Sonntag, 16.01.2022
12.06.2019
   

BFT

Frau mit Lupe schaut auf Statistiken

Branche unter der Lupe: Seit 2014 bietet die Studie einen detaillierten Einblick in die Tankstellenbranche.

Die wichtigsten Ergebnisse aus der Branchenstudie „Tankstellenmarkt 2018“

Der Bundesverband freier Tankstellen (BFT) hat gemeinsam mit der Rating-Agentur Scope die Branchenstudie „Tankstellenmarkt 2018“ veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

Bei der Veröffentlichung der 14. Branchenstudie „Tankstellenmarkt 2018“ Anfang Mai in Hamburg stellten die Partner vom BFT und von der Rating-Agentur Scope drei Punkte in den Vordergrund: Insgesamt werteten die Experten 2018 als ein „erfolgreiches Jahr für den deutschen Tankstellenmarkt“. Während die Brutto­margen in der ersten Jahreshälfte nur leicht zugenommen haben, sind sie im zweiten Halbjahr deutlich in die Höhe gesprungen und haben sich Anfang 2019 „gut eingependelt“.

Konkret lag die Bruttomarge für Diesel in Deutschland im vergangenen Jahr bei 10,99 Cent je Liter, 2017 waren es 9,23 Cent. Einen minimal größeren Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Eurosuper. Hier nennt die Studie für 2018 eine Marge von 12,02 Cent je ­Liter, das sind 1,83 Cent mehr als im Vorjahr. Nach Abzug aller Kosten dürften den Gesellschaften als Kraftstoffmarge bis zu zwei Cent pro Liter übriggeblieben sein, schätzen die Autoren.

Weiterhin niedrig, aber „ausreichend“ sei die Marge der deutschen Tankstellen im europäischen Vergleich. Die Bundesrepublik positionierte sich auf das Gesamtjahr 2018 gesehen im aktuellen Wood-Mackenzie-Vergleich zwischen 16 europäischen Ländern mit Eurosuper auf Platz 12 (2017: Platz 14). Beim Diesel lag Deutschland im Jahresvergleich unverändert auf dem drittletzten Platz. Als Grund für die niedrigen Margen und damit verbunden die hinteren Platzierungen nennt die Studie den starken Wettbewerb auf dem deutschen Tankstellenmarkt sowie den niedrigen Benzinpreis.

Shopqualität als Erfolgsfaktor

Als zweiten wichtigen Punkt führten die Vertreter des BFT und von Scope die Shopqualität an, die ein entscheidender Erfolgsfaktor an Tankstellen bleibt. Hier ist der Umsatz im Laufe der vergangenen Jahre deutlich angestiegen, ein Trend, der sich weiterhin fortsetzen dürfte. Vor diesem Hintergrund zählen laut Studie die Optimierung des Shopgeschäfts und die Weiterentwicklung integrierter Gastronomie- und Servicekonzepte zu den wichtigsten strategischen Herausforderungen der Tankstellen. Dafür können sich Betreiber entweder einem Franchisesystem wie Burger King oder Subway anschließen oder vollständig eigenständige Strategien entwickeln.

Umsatzbringer im Detail

Im Gegensatz zum Shopgeschäft haben Reparaturwerkstätten an Tankstellen in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren. Als Ursache dafür sehen die Autoren die technologischen Veränderungen im Automobilbereich, die spezielle Dia­gnosegeräte erfordern. Folglich steuerten Autoreparatur- und Wartungsleistungen inklusive Wagenpflege und sonstigen Dienstleistungen im vergangenen Jahr nur 3,7 Prozent zum Umsatz einer Markentankstelle bei (2017: 4 Prozent). Dagegen ist der Umsatz im Bereich Autowäsche 2018 um 0,1 Prozent auf 5,6 Prozent gestiegen. Die größten Umsatzbringer an der Tankstelle bleiben Tabak (53,3 Prozent), Getränke (9,8 Prozent) und Telefonkarten (8,6 Prozent).

Punkt drei: Obwohl die Elektromobilität von Seiten der Politik und inzwischen einiger Automobilhersteller stark vorangetrieben wird, greifen die Verbraucher weiter zu Verbrennern statt zu Elektro­autos. Darüber können sich auch die freien Tankstellen freuen: Sie bleiben laut Studie Wettbewerbsfaktor. Im Kraftstoffmarkt, der insgesamt im letzten Jahr wieder ­angestiegen ist, konnten die BFT-Mitglieder sich behaupten beziehungsweise im Dieselgeschäft sogar leichte Zuwächse erzielen. Der Marktanteil der BFT-Mitglieder liegt nach den aktuellen Erhebungen bei knapp über 15 Prozent.

Ziel der jährlich aktualisierten Studie ist es, einen Überblick über den Markt und eine differenzierte Analyse der Chancen, Risiken und Erfolgsfaktoren der Tankstellenunternehmen zu geben. Das soll es Marktteilnehmern, Banken und Versicherungen erleichtern, ein individuelles Unternehmen genauer bewerten zu können. Die gesamte Studie steht auf der Seite des Verbands unter www.bft.de als PDF zum Download zur Verfügung.

(Autorin: Annika Beyer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 6/2019.)

 

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