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Serie "Hygiene" (Teil 1): Nicht nur sauber, sondern rein

Sauberes Tankfeld schafft Vertrauen: Wenn der Gesamteindruck ordentlich ist, kaufen die Kunden eher Lebensmittel im Shop ein.
© Foto: Orlen

Die Hygienevorstellungen der Kunden müssen nicht nur sachlich erfüllt, sondern dauerhaft glaubwürdig gelebt werden.


Datum:
01.09.2017
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Es ist noch immer so, dass Tankstellen in den Augen weiter Teile der Bevölkerung nicht die Kompetenz für Lebensmittel haben. Viele Tankkunden greifen nie oder höchstens in der Not im Shop der Mineralölbetriebe zu. Ein erfolgreiches Hygieneversprechen beginnt daher schon auf dem Tankfeld, zugleich einem schwierigen Ort für peinliche Sauberkeit. Besonders viel Schmutz fällt hier durch Kunden und ihre Fahrzeuge an, aber auch durch Passanten und vorbeifließenden Verkehr. Selbst Grünanlagen erfüllen nicht immer den positiven Zweck, sondern schmuddeln durch alte Blätter, Unkraut oder Müll.

Gerade auf dem Vorfeld steht der tankende und potenzielle Shopkunde minutenlang herum und kann Hinweise auf Ordnung und Sauberkeit sammeln – oder eben nicht. Beim Gang durch den Shop bleibt nachher weniger Zeit für einen Eindruck. Nur an der Kasse steht der Kunde wieder einen Moment, bis der Zahlvorgang abgeschlossen ist. Hier ist also der zweite Spot, auf den der Tankstellenbetreiber Wert legen sollte. Und wenn es sich um einen Waschkunden handelt, dann steht dieser besonders lang an der Waschanlage. Die Zufahrt und der Wartebereich des Waschangebots sollten also besonders gepflegt werden.

Geeignete Maßnahmen
Wie wird man nun dem Schmutz im laufenden Geschäft Herr? Eine Grundreinigung in regelmäßigen Abständen ist ein guter Anfang. Dabei streckt man sich auch mal nach den Spinnweben am Dach, und auch die ungeliebten Kaugummis am Boden werden abgespachtelt. Die Grünanlagen erhalten einen Schnitt und statt Unkraut vielleicht einen Bodendecker oder Rindenmulch.

Aber die eigentliche Herausforderung ist der Alltag. Auch an hektischen, oft personell unterbesetzten Tagen muss der Hof sauber sein. Müll soll aufgesammelt werden, Eimer ausleeren reicht nicht. Schmierige Zapfsäulen werden mit Fettlöser gereinigt, trocken abwischen reicht nicht. Die Grünanlage muss abgesammelt werden und so weiter. Es braucht also Überschneidungen im Schichtplan, in denen Luft ist für eine ausführliche Hofrunde. Manche Tankstellen haben einen so großen Hof, dass ein eigener „Mann für’s Grobe“ draußen Ordnung macht. Aber einmal am Tag ist keinmal, und so muss auch für die späteren und die ganz frühen Stunden eine Lösung her.

Wer macht wann was?
Der Schicht- und Aufgabenplan muss also auch die Reinigungsarbeiten klar aufzeigen und zuteilen. Manche Schmuddelecken sind hausgemacht. Da gibt es Dauerwerbeplakate, die ganz ausgeblichen sind, und Klebereste diverser vergangener Werbeaktio­nen, an denen jetzt, wo der Hinweis abgerissen ist, hartnäckig schwarzer Schmutz klebt. Besser vor der nächsten Werbeaktion die Folgen bedenken und rechtzeitig an Austausch- oder Reinigungsmöglichkeiten denken.

Im Shop ist ein schichtbegleitender Putzplan empfehlenswert. Ruhigere Zeiten gibt es in jeder Station irgendwann unter der Woche. Und die müssen genutzt werden, konsequent und dokumentiert. Am besten hat jedes Regal seine Nummer und jede Nummer einen festen Platz im Aufgabenplan. Die Reinigung des Hotspots Kassenzone könnte zu jedem Schichtwechsel gehören: Flächen entstauben, Kartenleser und Displays abwischen ...

Saubere Füße
Für den Shopboden muss eine spezielle Lösung her. Denn bei jedem Wetter tappen Tausende von Schuhen darüber hinweg. Ohne Schmutzfangmatte geht es nicht. Aber ist daran gedacht, dass diese selbst auch gereinigt wird? Sonst hinterlässt schon der erste Schritt in den Laden einen negativen Eindruck. Bei extremem Wetter mit Schneematsch oder viel Regen werden mehrere Schmutzfangmatten im Wechsel benutzt.

Für die Reinigung großer Bodenflächen steht die Entscheidung an, ob von Hand oder maschinell gewischt werden soll. Profiputzgeräte werden in ausreichender Zahl angeboten. Mitarbeiter bevorzugen das Schieben, aber es braucht Platz, das oft große Teil stolpersicher unterzubringen. Übrig bleiben auf jeden Fall die Ecken. Da hilft nur Handarbeit und ein guter Schmutzlöser.

Auch beim Reinigen gilt es, die Sicherheit zu beachten. Eigenmischungen oder Hausmittel sind tabu. Für den Profibereich werden besondere Reiniger entwickelt, dazu gibt es vom Hersteller die Produkt- und Sicherheitsdatenblätter, die am Standort vorgehalten werden müssen. Als Putzlappen eignen sich Einwegtücher, damit es keine Verwechslungen gibt, welches Tuch für welchen Bereich und welches Mittel verwendet wird. Denn die angebotenen Farbkodierungen für Mittel und Tücher sind nicht idiotensicher. Das Aufstellen eines „Vorsicht, Rutschgefahr“-Schildes während und nach Reinigungsarbeiten ist vorbildlich!

Parasitenbekämpfung
Der Mülllagerplatz ist ein Paradies für Ameisen, Fliegen, Mäuse oder Ratten. Doch diese Schädlinge dürfen nicht den Weg ins Shopgebäude finden oder so zahlreich werden, dass sie dem Kunden auf dem Hof ins Auge fallen. Es führt kein Weg an einer Profifirma vorbei, die moderne Fallen aufstellt und den Befall im Rahmen hält. Bewährt haben sich die Verträge, bei denen der Schädlingsbekämpfer turnusmäßig drei- bis viermal pro Jahr und zusätzlich nach Bedarf kommt.

Fazit: Es hängt von Ihrer Planung ab, ob Ihre Station jeden Tag gründlich sauber wirkt. Dann erst bildet sich der bleibende Eindruck von Hygiene bei Ihrem Kunden als Grundlage für künftigen Umsatz.

(Autorin: Uschi Horsten-Schmiedel; Der Artikel erschien in Sprit+ 9/2017.)

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