Freitag, 13.12.2019
13.08.2017
   

Waschen

Wash-Center von Karl-Heinz Wolf

Wenn er kein Grundstück in der ersten Reihe bekommen hätte, hätte Karl-Heinz Wolf kein Wash-Center gebaut.

Gepflegte Lage

Es war ein langgehegter Traum, den sich Unternehmer Karl-Heinz Wolf jetzt im Ruhestand erfüllte: der Bau eines Waschcenters. Einzige Bedingung war ein Grundstück in Toplage.

Der 13. November 2015 war im Hause Wolf im hessischen Büdingen in doppelter Hinsicht Anlass zum Feiern. Nicht nur, dass Brigitte und Karl-Heinz Wolf ihren 45. Hochzeitstag begingen, sondern auch die Eröffnung des Wolf Carwash-Centers fiel auf diesen Tag.

Damit hatte sich Karl-Heinz Wolf einen Traum erfüllt, für die Zeit nach der Leitung seiner Dienstleistungsunternehmen für Entsorgung und Recycling sowie der Vermietung von Arbeitsbühnen und Baumaschinen, die er seinen Söhnen Andreas und Thomas übertragen hatte. „Ich bin ja nicht mehr der Jüngste, da dachte ich mir, wenn ich mal ein schönes Grundstück bekomme, direkt an der Bundesstraße, mit guter Frequenz, könnte ich eine Pkw-Waschstraße bauen mit allem was dazugehört“, schildert der 68-Jährige seinen Entschluss. Bereits vor Jahren hatte er in seinem Unternehmen eine Lkw-Waschstraße errichtet.

Ausschlaggebend für das neue Projekt war letztendlich der Standort. Im Gewerbegebiet Reichhardsweide bekam er das Grundstück Nummer 1, in vorderster Reihe, direkt am Kreisverkehr und sehr präsent für alle Vorbeifahrenden. „Wir hätten die Investition für ein Grundstück in zweiter Reihe nicht getätigt, weil es keine hohe Frequenz durch andere Gewerbe gibt. Die Bundesstraße bringt dagegen 9.000 Bewegungen am Tag. Optimal ist auch der Kreisverkehr, der eine einfache Zufahrt ermöglicht und auch Kurzentschlossene nicht durch eine rote Ampel abhält“, erklärt Wolf.

In der Planungsphase besuchte Wolf nicht nur diverse Messen, sondern bereiste ganz Deutschland und schaute sich verschiedene Waschstraßen und Konzepte an. „Für mich persönlich war besonders wichtig, mit welchem Ergebnis die Autos aus der Waschstraße kommen. Da haben mich viele Konzepte nicht überzeugt. Ich habe mich vor allem von der Praxis überzeugen lassen, nicht nur vom Produktblatt“, sagt der Betreiber. Drei Hersteller kamen in die engere Wahl, er führte Vorgespräche und wägte Für und Wider der Anlagen ab. „Man darf dabei aber nicht nur ein gutes Waschergebnis sehen, sondern muss auch die Effizienz, Unterhalts- und Verbrauchskosten berücksichtigen“, empfiehlt Wolf. Als sich Washtec als Lieferant herauskristallisierte, besuchte man abschließend noch die Produktion in Augsburg. Die Tatsache, dass die Servicetechniker von Washtec und Auwa in der Nähe wohnen und schnell eingreifen können, machte den Deal perfekt, auch wenn die Anlage seit Eröffnung ohne Probleme läuft.

Volle Hütte

Heute finden die Kunden auf dem circa 4.500 Quadratmeter großen Grundstück alles, was das Fahrzeugpflegeherz begehrt. Von der Bundesstraße aus sticht zunächst die Waschstraßenhalle ins Auge, die prominent und weit sichtbar auf einer kleinen Anhöhe thront. Erst bei der Anfahrt zum Waschpark offenbart sich die ganze Pracht der Anlage. Ein SB-Waschplatz mit vier Boxen und einem Außenwaschplatz für hohe Fahrzeuge steht für die Do-it-yourself-Wäscher bereit. Dem Innenraum kann man sich an einem der 14 teils überdachten Saugerplätzen widmen. Ein Automat hält sowohl SB-Pflegeprodukte als auch Erfrischungen bereit.

