Die E-Fuel Group und Dacma haben das Dacma Competence Center im Hamburg Blue Hub eröffnet. Hamburgs Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard vollzog gemeinsam mit den Unternehmensvertretern den offiziellen Start im Rahmen der Hydrogen and Carbon Capture Technology World Expo. Zu den Key Note Sprechern zählte auch Evelyne Coulombe von der kanadischen Botschaft. Ihr Besuch unterstrich die Bedeutung der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit im Bereich der CO₂-Abscheidung.
Im Dacma Competence Center "können Unternehmen und Wissenschaft gemeinsam erproben, wie sich CO₂ aus der Umgebungsluft als Rohstoff für die Industrie nutzen lässt", so Wirtschaftssenatorin Leonhard. "Das hilft auch bei der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe, die künftig in der Luft- und Schifffahrt gebraucht werden. Mit diesem Know-how stärken wir Hamburg als Innovations- und Industriestandort und schaffen die Grundlage dafür, dass hier neue Geschäftsmodelle und industrielle Anwendungen entstehen."
Direct Air Capture (DAC) bezeichnet die Abscheidung von CO₂ aus der Umgebungsluft. Das abgeschiedene CO₂ kann als Kohlenstoffquelle für synthetische Kraftstoffe und weitere chemische Produkte genutzt oder dauerhaft geologisch gespeichert werden. Bei dauerhafter Speicherung kann das Verfahren zur Netto-Entfernung von CO₂ aus der Atmosphäre beitragen, sofern die Emissionen der gesamten Prozesskette geringer sind als die gespeicherte CO₂-Menge.
Im Dacma Competence Center werden modulare DAC-Anlagen unter realen industriellen Bedingungen erprobt. Im Mittelpunkt stehen die Untersuchung technischer Komponenten und Materialien sowie die Analyse von Betriebsprozessen und Energie- und Stoffströmen. Gemeinsam mit internationalen Universitäten und Forschungseinrichtungen sollen daraus Ansätze zur technischen Optimierung entwickelt werden.
Das umfasst die Partnerschaft
Dacma und der kanadische Projektentwickler Deep Sky arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung und dem Einsatz von Direct-Air-Capture-Technologie in Kanada. Die Partnerschaft umfasst eine erste Dacma-Anlage mit einer vorgesehenen Abscheidungskapazität von 600 Tonnen CO₂ pro Jahr sowie die gemeinsame Entwicklung einer nächsten Technologiegeneration für größere Anlagen. Deep Sky verbindet die Abscheidung von CO₂ aus der Umgebungsluft mit dessen dauerhafter geologischer Speicherung.
Für seine künftigen Großanlagen nennt Deep Sky das Ziel, jährlich eine Million Tonnen CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Diese Größenordnung ist ein Ausbauziel, keine bereits erreichte Entnahmeleistung. Für das Klima ist entscheidend, wie viel CO₂ nach Abzug der Emissionen aus Bau, Betrieb, Transport und Speicherung dauerhaft entfernt wird: Eine nachgewiesene Netto-Entnahme von einer Million Tonnen würde der Atmosphäre jährlich diese Menge CO₂ entziehen. Anders als eine Emissionsvermeidung setzt das Verfahren damit bei bereits in der Atmosphäre vorhandenem CO₂ an.
Die kanadische Botschafterin Coulombe würdigte die Partnerschaft zwischen DACMA und Deep Sky als Meilenstein der deutsch-kanadischen Zusammenarbeit und als wegweisenden Impuls für das gemeinsame Engagement beider Länder bei der Dekarbonisierung. Kanada biete "ideale Bedingungen für klimafreundliche Produktion". Unternehmen profitierten von sauberem Strom und Zugang zu Rohstoffen, CO₂ Speicher-Kapazität und -Infrastruktur, sowie einem stabilen Investitionsumfeld. "Zur Erreichung des Netto-Null Klimaziels wird die Entnahme von CO₂ aus der Luft an Bedeutung gewinnen. Kanada verfügt über die Infrastruktur, den Rechtsrahmen, und die Finanzierungsinstrumente, um industrielle Produktion erfolgreich zu dekarbonisieren."
Das Augenmerk
"Für die Herstellung von E-Fuels, E-SAF und E-Methanol müssen wir erneuerbare Energie, Wasserstoff und geeignete Kohlenstoffquellen zusammenbringen. Unser Augenmerk liegt deshalb auf der Einbindung von DAC in diese Produktionsketten. Gemeinsam mit Dacma wollen wir die Schnittstellen zwischen CO₂-Bereitstellung und nachgelagerter Verarbeitung untersuchen", sagt Lorenz Kiene, Geschäftsführer der E-Fuel Group.