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Roland-Berger-Studie: Gesundheitspolitische Erfolge durch differenzierte Tabakregulierung

64 Prozent der Deutschen meinen, dass E-Zigaretten genau so schädlich sind wie herkömmliche Zigaretten.
© Foto: Philip Morris

Eine differenzierte Tabakregulierung kann Raucher zum Umstieg auf risikoreduzierte Alternativen zur Zigarette bewegen, ohne diese Produkte für Nichtraucher und Jugendliche attraktiv zu machen. Das zeigt die neue Studie der Unternehmensberatung Roland Berger.


Datum:
06.05.2021
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Sie ist der vierte Teil der Studienreihe "Die Zukunft der Tabakregulierung", die von Philip Morris Deutschland in Auftrag gegeben wurde. Darin werden unterschiedliche Regulierungsansätze der Tabakkontrollpolitik in
Deutschland, Großbritannien, den USA und Australien hinsichtlich ihrer gesundheitspolitischen Chancen und Risiken untersucht. Durchgeführt wurde die Studienreihe von Roland Berger in Zusammenarbeit mit dem Institut für Politikevaluation (IPE).

Seit der Markteinführung von schadstoffreduzierten Alternativen zur Zigarette wie E-Zigaretten und Tabakerhitzern wird der regulatorische Umgang mit diesen Produkten diskutiert. Auf internationaler Ebene besteht eine Vielzahl von unterschiedlichen Regulierungsansätzen zu risikoärmeren Alternativen, die von einem Nutzungsverbot bis hin zu einer strategischen Integration in die Tabakkontrollpolitik reichen. Jedoch zeigt sich im Ländervergleich, dass das gesundheitspolitische Potenzial schadstoffreduzierter Alternativen zur Zigarette genutzt werden kann, ohne dabei bisherige Erfolge der Tabakkontrolle zu gefährden.''

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein differenzierter Regulierungsansatz, wie in  Großbritannien, die größten gesundheitspolitischen Erfolge verspricht. Dieser setzt auf die Transformation des Marktes und des Konsumverhaltens. Damit werden bestehende Raucher eher dazu bewegt, auf risikoreduzierte Innovationen zu wechseln, ohne diese Produkte für Nichtraucher und Jugendliche attraktiv zu machen. Bei diesem Ansatz sind zudem keine Hinweise auf höhere Risiken als beim deutschen Konzept des "Vorsorgeprinzips" zu erkennen, das noch immer nicht zwischen konventionellen und schadstoffreduzierten Produkten differenziert.

In Deutschland zeigt sich zudem ein geringerer Grad an evidenzbasierter Aufklärung. So ist der Anteil der Raucher, die E-Zigaretten entgegen wissenschaftlichen Erkenntnissen für mindestens genauso schädlich wie herkömmliche Zigaretten halten, hierzulande mit 64 Prozent fast dreimal so hoch wie in Großbritannien. Auch ist der Anteil der Nutzer von E-Zigaretten, die zusätzlich Zigaretten rauchen, mit rund 86 Prozent etwa doppelt so hoch wie in Großbritannien, was den Potenzialen solcher Produkte zur Risikoreduktion entgegenwirkt.

Für die aktuelle Debatte um die Tabaksteuer in Deutschland wünscht sich Maximilian Jell, Leiter Regulatory Affairs & Reduced Risk Products bei der Philip Morris, eine ressortübergreifende Zusammenarbeit: "Statt, wie vom Bundesministerium der Finanzen geplant, schadstoffreduzierte Produkte gegenüber konventionellen Zigaretten steuerlich gleich zu behandeln, sollte der Gesetzgeber das Ziel der Tabakkontrolle in allen Bereichen im Blick behalten, nämlich das mit dem Rauchen verbundene Risiko zu senken. Deshalb brauchen wir eine nach Risiko differenzierte Tabaksteuer: Eine risikogestaffelte Steuer würde eine Lenkungswirkung erzeugen, die endlich auch jene Menschen dazu bringt, mit dem Rauchen aufzuhören, die bisher nicht erfolgreich von Präventionsmaßnahmen erreicht wurden." (bg)

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