Wer lieber pflegen lässt, geht zum Fahrzeugaufbereiter, der sich in einem separaten Teil der Waschhalle eingemietet hat. Im modernen Bistro mit Außenbereich lassen sich Wartezeiten überbrücken, Mittagspausen verbringen oder einfach nur ein Kaffee nach der Wäsche genießen. Und wer neben einem Gefährt auf vier Rädern auch noch einen Freund auf vier Pfoten hat, kann diesen in der Hundewaschanlage trimmen. „Die war zwar so nicht geplant, aber ich hatte das schon lange im Hinterkopf“, erzählt Wolf. Den Ausschlag gab schließlich seine Frau Brigitte, die die Hundewaschanlage als Alleinstellungsmerkmal und Werbeträger erkannte. Heute wird die Anlage von Prodogwash mit steigender Tendenz genutzt.

Überraschender Andrang

Zur Eröffnung kamen nicht nur Bürgermeister und lokale Presse, sondern an zwei Tagen auch rund 1.000 Kunden, die zum Preis von fünf Euro für Premiumwäsche die volle Leistungsfähigkeit des Centers austesten konnten. „Wir wollten den Kunden zeigen, was die Anlage kann. Trotz bester Vorbereitung waren wir vom Andrang überrascht und mussten auf die Schnelle noch Personal organisieren“, erinnert sich Wolf. Zur Unterstützung stellte Washtec für die zwei Tage einen Mitarbeiter bereit, doch die Anlage lief ohne Zwischenfälle.

Das Waschergebnis überzeugt bis heute, wie die Bewertung mit 4,8 von 5 Punkten im Internet zeigt. „Wir haben uns nach eingehender Beratung überzeugen lassen, die Kette mit 32 Metern etwas länger auszulegen als geplant, um der Chemie genügend Einwirkzeit zu geben“, meint Wolf.  An der Vorwaschstation reinigen zwei Mitarbeiter vor und entfernen groben Schmutz, um die Bürsten vor Verschmutzung zu schützen. Davor durchlaufen alle Fahrzeuge einen Vorsprühbogen, der nur mit Wasser arbeitet, um den Lack im Sommer abzukühlen oder ihn im Winter von Schnee- und Eisresten zu befreien. Auf Empfehlung von Kollegen entschied sich Wolf außerdem für eine biologische Wasseraufbereitung. Die ASC 600 von Faritec stellt 90 Prozent des Brauchwassers wiederaufbereitet zur Verfügung, lediglich zum Klarspülen kommt frisches Osmosewasser zum Einsatz.

SB treibt‘s bunt

Die SB-Anlage arbeitet mit der Selftecs-Chemie von Anbieter Auwa und ist nach dem Washtec-Farbkonzept gestaltet, bei dem jeder Bedienschritt und die entsprechende Lanze farblich identisch gekennzeichnet sind. „Das Farbkonzept kommt sehr gut an. Die Kunden, insbesondere ausländische mit geringen deutschen Sprachkenntnissen, kommen sehr gut damit zurecht“, erklärt Wolf. Highlight ist die Schaumlanze mit dem zähen, gut haftenden Vorreinigerschaum, der von 80 Prozent der Kunden eingesetzt wird.

Auch gewerbliche Kunden besuchen die Anlage rege, vor allem seit der Kassenautomat so umgebaut wurde, dass die Anlage mit Kundenkarte auf Rechnung genutzt werden kann. Leider gibt es unter den Kunden immer wieder mal schwarze Schafe: Da die SB-Anlage länger geöffnet hat als die Waschstraße, ist nicht immer Personal vor Ort. Zur Sicherheit hat Wolf aus diesem Grund 20 Kameras auf dem Gelände verteilt, allein acht Stück in der Waschstraße. „Das hat uns schon in vielen Fällen von Sachbeschädigung oder bei ungerechtfertigten Ansprüchen geholfen“, verrät Wolf.

In der Regel hat Karl-Heinz Wolf jedoch Grund zur Freude, besonders an seinem Lieblingsplatz, der Ausfahrt der Waschstraße: „Zu sehen, wie sauber, glänzend und trocken die Autos aus der Anlage kommen, macht mich immer wieder sehr zufrieden.“

(Autor: Dieter Väthröder; Der Artikel erschien in Sprit+ Ausgabe 8.2017.)

 

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