick, Heidelberg, Heidelberg 2020, S. 29
** A. McNeil et al.: Nicotine vaping in England: an evidence update including health risks and perceptions, London, September 2022, S. 1248-1250

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