Köln. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht keinen Beleg für Preismanipulationen bei Benzin in Deutschland. Der Vorwurf der Preistreiberei sei durch die tatsächliche Entwicklung der Preise an den Tankstellen nicht gedeckt, sagte der IW-Energieexperte Hubertus Bardt. Die öffentliche Diskussion über eine vermeintliche Abzocke der Autofahrer hält er für „deutlich übertrieben." Die beiden wichtigsten Bestimmungsfaktoren für den deutschen Benzinpreis seien der Rohölpreis sowie der Wechselkurs Euro-Dollar, sagte Bardt. Betrachte man die monatlichen Durchschnittpreise im Jahr 2009, könne man eine „unglaublich enge Korrelation" dieser Faktoren mit dem Endpreis an den Tankstellen feststellen. So sei der Ölpreis von unter 50 Dollar pro Barrel (ein Barrel entsprechen 159 Liter) vor einem Jahr auf rund 80 Dollar gestiegen. Zugleich habe der Dollar zum Euro deutlich an Wert gewonnen. Hinzu komme mit Beginn der Ausflugssaison eine deutlich gestiegene Benzinnachfrage in den USA bei zu geringer Raffineriekapazität in dem Land. Das treibe die Preise am Rotterdamer Rohbenzinmarkt nach oben und damit auch die Preise für die deutschen Autofahrer, sagte Bardt. Unabhängig davon zeige sich an den Tankstellen jede Woche ein Muster: Erst stiegen die Preise in zwei Stufen um drei bis fünf Cent, dann fielen sie in Ein-Cent-Schritten auf das alte Niveau. „Das ist die Folge des engen Wettbewerbs unter den Tankstellen vor Ort", erklärte Bardt. Die Preistransparenz bei Benzin sei enorm. Absprachen habe das Kartellamt bislang nicht festgestellt. (dpa)
Kraftstoffe: Keine Preistreiberei bei Benzin
Laut Institut der deutschen Wirtschaft korrelieren Sprit- und Rohölpreis sowie der Euro-Dollar-Wechselkurs