Montag, 18.10.2021
24.09.2021
   

Allianz-Studie

Reparatur Elektroauto

Reparaturen an Elektroautos sind laut Allianz im Schnitt teurer als bei Verbrennern.

Elektroautos haben höhere Reparaturkosten

Ohne staatliche Subventionen wären Elektroautos beim Kauf teurer als herkömmlich motorisierte Autos. Höhere Kosten drohen aber auch bei Reparaturen.

Elektroautos sind laut einer Untersuchung der Allianz nach Unfällen erheblich teurer zu reparieren als herkömmliche Autos. Demnach liegt in der Vollkasko-Versicherung der durchschnittliche Schadenaufwand bei reinen Elektroautos um zehn Prozent höher, bei Plug-in-Hybriden sogar um 50 Prozent. Insbesondere der Wechsel der teuren Akkus schlägt sehr zu Buche.

Im Vergleich sehr viel teurere Folgen als bei konventionellen Autos haben demnach insbesondere Unfälle: "Wir liegen etwa 30 Prozent höher beim Elektrofahrzeug in der Reparatur von Kollisionsschäden", sagte Carsten Reinkemeyer, Leiter der Sicherheitsforschung im Allianz Zentrum für Technik.

Anlass der Untersuchung sind die schnell steigenden Zahlen von Elektroautos auf den Straßen. Im ersten Halbjahr wurden in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrzeug-Bundesamts gut 312.000 reine Elektroautos sowie Plug-in-Hybride neu zugelassen.

Zu den höheren Reparaturkosten trägt bei, dass Akkus viel Geld kosten – "bis zu 20 000 Euro", wie Frank Sommerfeld sagte, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG. So bedeuten Unterbodenschäden bei Elektroautos "nun mal Batterie ", wie Sicherheitsforscher Reinkemeyer sagte.

Doch eine Rolle spielen auch Sicherheitsvorschriften und Herstellervorgaben."Es gibt Sachen, die beim konventionellen Fahrzeug so nicht stattfinden", sagte Reinkemeyer. So dürften "Arbeiten am Hochvoltfahrzeug" nur in qualifizierten Werkstätten stattfinden. So gäben manche Hersteller zwingend vor, dass die Batterie nach einer Airbag-Auslösung ausgetauscht werden muss.

Marderbisse können ebenfalls sehr ins Geld gehen: Denn angebissene Hochvoltkabel müssen ebenfalls ausgetauscht werden, wie Reinkemeyer berichtete. Ein Kabelsatz könne bis zu 7.000 Euro kosten. Dabei haben nach Angaben des Sicherheitsforschers manche Autohersteller eine günstige Methode gefunden, um derart teuren Reparaturkosten vorzubeugen: Schutzhüllen für die Kabel. Folge der hohen Reparaturkosten ist, dass sowohl reine Elektroautos als auch Plug-in-Hybride im Schnitt etwas teurer zu versichern sind als herkömmliche Autos.

E-Auto-Besitzer müssen sich allerdings keine Sorgen machen, dass ihre Fahrzeuge grundsätzlich pannenträchtiger wären als Autos mit Benzin- oder Dieselmotor. Die häufigste Pannenursache kennt quasi jeder Autofahrer – das Fahrzeug springt nicht an: "Man glaubt es kaum, aber auch Elektrofahrzeuge brauchen eine normale Starterbatterie wie Verbrennerfahrzeuge", sagte James Wallner, der Vorstandschef der ADAC Autoversicherung AG.

Schlagzeilen gab es in den vergangenen Jahren mehrfach wegen brennender Elektroautos. Doch E-Fahrzeuge gehen laut Allianz nicht schneller in Flammen auf als herkömmlich motorisierte Autos: "Wir erkennen im Moment keine höhere Brandwahrscheinlichkeit als bei Benzinern", sagte Sicherheitsforscher Reinkemeyer.

Deutschlandweit brennen demnach im jährlichen Schnitt etwa 15.000 Autos, darunter nur eine zweistellige Zahl elektrischer Fahrzeuge. In aller Regel können brennende E-Autos gelöscht werden, bevor auch der Akku in Flammen aufgeht. "Diese Brände verlaufen so, wie wir das kennen von Fahrzeugbränden", sagte Karsten Göwecke, Vizechef der Berliner Feuerwehr.

 

Kommentar verfassen

Schon gelesen? Die Top-Nachrichten

Red Bull Winter
15.10.2021

Mit Energie durch den Winter

Neue Red Bull Winteredition

Red Bull hat seine Winteredition 2021 auf den Markt gebracht. Der klassische Energydrink ist seit Oktober in der Geschmacksrichtung Granatapfel für begrenzte Zeit erhältlich. + mehr

Westfalen
15.10.2021

Neue Tanktechnik

Westfalen präsentiert mobile Wasserstoff-Tankstelle

Die Westfalen Gruppe präsentierte am 14. Oktober in Münster mit der mobilen Wasserstoff-Tankstelle eine Zukunftstechnologie. Der Container kann nicht nur kurzfristig und flexibel aufgestellt werden, er ist zudem robust, einfach und kostengünstig. Das System ermöglicht eine verlässliche Wasserstoff-Betankung von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen – ob Busse, Lkw, Züge oder Fahrzeuge auf Baustellen, in der Logistik, in Häfen oder auf Flughäfen. + mehr

Kühn_Eröffnung_Cardsforum_2021
15.10.2021

Cards- und Automations-Forum 2021

Uniti zieht positive Bilanz

Am 12. und 13 Oktober hatte Uniti gemeinsam mit Stolte consult das diesjährige Cards- und Automations-Forum ausgerichtet. Die Veranstaltung gilt als europäische Branchenplattform der Mineralölwirtschaft bezüglich Trends und Innovationen in der Mobilität und dem Zahlungsverkehr sowie deren Auswirkungen auf das Tankstellengeschäft. + mehr

zur Startseite

Systeme 2021

Systeme 2021

Bezahl- und Automationsprozesse

Das Sonderheft bietet mit den beiden Schwerpunktthemen Tankautomaten und Bezahlmöglichkeiten echten Nutzwert. + mehr

Innovation Tankstelle 2021

Cover_Innovation_2021

Neuheiten rund um die Station

Alle Branchendienstleister, Hersteller und Verbände auf einen Blick im Sonderheft von Sprit+. + mehr

Aktuelle Ausgabe

Sprit+ 10/2021

Sprit+
versorgt Sie einmal im Monat mit Informationen rund um die Tankstellenbranche. + mehr

Gabler Wirtschaftslexikon

Gabler Wirtschaftslexikon

Wissen für Experten

25.000 Stichworte. Qualitätsgeprüft. Frei verfügbar. + Zum Wirtschaftslexikon