Montag, 14.10.2019
08.08.2019
   

DTI-Studie

Pizza-Salami

Zu den Topsellern aus der Tiefkühltruhe gehört nach wie vor die Pizza-Salami.

Eiskalte Typen

Fast jeder deutsche Haushalt verwendet Tiefkühlprodukte. Nun hat das Deutsche Tiefkühlinstitut in einer ­Studie untersuchen lassen, wie sich diese Konsumenten voneinander unterscheiden und was ihnen beim Kauf wichtig ist.

Tiefkühlprodukte sind der Schlüssel für eine moderne Ernährung – davon ist Sabine Eichner, Geschäftsführerin des Deutschen Tiefkühlinstituts (DTI), überzeugt. Doch welche Produkte stehen bei den Deutschen besonders hoch im Kurs und wer sind eigentlich die Konsumenten? Diesen Fragen geht die aktuelle DTI-Tiefkühlstudie nach, die das Marktforschungsunternehmen Innofact im Auftrag des ­Instituts durchgeführt hat. Dafür wurden 1.004 (Mit-)Entscheider für den Einkauf von Lebensmitteln und Verwender von Tiefkühlprodukten im März 2019 online befragt.

Das für das DTI erfreuliche Ergebnis: Tiefkühlprodukte sind aus der heutigen ­Ernährung nicht mehr wegzudenken. Praktisch jeder Haushalt kauft und nutzt sie. Gut zwei Drittel der Befragten verzehren Tiefkühlprodukte sogar mehrmals im Monat. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Altersgruppen bei der Wahl der Artikel: Jüngere Konsumenten mögen am liebsten Kartoffelprodukte und Pizza, Ältere hingegen bevorzugen Gemüse und Fisch aus der Tiefkühltruhe.

Auch beim Einkaufsverhalten verzeichnete die Studie Unterschiede bei den Altersgruppen: Besonders Verwender über 60 Jahre planen ihre Einkäufe oft sehr genau. Dagegen planen nur rund ein Drittel der Probanden unter 40 Jahren die TK-Einkäufe, sie kaufen spontaner ein. Die meisten Impulskäufe gibt es bei Snacks, Fertiggerichten und Kuchen beziehungsweise Torten.

Insgesamt ist festzustellen, dass das Image von Tiefkühlprodukten in Deutschland sehr positiv ist. Dies verdankt TK vor allem seinen praktischen Vorteilen wie langer Haltbarkeit, Zeitersparnis und einfache Zubereitung. Weitere wichtige Argumente für TK sind Frische und Vorratshaltung. Welche Vorteile von TK ausschlaggebend sind, hängt vom Alter der Verwender ab: Für die Jüngeren zählen eher die prak­tischen Aspekte wie lange Haltbarkeit (41 Prozent), schnelle Zubereitung (34 Prozent) und Frische (23 Prozent). Der Frischevorteil wird aber auch bei den Befragten über 40 Jahre als Vorzug genannt. Insgesamt ist das Image der TK-Produkte bei den Älteren aufgrund ihrer langjährigen Haushaltserfahrung positiver besetzt.

Die fünf Verwendertypen

Im Rahmen der Studie konnten das DTI und Innofact außerdem fünf verschiedene Arten von Konsumenten herausarbeiten, die sich mehr oder weniger stark nach folgenden Einstellungen einordnen lassen: viel & gerne, gesund & nachhaltig, gut & günstig, interessiert & aufgeschlossen, praktisch & schnell. (Wie sich Tankstellenbetreiber die Kategorisierung zu Nutze machen können, lesen Sie im Interview mit DTI-Geschäftsführerin Eichner.)

