Irans Ölminister hat Medienberichten über eine Ausweitung des Ausfuhrverbots von Erdöl an europäische Staaten widersprochen. "Iran hat nur die Ölexporte nach Großbritannien und Frankreich untersagt, aber die Exporte an andere europäische Länder gehen weiter", sagte Rostam Kassemi der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge am Donnerstag. Einige Lieferverträge könnten sogar erweitert werden. Iranische Medien hatten zuvor berichtet, auch der Ölexport nach Deutschland, Spanien, Italien, Griechenland und in die Niederlande werde gestoppt.
Kassemi sagte der Agentur zufolge weiter, "zukünftige Entwicklungen" könnten große Auswirkungen auf die iranische Ölausfuhr nach Europa haben. Damit bezog er sich offensichtlich auf die neue Runde der Atomgespräche zwischen seinem Land und den fünf Veto-Mächten im UN-Sicherheitsrat sowie Deutschland. Im Januar hatte die Europäische Union (EU) ein Embargo gegen iranisches Öl beschlossen und Konten der iranischen Zentralbank eingefroren. Damit soll Iran dazu gebracht werden, sein Programm zur Anreicherung von Uran aufzugeben.
Letzte Chance, Militärschlag Israels gegen iransiche Atomanlagen abzuwenden
Die EU-Beschlüsse untersagen alle neuen Ölimportverträge mit dem Iran. Zudem müssen alte Verträge zum 1. Juli dieses Jahres aufgekündigt werden. Die neue Verhandlungsrunde der 5+1-Gruppe (Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Russland und die USA) mit dem Iran gilt als letzte Chance, Militärschläge Israels gegen iranische Atomanlagen abzuwenden.
Geschätzte 18 Prozent der iranischen Erdölausfuhr gehen derzeit in die EU, hauptsächlich nach Griechenland, Italien und Spanien. Über die EU hinaus sind Indien, Japan, Südkorea und die Türkei Hauptabnehmer iranischen Öls. (dpa/beg)