Sonntag, 22.09.2019
10.09.2019
   

Lichtkonzept im Shop

Aral Rewe to go

Schwarze Strahler bei schwarzer Decke, indirekte Beleuchtung, Fokus auf einzelne Produkte: Aral macht in den Rewe-to-go-Shops alles richtig.

Fantastisch beleuchtet

Peter Janczik ist seit 30 Jahren Lichtplaner und erstellt Konzepte auch für Tankstellen. Er empfiehlt, durch Licht eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen und Spannung für das Auge zu erzeugen.

Das perfekte Lichtkonzept erstellt Peter Janczik, indem er seine Fantasie bemüht: „Ich stelle mir vor, das wäre meine eigene Tankstelle“, sagt der Inhaber von Mylight Lichtkonzepte. Und in seiner eigenen Station würde er eine Art Erlebniswelt schaffen, die dem Kunden ein gutes Gefühl gibt und zum Verweilen einlädt. Denn ein wichtiger Umsatzanteil werde schließlich im Shop gemacht. Je länger die Leute dort bleiben, desto mehr Produkte sehen sie und wollen sie möglicherweise auch konsumieren. „Wenn man dagegen ein schlechtes Lichtkonzept hat, wollen die Leute schnell wieder gehen“, ist der Lichtplaner überzeugt. Natürlich funktionieren auch große quadratische Panels in der ­Decke, wenn es lediglich darum geht, den Raum zu erhellen. Doch sie sind für Janczik eine 08/15-Lösung, die eben kein wohliges Gefühl beim Kunden auslöst.

Dramatik erzeugen

Neben dem wohligen Gefühl ist entscheidend, Aufmerksamkeit für einzelne Produkte zu erregen und eine optische Dramatik zu erzeugen. Erreichen kann man diesen Effekt etwa durch farbiges Licht, verschiedene Farbtemperaturen und das Spiel mit Reflektoren und Anstrahlwinkeln. Nicht nur ein einziges breites Licht für den ganzen Shop zu verwenden, sondern etwa ein Produkt fokussiert auszuleuchten, gibt dem Kunden das Gefühl, etwas Besonderes zu betrachten. „Das Unterbewusstsein nimmt das sofort auf, das sollte man nicht unterschätzen“, betont Janczik.

Zur Veranschaulichung von optischer Spannung nennt Janczik die klassische Schaufensterpuppe als Beispiel. „Dramatik erzeugt man nicht, wenn die ganze Puppe komplett einheitlich beleuchtet ist, sondern indem zum Beispiel auf den Kopf ein besonders heller Spot gesetzt ist“, erklärt er. Diesen Effekt kann man nutzen, um etwa ein Angebot des Monats besonders hervorzuheben. „Man setzt einfach einen Spot darauf, damit das Auge etwas zum Fokussieren hat“, erläutert der Experte. „Das ist kein großer Aufwand und kostenneutral.“ Auch indirektes Licht baut Spannung auf, zum Beispiel durch eine sogenannte Voutenbeleuchtung. Hier sind die Lampen im gewölbten Übergang zwischen Wand und Decke installiert.

Warm oder kalt

Entscheidend für ein gutes Lichtkonzept ist außerdem, die Lichttemperatur zu beachten. Allgemein liegt der Richtwert für LED in Shops zwischen 3.000 und 4.000 Kelvin, sagt Janczik. Kelvin ist die Einheit der Farbtemperatur. Nach der Norm DIN EN 12665 gilt eine Farbtemperatur von unter 3.300 Kelvin als Warmweiß, bis 5.300 Kelvin als Neutralweiß und über 5.300 Kelvin als Kaltweiß. Janczik persönlich favorisiert die Mittellösung 3.500 Kelvin, da es nicht zu kühl und nicht zu warm ist. „Die Tank­stelle ist ein technisches Geschäft, keine Boutique. Deshalb sollte man sich für ein klares, sauberes Licht entscheiden, aber dennoch den Kunden auf die Produkte aufmerksam machen.“

Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass es für jedes Lebensmittel und Produkt die richtige Lichttemperatur gibt. So wirken mit einer warmen Lichttemperatur Brot und Backwaren frischer und kna­ckiger oder mit einem kaltweißen Licht Milchprodukte im Kühlregal frisch, gesund und natürlich.

Entscheidende Einrichtung

Welche Leuchten in der Tankstelle zum Einsatz kommen, hängt grundsätzlich von der Einrichtung im Shop ab. Einbauleuchten in der Decke sind die eine Variante, sie sollten flexibel sein, also dreh- und kippbar. Wenn keine Decke eingebaut ist, nutzt Janczik Stromschienen, die man zugleich als gestalterisches Element verwenden kann. Dafür existieren unzählige verschiedene Leuchten.

Deren Farbe beeinflusst ebenfalls den Eindruck beim Kunden. Wenn bei einer schwarzen Decke schwarze Strahler in einer Stromschiene hängen, fokussiert sich das Auge nur auf das gewünschte Produkt. Das macht Jancziks Meinung nach Aral in den Rewe-to-go-Shops vorbildlich. „Das ist wie im Theater. Man sieht die Akteure, weil alles andere schwarz ist“, erklärt der Geschäftsführer. Er warnt aber, dass das nur ab einer gewissen Deckenhöhe funktioniert. Bei einer grauen Decke die Lampen in Grau oder Schwarz zu halten, ­wirke ebenfalls sehr edel.

So wenig wie nötig

Neben der Optik achtet das Team von Mylight Lichtkonzepte bei seinen Tankstellenprojekten zudem auf Nachhaltigkeit. Deshalb verwendet es langlebige Leuchten mit einem niedrigen Energieverbrauch und einer hohen Energieeffizienz. Der Stromverbrauch von solchen Lampen fällt in einer Tankstelle mit ihrem enorm hohen Gesamtverbrauch, etwa aufgrund der Waschanlage, wenig ins Gewicht, dennoch legt der Inhaber Wert darauf.

Darüber hinaus versucht er, immer die geringste Wattzahl zu nehmen. Janczik nimmt die Gegebenheiten vor Ort auf: Raumhöhe, Größe, was soll beleuchtet werden. Davon abhängig entscheidet er, wie viel Leistung maximal nötig ist. Die Erfahrung zeigt, dass seine Projekte meist mit 25 Watt auskommen. Positiver Nebeneffekt einer geringen Wattzahl ist, dass man weniger Wärme produziert. „LED hat keine Strahlungswärme nach vorne, trotzdem wird es sehr heiß. Die Hitze muss abgeführt werden, zum Beispiel über die Klimaanlage“, weiß Janczik. Je we­niger Watt, desto besser wirke sich das auf die gesamte Station aus. Nur das Beste für eine Tankstelle, die zumindest für kurze Zeit in seinem Kopf Jancziks ­eigene ist.

(Autorin: Julia Richthammer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 9/2019.)

 

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