Analyse: Bürger arbeiten weniger für Sprit als in früheren Krisen

01.04.2026 17:33 Uhr | Lesezeit: 2 min
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Weil die Einkommen die Spritpreise deutlich überholt haben, können sich Beschäftigte an der Zapfsäule heute mehr leisten als früher.
© Foto: dpa/Robert Michael

Der Iran-Krieg hat die Spritpreise hoch getrieben. Doch bei der Ölkrise 1974 oder zu Beginn des Ukraine-Kriegs mussten Verbraucher länger arbeiten für einen Liter Benzin. Das zeigt eine neue Analyse.

Viele Autofahrer in Deutschland ärgern sich über die stark gestiegenen Spritpreise infolge des Iran-Kriegs. Nach einer Berechnung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) müssen Beschäftigte derzeit im Schnitt vier Minuten und 53 Sekunden für einen Liter Benzin arbeiten – und damit weniger als bei anderen großen Krisen der Vergangenheit.  

Als Grundlage der Berechnung diente der durchschnittliche Nettolohn, der laut IW zuletzt 25,56 Euro pro Stunde betrug, sowie ein Preis von 2,08 Euro für einen Liter Superbenzin. Während der Öl-Krise 1974 waren für einen Liter 6,3 Minuten Arbeit nötig, 2011 und 2012 infolge des Arabischen Frühlings knapp sechs Minuten. Der Ukraine-Krieg trieb den Wert 2022 auf 5,2 Minuten.  

Der Preis für einen Liter Benzin habe sich seit 1960 zwar versiebenfacht, sagte IW-Ökonom Christoph Schröder. "Doch der durchschnittliche Nettolohn ist im selben Zeitraum fast um das Zwanzigfache gestiegen: von 1,29 Euro auf 25,56 Euro pro Stunde." Wer 1960 tanken wollte, habe dafür rund 14 Minuten gearbeitet, fast dreimal so lange wie heute. "Weil die Einkommen die Preise so deutlich überholt haben, können sich Beschäftigte an der Zapfsäule heute mehr leisten als früher." 

Die Arbeitszeit pro Liter ist Schröder zufolge zwar noch weit entfernt von den Spitzenwerten früherer Krisen. "Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen, dürfte sich das allerdings ändern." Bei einem Preis von 2,30 Euro pro Liter Superbenzin müssten Beschäftigte laut IW fünf Minuten und 24 Sekunden arbeiten.

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