Mit der Energiewende, Umweltvorschriften, neuen Regeln und Gesetzesvorgaben steigen die Anforderungen an die Infrastruktur. Dass es für die Herausforderungen vielfältige Chancen und Lösungsmöglichkeiten gibt, zeigte die Fachmesse Infratech 2026 Mitte Januar in Essen. Im Congress Center West der Messe informierte die Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik (GET) über aktuelle Themen in der Leichtflüssigkeitsabscheidetechnik, Erfahrungen mit der neuen AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen), technische Lösungen sowie Gefahren bei Planung und Einbau von Abscheideranlagen.
Qualität und Qualitätsstandards
Der vollbesetzte Saal bewies das große Interesse der Teilnehmer an den praktischen Themen der Abscheidetechnik. Ulrich Bachon, Geschäftsführer der GET, eröffnete die Fachtagung und sprach über die gewandelte Bedeutung von Qualität und Sicherheit. Er wies darauf hin, dass insbesondere bei der Auswahl und Verwendung von Abscheideranlagen das Anforderungs-Niveau der EU-Normen gesunken ist. Umso wichtiger sei deshalb die Einhaltung freiwilliger Qualitätsstandards, etwa des RAL-GZ 693 der GET, um die geforderten, bisherigen Sicherheitsstandards beizubehalten und die „Spreu vom Weizen zu trennen“.
Ronald Möhlenbrock, Leiter der AwSV-Sachverständigenorganisation des TÜV Süd arbeitete in seinem Vortrag die Unterschiede von Leichtflüssigkeitsabscheidern, deren Anwendung im Bereich Abwasser liegt und denen, die als Rückhalteeinrichtungen an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen fungieren (z.B. Tankstellen, Abfüllplätze), heraus. Zudem ging er auf die aktuellen Regelungen im Bereich des technischen Regelwerks und den Einsatz von Leichtflüssigkeitsabscheidern im Rahmen der neuen paraffinischen Dieselkraftstoffe (HVO) ein.
HVO: Ableiten und Abscheiden
Christoph Königs, Betriebswirt und Fachkundiger für Abscheidetechnik sprach über die Besonderheiten von HVO-Kraftstoffen und stellte die Anforderungen im Umgang damit vor. Er präsentierte Fallbeispiele, zeigte typische Missstände und die daraus resultierenden Umweltschäden. Er beschrieb, wie genehmigungsfähige Lösungen mit zugelassenen Produkten aussehen.
Lukas Zerfaß, Fachkundiger für Abscheidetechnik, referierte über die besonderen Anforderungen beim Einbau von Abscheideranlagen und setzte einen besonderen Fokus auf die kritischen Punkte Dichtheit und typische Einbaufehler. Anhand von Beton-, Polymerbeton- und Kunststoff-Schächten wies er auf typische Einbaufehler hin und präsentierte praxisnahe Maßnahmen für eine fachgerechte, dauerhaft funktionssichere Ausführung.