Samstag, 08.08.2020
04.05.2016
   

Jahresbilanz

Lekkerland

Mit seinen Mehrkammer-LKW versorgt der Shoplieferant auch Tankstellen: Diese sind für Lekkerland die wichtigste Vertriebslinie.

Lekkerland zufrieden mit 2015

Die Lekkerland-Gruppe konnte im vergangenen Jahr Umsatz und Ergebnis steigern. Dabei legten alle drei Sortimentsbereiche Tabakwaren, Food/Non Food und Provisionen auf Electronic Value (e-va) um mindestens vier Prozent zu.

Der Shoplieferant Lekkerland freut sich über eine gute Jahresbilanz: Wie der Vorstand auf der Pressekonferenz in der Frechener Zentrale bekannt gab, stieg der Umsatz der Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf knapp 12.5 Milliarden Euro, der Rohertrag erhöhte sich um 23,8 Millionen auf 595,8 Millionen Euro und das Ebit verbesserte sich um 12,9 Millionen auf 66,5 Millionen Euro. Verantwortlich für die positive Entwicklung macht CEO Michael Hoffmann die Optimierung der Kostenstruktur sowie die Folgen der StrategieConvenience 2020“. Dazu zählen beispielsweise die Storechecks, in deren Rahmen zwischen Januar 2015 und März 2016 rund 980 Stores in Deutschland analysiert und 540 Tankstellen angepasst wurden, um die Profitabilität der Stationen zu erhöhen.

Wachstum in Deutschland

Auch die Zahlen für Deutschland spiegeln das Wachstum wider: Die Erlöse wurden im Vergleich zu 2014 um 3,2 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro erhöht. Dabei sind die Tankstellen mit einem Umsatzwachstum von 3,6 Prozent auf fünf Milliarden Euro die wichtigste Vertriebslinie, gefolgt von den Systemkunden mit 1,6 Milliarden Euro (plus sieben Prozent) und den Regionalkunden mit 1,1 Milliarden Euro (minus 3,1 Prozent). Die Tabakwaren bleiben weiterhin der wichtigste Sortimentsbereich. Er konnte um 3,9 Prozent auf 6,39 Milliarden zulegen. Ein leichtes Minus um 0,4 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro verzeichnete Lekkerland im Segment Food/Non Food, während die Provisionen auf Electronic Value (e-va)/Sonstiges deutlich um 7,1 Prozent auf 71,8 Millionen Euro zulegten.

Zusammenarbeit mit Aral ab 2017 unklar

Insgesamt zeigte sich der Lekkerland-Vorstand zufrieden mit der Entwicklung und sieht sich mit der Strategie „Convenience 2020“ für die Zukunft gut gerüstet, zumal etwa Verträge mit Orlen und Westfalen im vergangenen Jahr verlängert werden konnten. Trotzdem drehte sich ein Großteil der anschließenden Fragerunde um die weitere Zusammenarbeit mit Aral. Vor einigen Wochen gab das Mineralölunternehmen bekannt, bis 2017 rund 200 Tankstellen auf das Shopkonzept Rewe to go umzustellen. Bis 2021 sollen die restlichen 1.000 unternehmenseigenen von insgesamt 2.500 deutschen Aral-Stationen umgerüstet werden. Damit würde Lekkerland einen der wichtigsten Kunden verlieren.

Wie es nach 2017 nach Ablauf des Vertrags weitergehen soll, wird laut Hoffmann aktuell mit der MÖG verhandelt. „Wir arbeiten natürlich mit Nachdruck daran, Aral als Kunden zu behalten und versuchen, alles in die Waagschule zu werfen“, betonte Hoffmann. Er rechne damit, dass es auch nach Ablauf des Vertrags gute Chancen für eine weitere Zusammenarbeit gebe. Natürlich sei aber noch nicht abzusehen, welche Auswirkungen die Entwicklung auf den Umsatz von Lekkerland haben werde. Es gebe noch viele Fragezeichen sowohl bei Lekkerland als auch in Bochum.

Für 2016 rechnet Hoffmann damit, dass Lekkerland sowohl die finanziellen als auch die Sachziele erreichen wird. Er gehe davon aus, dass das Unternehmen einen leichten Anstieg im Umsatz und im Rohertrag erreichen werde und auch in „Ebit und Ebita ein gutes Stück vorankommen“ werde. Das liege auch daran, dass nach Absprache mit dem Betriebsrat einige strukturelle Maßnahmen umgesetzt werden können, wobei aber keine betriebsbedingten Kündigungen geplant sind. „Ich bin durchaus positiv gestimmt, was dieses Geschäftsjahr betrifft“, betonte der Lekkerland-Chef. (ab)

Mehr zur Lekkerland Jahresbilanz lesen Sie in Ausgabe 6 von Sprit+, die am 3. Juni 2016 erscheint.

 

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