Förderung und teurer Sprit zahlen sich aus: Ölmultis machen Riesengewinne

03.02.2012 16:17 Uhr
Lohnt sich: Durch Ölförderung und hohe Spritpreise wachsen die Gewinne der Ölmultis.
Lohnt sich: Durch Ölförderung und hohe Spritpreise wachsen die Gewinne der Ölmultis.
© Foto: David Hecker/dapd

Die 41-Milliarden-US-Dollar-Frage: Wer verdiente so viel im Jahr 2012? Exxonmobil lautet die Antwort. Aber auch die Jahresbilanzen der anderen Ölmultis beinhalten Rekordverdächtiges.

Die hohen Spritpreise haben dem US-Ölmulti ExxonMobil im vergangenen Jahr einen Gewinn von 41,1 Milliarden Dollar beschert. Besser gesagt: Die Autofahrer haben die umgerechnet 31,2 Milliarden Euro maßgeblich eingefahren. Die Summe würde ausreichen, um damit auf einen Schlag die Deutsche Bank zu kaufen. Exxonmobil betreibt in Deutschland die Esso-Tankstellen Konzernchef Rex Tillerson sprach am 31. Januar am Firmensitz in Texas schlicht von "starken Ergebnissen". Selbst für amerikanische Dimensionen ist der Gewinn aber gigantisch: Apple hatte wegen der vielen iPhone- und iPad-Verkäufe im vergangenen Geschäftsjahr (das bereits im September endete) seinen Gewinn auf 25,9 Milliarden Dollar hochschrauben können. Der texanische Ölmulti und der kalifornische Technologiekonzern liefern sich seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt. Momentan liegt Apple mit 422 Milliarden Dollar knapp vorne. Die Exxon-Aktie verlor vorbörslich sogar leicht. Die Exxon-Investoren sind Megagewinne gewöhnt. Im Jahr 2010 hatte der Ölkonzern 30,5 Milliarden US-Dollar verdient. ExxonMobil konnte sowohl die Gewinne aus der Förderung von Öl und Gas, als auch aus der Weiterverarbeitung steigern. Der Gesamtumsatz kletterte um 26 Prozent auf 486,4 Milliarden US-Dollar. Alleine im Schlussquartal verdiente der Multi unterm Strich 9,4 Milliarden US-Dollar. Auch die anderen machen Kasse
Angesichts der hohen Ölpreise hatten auch die Rivalen zuletzt kräftige Gewinnsprünge vermelden können. So strich die ebenfalls US-amerikanische Chevron 26,9 Milliarden US-Dollar ein und erzielte damit einen Firmenrekord. Das Geld würde ausreichen, um etwa die Deutsche Post zu schlucken. Conoco Phillips kam auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Auch beim britisch-niederländischen Ölkonzern Shell sprudelten 2011 die Einnahmen. Der Nettogewinn stieg um 54 Prozent auf 30,92 Milliarden US-Dollar (23,44 Milliarden Euro), gab Shell am 2. Februar in London bekannt. Der Umsatz von Royal Dutch Shell lag 2011 bei 484,49 Milliarden US-Dollar nach 378,15 Milliarden im Jahr zuvor. Shell musste im vierten Quartal des vergangenen Jahres eine leichte Delle verkraften. "Unser Ergebnis im vierten Quartal wurde durch einen starken Einbruch bei den Margen im Bereich Industrie-Raffinerien beeinträchtigt sowie durch die Preise für Gas in Nordamerika", erklärte Shell-Vorstandschef Peter Voser. Shell wolle in den nächsten Jahren neue Reserven im Umfang von 20 Milliarden Barrel Öl förderreif machen. Voser kündigte an, im laufenden Jahr über 30 Milliarden US-Dollar in neue Projekte investieren zu wollen. Im vergangenen Jahr gab Shell 24 Milliarden US-Dollar für Investitionen aus. Das meiste Geld geht in die Förderung. (dpa/kak)

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