Hohe Kraftstoffpreise: Viele lassen Auto häufiger stehen

15.06.2026 11:08 Uhr | Lesezeit: 2 min
Verkehr
Hohe Tankkosten: Fast ein Drittel der Deutschen verzichtet öfter auf das Auto.
© Foto: Kia

Viele erleben Inflation besonders heftig an der Tankstelle. Einer Umfrage zufolge führt das derzeit zu Änderungen im Verhalten.

Wegen der hohen Spritpreise infolge des Iran-Krieges lässt einer Umfrage zufolge fast ein Drittel der Autofahrer in Deutschland das Fahrzeug öfter stehen. "Bei den unter 30-Jährigen machen das sogar 35 Prozent", berichtete die Teambank anhand ihres regelmäßig erhobenen "Liquiditätsbarometers".

"Gleichzeitig berichten 41 Prozent, dass ihre frei verfügbaren Mittel nach Abzug der Fixkosten wie Miete und Strom in den vergangenen zwölf Monaten geringer geworden sind." Für die Erhebung hat das Marktforschungsinstitut Yougov mehr als 3.000 Menschen repräsentativ befragt.

"Spritpreise sind für viele Menschen der Gradmesser ihrer persönlichen Inflation – und dieser Gradmesser schlägt gerade aus", sagt Teambank-Chef Christian Polenz. Sein Institut gehört zur Gruppe der genossenschaftlichen Geldhäuser.

Senkung der Mehrwertsteuer als Maßnahme favorisiert

Auf die Frage, wo sie am ehesten bereit wären, ihre monatlichen Ausgaben um 100 Euro zu reduzieren, nennt jeder fünfte Befragte in der Erhebung den Bereich Auto, Kraftstoff und Kfz-Versicherung. "Bei den über 50-Jährigen ist die Bereitschaft, hier zu sparen, seit September 2025 um sechs Prozentpunkte gestiegen - der deutlichste Anstieg über alle Altersgruppen hinweg."

Als politische Maßnahmen nennen viele eine Senkung der Mehrwertsteuer. "47 Prozent verbinden damit eine spürbare Verbesserung ihrer eigenen finanziellen Situation. 32 Prozent nennen eine Spritpreisbremse." 

Der seit Mai geltende Tankrabatt hat den Inflationsschub in Deutschland gebremst. Im Mai lagen die Verbraucherpreise um 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach 2,9 Prozent im April. 

Für Energieprodukte mussten die Menschen hierzulande im Mai 6,6 Prozent mehr bezahlen als ein Jahr zuvor, wie die Berechnungen der Wiesbadener Statistiker ergaben. Damit schwächte sich der Preisauftrieb deutlich ab: Im April hatten die Energiepreise noch um 10,1 Prozent angezogen.

Mit der vom Staat verordneten Entlastung an der Zapfsäule ist es allerdings bald vorbei: Die seit dem 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter läuft Ende Juni aus.

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