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Buch-Tipp: Wie der Tankwart zwischen Rhein und Weser die Herzen eroberte

Im Buch berichten Augenzeugen, wie sie als Tankwart in den fünfziger und sechziger Jahren in Nordrhein-Westfalen zu einer anerkannten Persönlichkeit, vielerorts gar zur Institution wurden.
© Foto: Autoren-Archiv

Das Buch "Bitte Volltanken!" von Ulrich Biene stellt die Entwicklung der Tankstellen von der Gehwegpumpe über die rasanten Wachstumsjahrzehnte bis zur Ölkrise detailliert dar. Über 400 Fotos lassen die Tankstellengeschichte von NRW wiederaufleben.


Datum:
29.08.2019
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„Bitte Volltanken!“ Diese Worte bekommen tausende Tankwarte in den ersten Nachkriegsjahrzehnten täglich dutzendfach zu hören – und sie sind zugleich der Titel eines neuen Buches, das erstmals die wechselvolle Geschichte der Tankstellenkultur in Nordrhein-Westfalen beschreibt. Dort werden in den 1920er Jahren die ersten Zapfsäulen aufgestellt, im Jahrzehnt danach sorgen die Amerikaner von Standard Oil mit Esso und von Royal Dutch mit Shell für bis dahin unbekannte „Großtankstellen“. Es folgen die Gasolin AG und der Benzol-Verband mit Aral, die allesamt das nordrhein-westfälische Tankstellennetz verdichten, ehe der Krieg vieles zunichtemacht.

Mit der Stunde Null bedarf es des zwingenden Neuaufbaus, den die britischen Alliierten mit der Freigabe des Mineralölmarktes 1951 wie ein Zündfunken in Schwung bringen. Autor Ulrich Biene erzählt, wie in den Folgejahren zwischen Rhein und Weser das dichteste Tankstellennetz Europas entsteht. Das Wirtschaftswunder in Nordrhein-Westfalen lässt überall im Land Leuchttürme erstrahlen, denn die Mineralölmarken machen Tankstellen zu unverzichtbaren Ankern der rasant wachsenden Mobilität. Die farbenfrisch getünchten Oasen zum Auftanken erfreuen sich der Wertschätzung als Orte neu verstandener Dienstleistung – in der soeben ausgerufenen Marktwirtschaft auch Zeichen einer neu gewonnenen Freiheit. Im Buch berichten Augenzeugen aus dem eigenen Erleben, wie sie als Tankwart in den fünfziger und sechziger Jahren in Nordrhein-Westfalen zu einer anerkannten Persönlichkeit, vielerorts gar zur Institution werden.

Tausende Standorte gibt es bis weit in die sechziger Jahre hinein in Nordrhein-Westfalen. Dann folgt ein Strukturwandel, der auch die automobile Infrastruktur im Land peu à peu verändert. Freie Tankstellen erfreuen urplötzlich das Portemonnaie der Autofahrer, führen aber gleichzeitig zu einer beinharten Marktbereinigung. Und zum Beginn einer schleichenden, aber nicht mehr abwendbaren Marktkonzentration. Als die ersten Tankstellen schließen, ist der Zeitpunkt erreicht, an dem das Wirtschaftswunder in Nordrhein-Westfalen vollbracht ist. Dann die Ölkrise mit dem Alptraum Fahrverbot: 1973 beginnen Krisenjahre und eine erzwungene Neuausrichtung mit allerorts großzügigen Shops. (jr)

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