Die Mineralölindustrie nutzt nach Ansicht von Verbraucherschützern die allgemeine Verunsicherung der Autofahrer beim umstrittenen Biokraftstoff E10 bewusst für Preiserhöhungen. "Diese Unübersichtlichkeit versucht die Mineralölwirtschaft für sich auszunutzen", sagte der Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Aber die Verantwortung für die Verwirrung habe die Politik, die bei der Einführung von E10 viele Fehler gemacht habe. Krawinkel wies im Zusammenhang mit hohen Spritpreisen auch auf die Rolle hin, die der Staat dabei spiele: "Wir haben natürlich auch nach wie vor eine sehr hohe Steuerquote." Der Benzinmarkt sei ähnlich wie der Strommarkt aufgebaut. "Wir haben ein Oligopol: Verschiedene große Unternehmen beherrschen den Markt", betonte er und fügt hinzu: "Dazu kommt, es sind integrierte Unternehmen - das heißt, sie besitzen die Raffinerien, die Tankstellen und teilweise sitzen sie an den Ölquellen direkt, und da ist es natürlich wirklich sehr schwierig für mehr Wettbewerb zu sorgen." Sein Fazit: "Sowohl das Kartellamt als auch die Autofahrer als Verbraucher beißen sich daran die Zähne aus." (dpa/beg)
Verbraucherschützer: Konzerne nutzen E10-Verwirrung aus
Die Mineralölindustrie nutzt nach Ansicht von Verbraucherschützern die allgemeine Verunsicherung der Autofahrer bei E10 bewusst für Preiserhöhungen. Aber die Verantwortung für die Verwirrung habe die Politik, die bei der Einführung von E10 viele Fehler gemacht habe.