  • TK-Fans (20 Prozent): Dieser Konsumententyp ist, wie der Name schon erahnen lässt, ein intensiver Verwender von TK-Produkten, insbesondere von Fleisch, Kuchen und Obst. Trotzdem kochen und backen diese Verbraucher gerne selbst und legen Wert auf das Einkaufserlebnis. Sie kaufen häufig Markenartikel, sind aber gleichzeitig preissensibel. Insgesamt haben sie eine extrem positive Einstellung zu TK-Produkten, insbesondere aufgrund ihrer convenienten Eigenschaften, und sie sind zufrieden mit der Tiefkühlabteilung und ihrer Auswahl.
  • TK-Anspruchsvolle (19 Prozent): Diese Gruppe der Befragten verwendet häufig TK-Obst und -Gemüse, bereitet aber weniger gerne ihre Mahlzeiten selbst zu. Außerdem schreiben ihnen die Studienmacher eine Tendenz zu weniger Zucker sowie zur veganen oder vege­tarischen Ernährung zu. Den TK-Anspruchsvollen ist die Qualität der Produkte ebenso wichtig wie die Themen Nachhaltigkeit, Regionalität, Bio und Tierwohl. Der Preis ist in ihren Augen dagegen weniger relevant. TK-Produkte punkten bei ihnen vor allem mit den Eigenschaften Gesundheit und Umwelt und sie empfinden diese Form der Ernährung als modern und unkompliziert.
  • TK-Skeptiker (25 Prozent): Das Gegenteil der TK-Fans sind die TK-Skeptiker. Sie verwenden TK-Produkte generell und auch in den einzelnen Kategorien eher selten und haben eine leicht positive Einstellung zum Backen und Kochen. Ihr Einkaufsverhalten stuften die Befrager eher als konservativ und traditionell ein, Marke, Konsum und Preis spielen für sie keine Rolle. TK-Skeptiker sehen keinen großen Vorteil in der ­Verwendung von TK-Produkten, vor allem nicht in der Handhabung und ­ihrer Convenience. Daher greifen sie eher in Notfällen in die Tiefkühltruhe und entscheiden sich dann beispiels­weise für Aufbackbrötchen und Fisch.
  • TK-Pragmatiker (17 Prozent): Wer selbst eher ungern kocht und backt, eine Präferenz für Convenience hat und wem Zeit wichtiger als Genuss ist, zählt laut DTI zu den TK-Pragmatikern. Dieser Verwendertyp legt Wert auf das Einkaufserlebnis und die Marke, die Aspekte Gesundheit und Qualität sind für ihn dagegen weniger bedeutend. Für diese Befragten stehen also der Convenience-Gedanke sowie Bequemlich- und Schnelligkeit im Vordergrund. Die Studienautoren nennen noch einen interessanten Aspekt: Die TK-Pragmatiker fühlen sich einerseits über TK nicht ausreichend informiert, haben gleichzeitig aber auch kein hohes Informationsbedürfnis.
  • TK-Sparfüchse (19 Prozent): Die TK-Sparfüchse essen im Prinzip alles, was schmeckt und günstig ist. Da sie extrem auf den Preis und Angebote achten, planen sie ihre Einkäufe sehr genau und gehen häufig zu Discountern. Sie haben ein hohes Informationsbedürfnis in puncto Angebote und wünschen sich noch mehr günstige Produkte. Prinzipiell hat dieser Verwendertyp eine neutrale Einstellung zu TK-Lebensmitteln, liebt aber die Vielfalt, Vorratshaltung und Zeitersparnis dieser Produktkategorie.

Insgesamt zeigt die DTI-Absatzstatistik im Zehn-Jahres-Vergleich, dass der Absatz von TK weiter wächst. Das betrifft besonders die Warengruppen Pizza, Backwaren, Fertiggerichte, Fisch, Snacks und Obst. Bei den Produkten Fleisch und Gemüse verzeichnet das DTI leichte Rückgänge. Gefragt nach ihren Wünschen an das TK-Sortiment gaben die ­Studienteilnehmer an, dass es mehr regi­onale Produkte sowie Tiefkühlprodukte geben sollte, die sie bei einer gesunden Ernährung mit weniger Zucker, Fett und Salz unterstützen.

Trotz der positiven Ergebnisse der Studie zeigt die Befragung aber auch, dass die Verbraucher­aufklärung über TK-­Produkte ­zukünftig weiter eine wichtige Aufgabe der TK-Branche bleibt, weil das ­Wissen über Lebensmittel in der Bevölkerung tendenziell abnimmt. Zwar nennen 86 Prozent der Probanden richtigerweise die Schockfrostung als Verfahren zur Haltbarmachung tiefgekühlter Produkte. Trotzdem vermuten 39 Prozent der Befragten Konservierungsstoffe in ­TK-Produkten. Tiefgekühlte Lebensmittel ­werden jedoch ausschließlich durch Kälte haltbar gemacht, und zwar ohne ­Zugabe von Konservierungsstoffen.

(Autorin: Annika Beyer; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 8/2019.)

 

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