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Tankstellennetz in Deutschland: Auf- statt Ausbau

Sprit+ SPEZIAL Tankstellennetze 2022 erscheint am 1. April.
© Foto: Sprit+

Die Mineralölkonzerne setzen den Fokus weniger auf Wachstum, sondern mehr auf den Aufbau der schon vorhandenen Stationen. Das herkömmliche Konzept Tankstelle verschwindet dabei zusehends.

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Aral kann auf eine mehr als hundertjährige Firmengeschichte zurückblicken, doch das, was nun bevorsteht, ist für alle Markteilnehmer Neuland: „Der Verkehrs- und Mobilitätssektor befindet sich an dem Beginn einer gravierenden Transformation, wovon auch die Tankstellen betroffen sind“, sagt Patrick Wendeler, Vorstandsvorsitzender Aral. Die Tankstelle wandelt sich unserer Ansicht nach überwiegend und zunehmend hin zu einem Mobilitätsknotenpunkt, an dem Kunden und Kundinnen die komplette Bandbreite ihrer individuellen Mobilitätsbedürfnisse erfüllen können.“ Eine große Rolle spielen hierbei die Verkehrswende und das damit verbundene Wachstum alternativer Energien, allen voran der Elektromobilität. Laut Aral akzeptieren Kunden die Elektromobilität mehr und mehr. Insofern sieht sich das Unternehmen auf dem richtigen Weg, die Tankstellen zu Mobilitätsknotenpunkten auszubauen und fokussiert den Aufbau der Ladeinfrastruktur im deutschen Tankstellennetz.

Neben den Investitionen in ultraschnelles Laden sieht Aral großes Potential in LNG. Das flüssige Erdgas könne insbesondere im Transport- und Schwerlastverkehr den CO2-Ausstoß senken. LNG habe eine Berechtigung im Antriebsmix der Zukunft, daher baut Aral an den hochfrequenten Lkw-Standorten ein entsprechendes Angebot für die Kunden auf. Auch Wasserstoff aus nachhaltiger Produktion sei für Lkw eine Antriebsart der Zukunft. 

Im Shopbereich ist Aral insgesamt gut durch das zweite Jahr der Pandemie gekommen. Man habe mit den gesellschaftseigenen Stationen einen Umsatz auf dem Niveau von 2020 erzielen können und die Frequenz in den Tankstellenshops habe im Jahr 2021 deutlich gegenüber dem Vorjahr zugenommen. „Gleichzeitig sehen wir eine Verschiebung der Umsatzanteile hin zu einer Verteilung wie vor der Pandemie. Das bedeutet, dass der Umsatz beispielsweise im Food Service und bei den frischen Lebensmitteln wächst, hingegen nimmt der Umsatz bei Tabak ab“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Wendeler.

JET will wachsen
„Unser Netz wird weiter wachsen“ kündigt Oliver Reichert an, Manager Retail Germany JET Tankstellen Deutschland. Derzeit betreibt JET rund 680 Straßentankstellen in Deutschland. Reichert weiß: „Der Tankstellenmarkt ist und bleibt anspruchsvoll.“ Dazu tragen neben den Klimaschutzzielen der Regierung und alternativen Antrieben auch die operativen Herausforderungen bei. Zu letzteren zählt JET etwa den Fachkräftemangel. Tankstellenunternehmer stehen immer wieder vor der Aufgabe, Personalengpässe zu meistern. Das Unternehmen arbeitet auf vielen Ebenen, um zukunftsfähig zu bleiben. Neben dem grundsätzlichen Ausbau des Tankstellennetzes gehört dazu auch die Optimierung bestehende Stationen durch den Umbau auf das neue Design von JET. Außerdem will JET hybride Weiterbildungsangebote für die Tankstellenbetreiber ausbauen. 

Reichert freut sich, dass die modernisierten Stationen, das erweiterte Shop- und Bistroangebot sowie die Waschangebote gut von den Kunden angenommen werden. Aber es könnten wieder etwas mehr sein: „Negativ wirkt sich unter anderem die höhere Nutzung von Home-Office-Angeboten aus, die für lange Zeit zu starken Rückgängen im Pendlerverkehr geführt hat – insgesamt können sich die aktuellen Veränderungen im Berufsleben auch langfristig auf im Mobilitätsverhalten der Deutschen niederschlagen. Umso wichtiger ist es, mit einem attraktiven und zuverlässigen Sortiment sowie bestem Service den Unterschied zu machen.“

Total Energies: Der Name ist Programm
Die Energiewende hat sich Total Energies wortwörtlich auf die Fahnen geschrieben. Mit der Namensänderung im Mai 2021 hat Total den Begriff Energies in die Firmierung aufgenommen. „Erklärtes Ziel von Total Energies ist, die Energie für die Mobilität der Zukunft bereitzustellen, die ein Mix verschiedener Technologien sein wird“, sagt Thomas Strauss, Direktor Tankstellen und betont: „Flüssige Energiequellen sind aufgrund ihrer Energiedichte unverzichtbar.“ Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels und der Digitalisierung baut Total Energies auch sein Engagement für neue Energieträger aus. Dazu gehören etwa Strom, Wasserstoff, Gas und Biokraftstoffe.

Hierzulande will Total Energies nur noch selektiv wachsen. Aktuell (Stand: März 2022) betreibt Total Energies 1.155 Straßentankstellen und 42 Bundesautobahntankstellen. Das Unternehmen will sich nach gut 15 Jahren extensiven Netzausbaus stärker auf die Qualität der bestehenden Tankstellen konzentrieren, insbesondere Im Convenience- und Gastronomie-Bereich sowie im Bereich Service, etwa bei der Autowäsche. Dies ist verbunden mit dem verstärkten Ausbau von HPC und gegebenenfalls anderen alternativen Energien. „Es wird – wie bisher auch – Investitionen in eigene Projekte geben, aber auch die gemeinsame Entwicklung mit Kooperationspartnern und Investoren“, so Cabrol.

Ausführliche Statements der MÖG und mehr Details über die jeweilige Strategie im deutschen Tankstellennetz lesen Sie in Sprit+ SPEZIAL Tankstellennetze. Das Sonderheft liegt Sprit+ Ausgabe 4 bei und erscheint am 1. April. (bg)

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