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Wartezeit vermeiden: Schon jetzt Winterreifen aufziehen

Laut StVO gilt die Winterreifenpflicht bei winterlichen Bedingungen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte.
© Foto: Nokian

Die Nachwirkung des Lockdowns sorgt für eine hohe Auslastung in Werkstätten. A.T.U Reifenexperte Sebastian Scharnagl empfiehlt deshalb, sich zeitig um die Montage der Winterreifen zu kümmern.


Datum:
24.09.2020
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Der Sommer verabschiedet sich für dieses Jahr endgültig und in den Hochlagen wird schon der erste Schnee erwartet. Heißt das, es ist bereits Zeit für Winterreifen? Was muss ich beim Wechsel beachten? Sebastian Scharnagl, Leiter Produktmanagement Reifen & Verschleißteile bei A.T.U., kennt die Antworten.

 

Herr Scharnagl, weshalb sollte man sich vor allem in diesem Jahr rechtzeitig um die Montage der Winterreifen am Auto kümmern?

Im Frühjahr hat der coronabedingte Lockdown viele Fahrer von den Werkstätten ferngehalten. Dadurch wurden auch wichtige Inspektionen oder Reparaturen aufgeschoben. Diese werden nun nachgeholt, was zu einer hohen Auslastung der Werkstätten führt. Um lange Wartezeiten auf einen Termin zu vermeiden, empfehle ich Allen, sich bereits jetzt mit dem Wechsel auf Winterreifen zu befassen.

 

Wann sollte man auf Winterreifen wechseln?

Viele kennen die Faustregel von „O bis O“ – also Winterreifen verwenden von Oktober bis Ostern. Das ist eine Empfehlung, an der man sich orientieren kann. In Deutschland haben wir eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, die Bereifung muss an die Witterungsverhältnisse angepasst werden. Laut StVO gilt die Winterreifenpflicht bei winterlichen Bedingungen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte. Mein Tipp: Sinkt die Temperatur nachts regelmäßig unter 7 Grad Celsius, sollte man nur noch mit Winterreifen fahren. Deren Gummimischung ist an niedrige Temperaturen angepasst und bleibt dementsprechend weich. Das garantiert einen guten Grip und damit einen kurzen Bremsweg.

 

Auf was muss ich beim Kauf achten?

Kennt man sich nicht so gut aus, empfehle ich, für Beratung und Kauf immer eine Werkstatt oder einen qualifizierten Händler aufzusuchen. Man sollte auf alle Fälle darauf achten, dass die neuen Reifen das Alpine-Symbol (Schneeflocke) auf der Flanke haben. Dieses hat das frühere M+S-Symbol abgelöst.

 

Gibt es eine Mindestprofiltiefe, die man beachten muss?

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vor – sowohl bei Sommer- als auch bei Winter- und Allwetterreifen. Unsere Empfehlung liegt aber bei mindestens 4 mm. Das liegt daran, dass vor allem im Winter in kritischen Situationen der Bremsweg mit einer ordentlichen Profiltiefe auf den Reifen deutlich kürzer ausfällt. Ich meine, dass man beim Thema Sicherheit keine Kompromisse eingehen sollte. Die bereits erwähnte Mindestprofiltiefe gilt aber nur für Deutschland. In Österreich sind bei Winterreifen hingegen mindestens 4 mm vorgeschrieben.

 

Wie lang kann man seine eingelagerten Winterreifen denn überhaupt fahren?

Die Lebensdauer von Reifen hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel die Fahrweise, das Modell, die Art der Lagerung und der Luftdruck – um nur einige Faktoren zu nennen. Mein Rat: Reifen sollte man nach rund sechs Jahren austauschen. Denn die Gummimischung härtet nach und nach aus, wodurch der Reifen seine positiven Fahreigenschaften verliert.

 

Immer mehr Autofahrer fragen nach Ganzjahresreifen. Eine sinnvolle Alternative?

Ganzjahresreifen haben heute deutlich bessere Eigenschaften als noch vor einigen Jahren und kommen für manche Nutzerprofile und Regionen durchaus in Betracht. Im Vergleich zu reinen Winter- oder Sommerreifen stellen Allwetterreifen aber immer noch einen Kompromiss dar und können mit den Spezialisten vor allem bei extremen Witterungsbedingungen nicht ganz mithalten. Bei der Entscheidung für den richtigen Reifen ist eine kompetente Beratung durch Fachleute unverzichtbar. (red)

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