Hannover. Eine Überwachungskamera sollte eigentlich Angestellte und Kunden schützen. Mit dem Datenschutz ist es aber scheinbar nicht weit her: Reporter des NDR haben bei einer Fahrt durch Hannover Bilder und Tonübertragungen kabelloser Überwachungskameras empfangen. Mit preiswerten, handelsüblichen Empfängern können die Kameras theoretisch von Jedermann angezapft werden – ohne dass der Besitzer etwa davon merkt. Die Sicherheitslücke betrifft sogenannte analoge Funkkameras, wie sie auch in Tankstellen zu finden sind. Funkkameras übertragen ihre Daten in Form von Bild und Ton auf einer Funkfrequenz von 2,4 Gigahertz. Diese Frequenz ist frei zugänglich und kann nicht verschlüsselt werden. Es verstößt gegen das Datenschutzgesetz, wenn Dritte die Daten von Überwachungskameras empfangen. „Dass auch Kundengespräche frei empfangbar übertragen werden, ist sogar strafbar", fügt der niedersächsische Datenschutzbeauftragte Michael Knaps auf ZDFheute.de "Das hat die Qualität eines Lauschangriffs durch Privatpersonen." (beg)
Sicherheitslücke: Überwachungskameras: Null Datenschutz
Dritte können problemlos Bilder von Überwachungskameras empfangen